Rohrdorf berichtet von seinen Anfängen

von Redaktion

Bombastischer Krönungsball in der Sporthalle

Rohrdorf – „Wenn man denkt es geht nicht mehr, dann kommen da die Rohrdorfer daher.“ Das trifft es am besten, was die Rohrdorfer Faschingsgesellschaft bei ihrem Krönungsball in der ausverkauften Sporthalle zum Besten gaben. Ein Höhepunkt jagte den nächsten: Steinzeitshow, Prinzenwalzer, Showgarde – alles vom Feinsten. Am Schluss brachte der Ministerrat die Frauenherzen zum Toben. Schon die Einführung in das diesjährige Faschingsmotto „Rohrdorf – Zurück in die Steinzeit“ sprengte alles, was man als Ballgeher erwartet hätte. Erzählt wurde die Urgeschichte der Rohrdorfer.

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Deren Wurzeln sozusagen. Ein lebensgroßes Mammut wurde auf die Bühne gezogen, ein Urzeitmensch klopfte Steine, machte Mehl daraus und kam auf die wegweisende Idee, damit seine Behausung zu verputzen. Die Erfindung des Zements sozusagen. Äpfel wurden gefunden und analysiert, dann mit der Holzkeule zerschlagen, dass die ganze Tanzfläche ein Obstgarten war. Der Obstanbau war geboren.

Dann fand man die Kommunikation. Man sprach miteinander in Lauten wie „Uh, Uh, Uh“, machte ein Freudenfest daraus, und siehe da, der Fasching war geboren. Tatsächlich etablierte sich das „Uh, Uh, Uh“ als Grundverständigung beim Krönungsball, je später der Abend wurde. Wer die Rohrdorfer nun als Steinzeitler verspotten möchte, dem sei gesagt: „Die bombastische Stimme des Geschichtenerzählers war KI-generiert“. Respekt! Den Übergang von der Geschichte zur Krönung schafften die zwei „Marschallinger“ Franz Steiner und Tobias Opperer. Die Krönung von Prinzessin Kathrin II., „Herrin über Stein und Flamme der Hollinger Höhen“ und Prinz Michael I., furchtloser Mammutjäger des Rohrdorfer Stammes“ stand an. Aus den Händen des Ersten Bürgermeisters Simon Hausstetter wurde ihnen der Schlüssel überreicht. Die Insignien der Macht erhielt das Prinzenpaar dann von ihren Vorgängern Maxima I und Florian II., verbunden mit einem kleinen Umtrunk. Bevor es zum obligatorischen Prinzenwalzer kam, wurde es kurz sentimental. Man dachte daran, dass der „Peter“ eigentlich vor einem Jahr mit der Prinzessin Kathrin zusammen gekrönt worden wäre. Den ersten Tanz widmete man daher dem Peter. Die Gardemädchen, unverändert zur Aufstellung von 2025, ließen es dann bei ihrem Tanz erst einmal richtig krachen. Mit Grazie, Schwung und imposanten Hebefiguren brillierte das Prinzenpaar bei ihrem Walzer. Die grandiosen Tanzbewegungen der Prinzessin begeisterte alle.

Während der Programmpausen zeigten die Ballgäste, dass auch sie zu tanzen verstehen. Das fiel umso leichter, als die beliebte Nebrasska-Band für den Krönungsball eine perfekte Wahl war. Stimmung garantiert. Richtig aufgedreht wurde dann beim Show-Programm der Garde und des Prinzenpaares. Zu Recht wäre das der Höhepunkt des Abends gewesen, wenn da nicht der zwölfköpfige Ministerrat (in Rohrdorf gibt es keinen Elferrat) wäre. Mit Urgewalt stampften sie mit viel rhythmischem Gefühl über die Bühne. Als sie dann noch ihren Oberkörper mit viel Raffinesse frei machten, flippten alle im Publikum aus. Absoluter Schlusspunkt: Handstand mit heruntergezogener Hose und den Kurzzeichen auf dem Hintern: „Wir lieben unsere Faschingsgesellschaft Rohrdorf“. Roland Schmidt