Kiefersfelden – Mit Beginn der Raunächte, die traditionell in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember beginnen und bis zum 6. Januar andauern, steigt auch das Adrenalin beim Kieferer Maskenschnitzer Max Huber. Dann werden wieder auf vielen Veranstaltungen und Festen seine Masken zu sehen sein, die er in monatelanger und akribischer Arbeit für seine Kunden gefertigt hat.
Für den gelernten Steinmetz ist das Maskenschnitzen Berufung und Hobby zugleich, da er damit seine Kreativität und Begeisterung plastisch zum Ausdruck bringen kann.
Vom Traum
zum Handwerk
„Eigentlich bin ich gefühlt schon immer bei den Krampusläufen dabei“, erinnert er sich. „Schon damals war es ein großer Traum, selbst einmal eine solche Holzmaske zu tragen und beim Lauf dabei zu sein.“ Seine Berufsausbildung kam ihm dabei sehr zugute, denn „da habe ich eigentlich das Handwerkszeug erlernt“.
Als sein Nachbar ihm ein Bruchstück einer durch Blitzeinschlag gefällten Linde schenkte, startete er seine Holzschnitz-Selbstversuche. „Ohne Werkzeug ging das natürlich nicht und so habe ich mir damals von meinem Taschengeld das erste Werkzeug gekauft.“ Max Huber war damals 17 Jahre alt. Die erste selbst gefertigte Maske war mit Kuhhörnern geschnitzt. Damit ging es mit Freunden zum Krampuslaufen am 5. Dezember, denn damals kam auch an diesem Tag der Krampus zu den Kindern. „Das hat mir Riesenspaß gemacht und ich wollte unbedingt weitermachen.“
Er suchte und fand geeignete Literatur über das Maskenschnitzen. In den weiteren Monaten seiner autodidaktischen Ausbildung wurden die Ergebnisse immer besser. So war es nicht überraschend, „als im Jahr 2012 der erste Schnitz-Auftrag aus meinem Bekanntenkreis kam“. Mit zunehmender Schnitzerei stiegen auch bei Max Huber die Erwartungen.
In einer speziellen Holzschnitzschule in Kärnten konnte er im Jahr 2019 sein Können und Wissen deutlich verfeinern. Sein Rohmaterial ist ausschließlich das Holz der Zirbe (Kiefer), das sehr widerstandsfähig ist und sich gut verarbeiten lässt. Zudem verströmt es einen angenehmen Geruch. Hubers Weg führte dann mehr und mehr zum Schnitzen von Perchtenmasken, zumal er auch Gründungsmitglied des Kieferer Perchtenvereins „DroadnPass“ ist, dem er heute vorsteht.
Der Bekanntheitsgrad des Hobby-Maskenschnitzers stieg aufgrund seiner gefertigten Masken stetig. „Dieses Jahr kam erstmals auch ein Auftrag für eine Perchtenmaske aus Frankreich herein, den ich sehr gerne ausgeführt habe“, berichtet Huber. Für eine dieser Perchtenmasken aus Zirbenholz benötigt er etwa 30 bis 40 Stunden reine Arbeitszeit. Die Masken sind komplett von Hand gefertigt, der Preis liegt bei rund 1.000 Euro pro Stück, je nach Ausfertigung und besonderen Wünschen.
Jede Maske ist ein Unikat. Eine Auswahl seiner bisherigen Werke ist auf der Social-Media-Plattform „Instagram“ zu sehen, über den Kanal sind auch Kontaktaufnahme und Bestellungen möglich. „Selbstverständlich werden auch die speziellen Kundenwünsche berücksichtigt und meine Kunden danken es mir mit sichtbarer Zufriedenheit. Besonders freue ich mich, wenn ich dann meine geschnitzten Masken bei verschiedenen Anlässen wie beispielsweise dem Perchtenlauf sehe.“
Ausstellung und
spirituelle Verbindung
Bei einer eigenen Ausstellung im kommenden Frühjahr im Kieferer „Industriemuseum Blaahaus“ will er vom 29. März bis zum 26. April seine Krampus- und Perchtenmasken in besonderem Licht präsentieren und in einer Bilderserie die verschiedenen Bearbeitungsschritte aufzeigen. Der Holzkünstler sieht sein Handwerk auch als Verbindung zwischen dem Ursprünglichen und dem Spirituellen.