Verbesserungspotenzial in allen Bereichen

von Redaktion

Planungsgesellschaft untersucht Verkehr in Oberaudorf – Ergebnisse im Gemeinderat vorgestellt

Oberaudorf – In seiner jüngsten Sitzung ließ sich der Gemeinderat die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung vorstellen, die die Münchner „Planungsgesellschaft Stadt Land Verkehr“ (PSLV) im Rahmen des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) vorgenommen hatte.

Laut Diplom-Geograf Andreas Bergmann ist der Verkehr in Oberaudorf sehr stark und könnte problematisch werden. Auf der Rosenheimer Straße seien täglich mehr als 8.000 Fahrzeuge unterwegs. Dies habe eine Verkehrszählung ergeben, die an einem Normwerktag im Juli durchgeführt wurde. Der Normwerktag sei ein normaler Arbeitstag, der nicht in die lokale Ferienzeit fällt. Der Ortskern werde allerdings dadurch entlastet, dass viele von Norden über die Rosenheimer Straße kommende Autofahrer das Zentrum über die Geigelsteinstraße umfahren würden.

Rund zwei Drittel des Verkehrs sind laut Bergmann Ziel- und Quellverkehr, also Fahrten, die in den Ort hinein oder aus dem Ort hinaus unternommen werden. Der wichtigste Quell- und Zielort sei dabei Kiefersfelden, was angesichts der Nähe und Verflechtung der beiden Gemeinden zu erwarten sei. Der Durchgangsverkehr, der 17 Prozent des Gesamtverkehrs ausmachte, sei großenteils regional parallel zur Autobahn. Den Grund dafür vermutet Bergmann darin, „dass Einheimische die Autobahn meiden“, was angesichts der Staugefahr erwartbar sei. Der Rest des Verkehrs sei Binnenverkehr, also Fahrten, die im Gemeindegebiet beginnen und enden.

Was die Parkplatzsituation angeht, stellt Bergmann selbst in der Ortsmitte „viele Leerstände“ fest. Die meisten Parker würden auf den Parkplätzen am Rathaus, an der Geigelsteinstraße und am Kurpark das kostenlose Ticket für zwei Stunden nutzen, wobei sie die gesamte Parkzeit fast nie ausnutzen würden. Eine Spitzenlast verzeichnen diese Parkplätze am Vormittag und am Nachmittag, während in der Mittagszeit wenig Nachfrage bestehe. Eine Verbesserung für die Geschäfte an der Durchgangsstraße sieht Bergmann in einer Parkzeitbeschränkung entlang der Straße, weil dann die wenigen Parkplätze nicht mehr durch Dauerparker belegt wären und so mehr Kunden in Geschäftsnähe parken könnten. Außerdem sollten aktuelle Informationen zur Belegung der Parkplätze auf der Netzseite der Gemeinde stehen, um Parkplatz-Suchfahrten zu vermeiden.

Viele Verkehrsprobleme von Oberaudorf könnten laut Bergmann durch den Bau einer Umfahrung gelöst werden. Ein Vorteil des Dorfs sei, dass die Unterführungen unter der Bahnlinie und das Burgtor so niedrig sind, dass sie für große Lastwagen nicht passierbar sind. Dies halte den Durchgangsverkehr weitgehend frei von diesen Lastwagen.

Die Situation der Radfahrer ist laut Bergmann schon gut, allerdings sollten Radwege immer durchgängig sein, was nicht überall der Fall sei. Auch die Situation der Fußgänger könnte verbessert werden, etwa durch breitere Gehwege an der Kufsteiner Straße und die Anlage von Plätzen mit Aufenthaltsqualität, etwa am Rathaus.

Beim öffentlichen Verkehr sieht Bergmann ebenfalls Verbesserungspotenzial. Der Bahnhof könnte für Fußgänger und Radfahrer eine Anbindung nach Osten bekommen, ein Bus könnte zum Freizeitpark am Luegsteinsee fahren und Bushaltestellen könnten barrierefrei ausgebaut werden. Der Parkplatz und die Abstellanlage für Fahrräder am Bahnhof sowie das Carsharing-Angebot könnten größer sein.

Bürgermeister Matthias Bernhardt hält zudem eine „dynamische Verkehrssteuerung“ für sinnvoll, die auf die jeweils aktuelle Verkehrsbelastung der Straßen reagiert. Alfred Schubert

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