Akrobatik, Tempo und viel Witz: Mit einer mitreißenden Showeinlage sorgten die Minister der Faschingsgesellschaft Neubeuern beim Krönungsball für Begeisterung.
Neubeuern – Unter dem Motto „Carneval in Rio – Neubeuern tanzt Samba“ eröffnete die Faschingsgesellschaft Neubeuern die Saison und zugleich das Jubiläumsjahr zum 125-jährigen Bestehen. Mit großem Helfer-Einsatz wurde die Beurer Halle in einen farbenfrohen Ballsaal verwandelt, in dem rund 700 Gäste die Krönung von Prinz Christoph I., „Herrscher über die Carnevalstraßen der Stocacabana“, und Prinzessin Lena I., „Glanzvolle Reiterin des Sambatakts“, feierten.
Präsident Sebastian Scherer eröffnete den Abend, das Komitee gab das Parkett frei, und die „Neubeurer Big Band“ brachte von Beginn an Schwung in den Saal. Einen ersten Glanzpunkt setzte das Kinderprinzenpaar mit seinem Walzer: Prinz Johannes III., al pi de la dandelo Montana, und Prinzessin Anna III., La chequita del sol de Pinswang. In den kommenden Wochen repräsentieren sie den Kinderfasching, verleihen Orden und zeigen, wie früh in Neubeuern Taktgefühl und Auftrittskultur gelebt werden.
Einmarsch des
neuen Hofstaats
Gespannt fieberten die Ballbesucher dem Einmarsch des neuen Hofstaats entgegen. Zuvor gab es eine humorvoll inszenierte „Recherchereise“: Präsident Scherer begab sich in einer Bühnenshow auf Spurensuche nach Brasilien, begegnete Papageien und Sambatänzerinnen, Pilgern, Fußballern und Trommlergruppen. Schließlich stellte der Aufmarsch von Gardemädchen und Ministern den Saal endgültig „auf Rio“.
Als sich das neue Herrscherpaar dem Narrenvolk präsentierte, steigerte sich der Applaus nochmals. Es folgten Gardemarsch, Prinzenwalzer und Showtanz – präzise, schnell und mit sichtbarer Trainingsarbeit. Das noch amtierende Prinzenpaar von 2024, Prinz Johannes II. und Prinzessin Rebecca I., übergab in herzlichen Worten die Insignien an die Nachfolger.
Bürgermeister Christoph Schneider überreichte symbolisch Schlüssel und Kasse der Gemeinde und übertrug dem neuen Prinzenpaar die Aufgabe, bis auf Weiteres das Geschick der Gemeinde zu lenken. Bei der Machtübergabe setzte er diesmal auf moderne Technik: „Keinen schweren Rathausschlüssel, sondern einen elektronischen Chip – so eingestellt, dass am Aschermittwoch alle Rathaustüren wieder „wie von selbst“ schließen. Sicher ist sicher.“
Auch der Hofstaat stellte sich dem Publikum vor: 15 Gardemädchen und die Minister lieferten spritzige Ansagen, Humor und Bühnenpräsenz.
Unter der Leitung von Gardehauptmann Alexandra Schmidt präsentierte die Garde einen mitreißenden Marsch; der gefühlvolle Prinzenwalzer wurde zum Höhepunkt des ersten Teils. In der Mitternachtsshow legten Prinzenpaar, Gardemädchen und Minister nochmals nach – mit Tempo, Temperament und viel Applaus.
Die Minister setzten dabei mit Akrobatik und starken Formationen einen zusätzlichen Höhepunkt. Traditionell durfte auch die höchste Auszeichnung nicht fehlen: der „Gamsgebirgsorden“ für verdiente Personen, Sponsoren und Helfer. Danach blieb die Tanzfläche bis in die frühen Morgenstunden voll: Mit der Band „Nebrasska“ feierte das Publikum „Samba die ganze Nacht“.
Grandioser
Start gelungen
Mit dem Krönungsball gelang der Faschingsgesellschaft Neubeuern ein grandioser Start ins Jubiläumsjahr. Die nächsten Fixpunkte stehen bereits fest: der Jubiläumsball am Samstag, 17. Januar, sowie als Saisonhöhepunkt der Faschingszug am Sonntag, 8. Februar, mit anschließendem Hofball in der Beurer Halle.
Dass das Motto passt, zeigt auch das Prinzenpaar abseits der Bühne: Christoph ist in Neubeuern als Vereinsmensch daheim – vom Fußball über Musikkapelle bis Burschenverein – und bringt Teamgeist und Rhythmusgefühl mit. Lena hat ihr Hobby zum Beruf gemacht: Als Bereiterin bildet sie Pferd und Reiter aus und ist in der Dressur bis zur schweren Klasse erfolgreich – Eleganz und Präzision, die auf dem Parkett genauso wirken wie im Viereck. Zusammen mit Hofstaat, Garde und Ministern verspricht das eine Saison mit viel Arbeit und noch mehr Lebensfreude.