Obing – Mit einem umfangreichen Zahlenwerk und klaren Investitionszielen ist der Gemeinderat Obing in das neue Haushaltsjahr gestartet. In seiner ersten Sitzung des Jahres hat das Gremium den Haushaltsentwurf 2026 in erster Lesung behandelt. Bürgermeister Sepp Huber betonte zu Beginn, es handle sich um ein neues Jahr, in das die gleichen beziehungsweise fortführenden Aufgaben aus 2025 einfließen.
Finanzetat soll im Februar
beschlossen werden
Zentraler Punkt der Sitzung war der vom Kämmerer Christian Pis ausgearbeitete Haushaltsentwurf 2026. In den vergangenen Wochen hat Pis nach Angaben der Verwaltung sämtliche Bereiche von den Feuerwehren Obing und Albertaich über Schulwesen, Straßenbau und Bauhof bis hin zu weiteren kommunalen Aufgaben in den Entwurf eingearbeitet. Entgegen der bisherigen Praxis mit drei Lesungen des Haushalts schlägt der Kämmerer eine veränderte Vorgehensweise vor: Nach der Besprechung des Entwurfes ist der Gemeinderat Obing aufgerufen, etwaige Änderungen oder Ansatzbedürfnisse innerhalb von zwei Wochen an ihn zu melden. In der nächsten Sitzung im Februar soll dann die Beschlussfassung für den neuen Haushalt erfolgen.
Die aktuelle erste Entwurfsfassung sieht für das Jahr 2026 im Verwaltungshaushalt Einnahmen und Ausgaben von jeweils 11.827.300 Euro vor, im Vermögenshaushalt von jeweils 9.081.500 Euro. Damit ergibt sich für den Gesamthaushalt ein Volumen von jeweils 20.908.800 Euro in Einnahmen und Ausgaben. Für 2027 sind im Verwaltungshaushalt 12.077.200 Euro und im Vermögenshaushalt 5.001.400 Euro eingeplant, was eine Gesamtsumme von 17.078.600 Euro ergibt.
Auf Basis gesetzlicher Vorgaben und früherer Beschlüsse des Gemeinderates Obing liegen die Investitionsschwerpunkte nach Angaben der Verwaltung vor allem im Feuerwehrwesen, im Bereich Kindertagesstätten sowie im Breitbandausbau. Daneben enthält der Finanzplanentwurf zahlreiche weitere Mittelansätze für kommunale Aufgaben wie Straßenbau, Hochwasserschutz und Schulwesen. Noch nicht abschätzbar seien vor allem die tatsächliche Höhe der Kreisumlage, die zu leistenden Zuschüsse für den Betrieb der Kindertagesstätten sowie das endgültige Ergebnis der laufenden Endabrechnung 2025.
Angesichts steigender Folgekosten und möglicher Neuverschuldung sollen dem planmäßigen Schuldenabbau und der weitgehenden Vermeidung neuer Darlehensverpflichtungen besonderes Augenmerk gelten.
Im Vermögenshaushalt sind für 2026 Kredittilgungen in Höhe von 86.100 Euro und für 2027 weitere 32.300 Euro vorgesehen. Nach derzeitigem Stand wäre die Gemeinde Obing damit ab 2028 voraussichtlich schuldenfrei. Die Ausführungen zum ersten Entwurf des Finanzplans 2026 bis 2029 hat der Gemeinderat zur Kenntnis genommen und einstimmig beschlossen. Als „Motor“ der Investitionsfähigkeit der Gemeinde bezeichnet die Verwaltung den dem Vermögenshaushalt vorgeschalteten Verwaltungshaushalt, der ständig und konsequent auf Einsparungsmöglichkeiten und eine höhere Wirtschaftlichkeit zu prüfen sei. Im Fokus stehen dabei die Überprüfung der Fixkosten und gewohnter Ausgaben sowie die Senkung der Verbrauchs- und Unterhaltungskosten.
Umfang von knapp
21 Millionen Euro
Für die Haushaltssatzung 2026 in der ersten Entwurfsfassung ergibt sich auf Grundlage der aktuellen Planung und früherer Gemeinderatsbeschlüsse ein Gesamthaushalt von jeweils 20.908.800 Euro in Einnahmen und Ausgaben, analog zu den Summen des Finanzplans. Mit null Euro wird der Gesamtbetrag der Kredite zur Finanzierung von Ausgaben im Vermögenshaushalt beziffert, ebenfalls mit null Euro die Verpflichtungsermächtigungen. Der Hebesatz für die Gewerbesteuer ist mit 350 vom Hundert festgesetzt. Als Höchstbetrag für Kassenkredite werden 150.000 Euro angesetzt. Diese Summe werde laut Kämmerer Pis noch angehoben, was mit der Abrechnung und Auszahlung des Zuschusses für den Breitbandausbau begründet wird.
Im Vergleich zur Haushaltssatzung des vergangenen Jahres ändert sich das Haushaltsvolumen, Kreditaufnahmen sind zwar eingeplant, aber nach derzeitigem Stand nicht erforderlich; Verpflichtungsermächtigungen sind nicht vorgesehen. Der Fortgang der Angelegenheit, insbesondere mit Blick auf künftige Hebesätze, bleibt abzuwarten. Der Höchstbetrag der Kassenkredite bleibt unverändert. Auch die Ausführungen zur Haushaltssatzung 2026 hat das Gremium einstimmig mitgetragen.
Nach aktueller Prognose beträgt die Summe der Rücklagen zum Jahresende 2025 2.895.571 Euro. Für 2026 ist eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von 2.015.700 Euro vorgesehen. Die Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt soll 794.000 Euro betragen. Der neue Rücklagenstand Ende 2026 wird derzeit mit 879.871 Euro veranschlagt.