Vogtareuth – Um den Termin für einen Einspruch gegen den „Bauantrag zum Neubau einer Sende- und Empfangsstation auf dem Grundstück mit der Flurnummer 3237 der Gemarkung Vogtareuth“ nicht zu verpassen, hat sich der Gemeinderat am vergangenen Mittwoch zu einer Sondersitzung getroffen. Zur Sitzung waren auch elf Zuhörer gekommen.
Ein Teil der
Infrastruktur
Alle Räte waren sich im Klaren darüber, dass der Mobilfunk-Masten gebaut werden wird. Alle Aktionen dagegen würden den Zeitpunkt nur verschieben. „Für mich gehört Mobilfunk zur Infrastruktur“, erklärte Rudolf Leitmannstetter. Der Bürgermeister wies auch darauf hin, dass jedes Funkloch aufgrund der Bedeutung des Mobilfunks ein Sicherheitsrisiko darstelle, etwa bei Waldarbeiten.
Mit der Aufstellung eines Flächennutzungsplans, in dem Konzentrationszonen für Mobilfunk ausgewiesen werden, würde sich die Gemeinde nach Ansicht mehrerer Gemeinderäte keinen Gefallen tun. Das ganze Verfahren würde mit allen notwendigen Gutachten und juristischen Begleitkosten nach Einschätzung der Verwaltung 20.000 bis 30.000 Euro kosten. Der Gemeinderat sollte nicht so viel Geld ausgeben, das schließlich das Geld der Bürger sei, um dann möglicherweise Standorte vorgegeben zu bekommen, die im Sinne der Gemeinde noch ungünstiger wären als der derzeit geplante. Auch eine zeitliche Verschiebung des Baus rechtfertige diese Ausgaben nicht.
Die aktuelle Planung des Büros „Abel Mobilfunk“ sieht einen Standort im Staatsforst rund vier Kilometer südlich des Ortskerns von Vogtareuth vor. Dort soll an der Straße von Schneiderwies nach Kalkgrub auf dem Höhenrücken im Wald ein Stahlgittermast als Antennenträger gebaut werden. Dieser muss 50 Meter hoch sein, um den Wald zu überragen.
Aus Sicht der Gemeinde ist dieser Standort nicht der beste. Sie hätte den Masten gerne 200 bis 300 Meter tiefer im Wald gesehen, weiter entfernt von der nächsten Wohnbebauung.
Für die Aufstellung eines Flächennutzungsplans stimmte schließlich nur ein Gemeinderat. Die Aufstellung des Planes wurde damit mit 14 Stimmen – bei zwei abwesenden Gemeinderäten – abgelehnt.
Dem „Bauantrag zum Neubau einer Sende- und Empfangsstation auf dem Grundstück mit der Flurnummer 3237 der Gemarkung Vogtareuth“ erteilte der Gemeinderat anschließend sein Einvernehmen, dies allerdings nur mit knapper Mehrheit. Acht Räte sprachen sich dafür aus, sieben dagegen.
Der Masten hat eine lange Vorgeschichte. Die Standortsuche begann bereits im August 2021, als die Gemeinde von „Telefonica Deutschland“ aufgefordert wurde, Standortvorschläge zu machen. Dies lehnte der Gemeinderat im September 2021 ab.
Im November 2022 wurde von der Firma „Abel Mobilfunk“ ein Standort in Straßöd vorgeschlagen. Diesen lehnte die Gemeinde ebenfalls ab, nannte aber vier Alternativstandorte. Diese wurden geprüft und verworfen, da sie entweder technisch nicht geeignet waren oder keine Einigung mit den jeweiligen Grundstückseigentümern erzielt werden konnte. Daraufhin forderte die Gemeinde einen Standort im Staatsforst, der möglichst weit von der Bebauung entfernt sein sollte.
Langwierige Suche
ist zu Ende gegangen
Letztlich wählte „Abel Mobilfunk“ den jetzt beantragten Standort. Ein von der „IG Holzleiten“ vorgeschlagener Alternativstandort im Wald wurde wiederum von den Staatsforsten abgelehnt.
Die nächste reguläre Sitzung des Gemeinderats ist bereits am Dienstag, 20. Januar. In dieser Sitzung geht es unter anderem darum, welcher Raum den örtlichen Gruppierungen, die an der Kommunalwahl teilnehmen, zur Selbstdarstellung im Gemeindeblatt eingeräumt wird.