Christoph I. und Lena I. übernehmen das Zepter

von Redaktion

Lena Paul (26) und Christoph Stocker (28) sind das neue Faschings-Prinzenpaar in Neubeuern. Mit der ehrenvollen Aufgabe hatten beide nicht gerechnet, freuen sich nun aber umso mehr auf die närrische Zeit. Das Paar steht vor einigen Herausforderungen, blickt der Regentschaft aber mit großer Freude entgegen.

Neubeuern – Es wird gehämmert, geratscht und vor allem gearbeitet. In der
Beurer Halle laufen die Vorbereitungen für den Krönungsball auf Hochtouren. Der Boden wird gelegt und die Dekoration vorbereitet. Mittendrin: Lena Paul und Christoph Stocker. Seit vielen Jahren helfen die beiden in ihrer Freizeit beim Aufbau für die Faschingszeit. Doch heuer ist etwas anders: Die beiden sind Prinzessin und Prinz von Neubeuern.

Turnhalle wird zur
Festhalle für Inthronisation

„Jetzt geht es richtig los. Die Turnhalle wird wieder in eine Festhalle verwandelt“, sagt Stocker. Er arbeitet eigentlich als „Mädchen für alles“ in dem Lkw-Unternehmen seiner Familie. Ob fahren, reparieren oder Arbeiten im Büro: Sein Aufgabengebiet sei abwechslungsreich. Als Faschingsprinz kamen in seiner Freizeit noch Tanzstunden zu den Aufgaben dazu. „Bis zum 11. November hatten wir zweimal die Woche Training. Seitdem werden die Aufgaben eher mehr als weniger“, sagt der 28-Jährige.

Ob Dekorieren, Aufbauen, Kostüme anprobieren oder Tanzproben – es ist viel zu tun. Für Stocker ist das „saubere Tanzen“ etwas Neues. Er war schon zweimal im Hofstaat der Faschingsgesellschaft von Neubeuern, nur damals in der Rolle des Faschingsministers. Die haben auch getanzt, aber etwas anders. „Damals haben wir lustige Schritte eingebaut“, sagt er. Diese sahen nicht perfekt aus – doch das sollte so sein. Jetzt ist das anders: Jeder Schritt muss sitzen. Vor allem vor der großen Kulisse auf den Faschingsbällen. Alle Augen seien auf die beiden gerichtet.

Das ist auch für die Prinzessin Lena I. neu. „Ein paar Schritte kenne ich aus den zwei Jahren Garde, aber man steht nicht mehr hinten in den letzten Reihen“, sagt sie. Dadurch sei der Tanz als Prinzenpaar für beide eine Herausforderung. Doch sie sind sich sicher: Die Gemeinde stehe hinter ihnen. Denn das gehört laut Stocker auch zum Besonderen in der Faschingszeit in Neubeuern – der Zusammenhalt. „Ob wir aufbauen oder die Feste miteinander feiern. Das Dorf lebt die ganze Gaudi“, sagt er. Die 26-Jährige sieht es ähnlich: „Das ganze Dorf ist während des Faschings in einem Ausnahmezustand. Jeder ist dabei und hat Spaß. Das ist der Wahnsinn!“

Das treibt die beiden auch an, immer wieder beim Fasching zu helfen. Lena Paul war früher bereits dreimal in der Kindergarde und später bei den Gardemädels. „Aber allgemein bin ich schon immer dabei – meine ganze Familie. Mein Papa war im Präsidium, jetzt ist da auch mein Bruder dabei und eine Schwester war in der Kindergarde Prinzessin“, erklärt sie. Auch ihr Partner sei in der Faschingsgesellschaft. Dadurch unterstütze ihre Familie sie in dieser Zeit sehr. Wenn sie nicht mitten im Faschingsgeschehen ist, arbeitet sie hauptberuflich als Bereiterin. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und bilde Pferde aus“, sagt die Prinzessin. Dadurch könne sie sich die Arbeitszeit während ihrer Dirigentschaft gut einteilen.

Den familiären Rückhalt hat auch Prinz Christoph I. Seine Partnerin ist ebenfalls in der Neubeurer Faschingsgesellschaft dabei. In der Kindergarde war er nicht. „Mein Höhepunkt ist es, jetzt der Prinz zu sein“, sagt er. Denn er hilft, genau wie Lena Paul, schon immer mit. Trotzdem hätten die beiden nicht wirklich damit gerechnet, dass sie das Prinzenpaar werden. „Ich hatte häufiger gehört, dass ich die Prinzessin werden könnte, doch dann war die Garde schon im Training. Damit war das Thema für mich eigentlich abgeschlossen“, erzählt Paul. Doch dann kam der Anruf und sie sei erst einmal überrascht gewesen, habe sich aber dann sehr gefreut.

Einen Anruf hat auch Stocker erhalten und glatt verpasst. „Als ich die Nummer vom Ersten Präsidenten auf meinem Telefon gesehen habe, habe ich kurz damit gerechnet, Prinz zu werden. Denn der ruft normal nicht bei mir an“, sagt Stocker. Als er dann Prinz wurde, sei es für ihn dennoch eine Überraschung und „wahnsinnige Ehre“ gewesen.

Eine Überraschung
für alle Beteiligten

Doch nicht nur die beiden waren überrascht, auch die Partnerin von Stocker. „Dadurch, dass unsere Partner auch in der Gemeinschaft dabei sind, freuen sie sich mit uns mit“, ergänzt Prinzessin Lena I. Ihre Partner waren auch die ersten und einzigen Personen, die von ihren Titeln vor dem 11. November erfahren haben – sonst hätten sie komplett dichtgehalten. „Wir haben uns viele Ausreden einfallen lassen. Immer etwas Neues“, sagt Stocker. So habe er auch fleißig mitdiskutiert, wenn es um Spekulationen um das Prinzenpaar ging.

Nach der Bekanntgabe steht nun der Krönungsball am morgigen Freitag an. „Dann geht die Gaudi richtig los“, sagt Stocker. Er sei bereits voller Vorfreude, aber sei sich auch sicher, dass die Aufregung noch kommen werde. Lena I. wünscht für ihre Amtszeit zwei Dinge: „Ganz viel Spaß und unfallfrei bleiben.“

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