„Die Gundula“ geht ihren Weg

von Redaktion

Pfarrgemeinde Neubeuern verabschiedet Gemeindereferentin Gundula Langer

Neubeuern – Abschiedsstimmung und großer Dank haben den Festgottesdienst zum Dreikönigstag in der vollbesetzten Pfarrkirche geprägt, bei dem die Pfarrgemeinde Neubeuern ihre langjährige Gemeindereferentin Gundula Langer verabschiedet hat. Mit langanhaltendem Applaus bedankten sich die Gläubigen bei der Seelsorgerin, die 13 Jahre lang die Pfarrgemeinde Neubeuern und den Pfarrverband mit der Gemeinde Nußdorf begleitet hatte. Der Festgottesdienst bot den Rahmen, in dem Langer selbst an der Orgel mitwirkte und Kirchenchor sowie Orchester begleitete.

In seinem Dank hob Pfarrer Christoph Rudolph die einfühlsamen Bestrebungen hervor, mit denen „die Gundula“, wie sie im Ort genannt wurde, ihren Dienst versah. Sie sei verlässlich gewesen, immer freundlich helfend und mit den richtigen Worten bei oft emotionalen Belangen. Langer war nicht nur in Neubeuern, sondern im gesamten Pfarrverband tätig. Ihr Wirken war eingebunden in einen großen Familienverband mit Ehemann Stephan, derzeit Pfarrgemeinderatsvorsitzender, und den sieben Kindern, die alle als Ministranten mitwirkten. Menschen zusammenzubringen und einen gemeinsamen Weg zu beschreiten, sei ihre Berufung gewesen, ohne Zwang und ohne Gegenleistung zu erwarten.

Ihr Engagement war zugleich von großer musikalischer Begeisterung geprägt. Bei Messfeiern an der Orgel, wenn passend am Keyboard, mit der Gitarre oder notfalls nur mit rhythmischem Klatschen oder Klopfen sorgte sie dafür, dass „ein Ton dabei sein“ musste. Pia Hausner, Leiterin des Kirchenchors, fand in Gundula Langer eine musikalische Partnerin. Beim Gottesdienst zum Gnadensonntag in einigen Wochen wird der Chor noch einmal von Langer an der Orgel begleitet, bevor die endgültige Verabschiedung erfolgt.

Für den Pfarrgemeinderat dankte Elisabeth Purainer für eine bereichernde Zusammenarbeit, die Spuren und Freundschaften hinterlasse. Als Präses der Katholischen Arbeitnehmerbewegung hatte Langer nach dem Ausscheiden von Pfarrer Josef Reuder die Arbeit des Verbandes begleitet. Themen wie Gerechtigkeit in der Arbeitswelt, Gleichstellung von Mann und Frau und soziale Fragen prägten den Verein und wurden von ihr mitgetragen.

Auch die weltliche Gemeinde würdigte das langjährige Engagement. Zweiter Bürgermeister Wolfgang Sattelberger bedankte sich für die aufopfernde Zeit, die Langer der Gemeinde geschenkt habe. Bereits vor einigen Wochen war sie von der Marktgemeinde mit dem Bürgerbrief geehrt worden. „Weggehen mit dem Gefühl der immerwährenden inneren Verbundenheit fällt schwer“, sagte die Geehrte in ihren Schlussworten. Langer wohnt seit 26 Jahren in Neubeuern und wird dort bleiben.

Mit einem Sabbatjahr, das der Ruhe und neuen Kraftquellen dienen soll, erfüllt sich Langer nun einen lange gehegten Traum. Zusammen mit ihrem Mann will sie auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela unterwegs sein. „Sich auf den Lebensweg machen, der ein Ziel hat, dies hat mich begleitet“, erklärte sie. swt

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