Vogtareuth – Der zwölfte Gildeball der Vogtareuther Faschingsgilde stieg am Freitagabend, 16. Januar, in der zur Festhalle umdekorierten Turnhalle. Die Vogtareuther Faschingsgilde präsentierte sich dabei einmal mehr als hervorragender Gastgeber. Auch wenn diese Saison offiziell inaktiv ist, denn heuer richtet Prutting die fünfte Saison aus.
Die Vogtareuther Hoheiten, Prinzessin Franziska I., schillernde Regentin über Tanz und Glanz aus dem Palast der heilenden Hände, und Florian I., Herrscher über Zahlen und Schnellstraßen aus dem Reich des wilden Nachtlebens, beobachteten das Treiben vom Sofa auf der Bühne aus, während die Gäste unten ihren Spaß hatten.
Wikinger, Hippies
und Vokuhilas
Schon allein die Outfits der Gäste zeugten von totaler Hingabe zum Verkleiden. Da gab es lebende Werbeträger für TicTac, eine Horde Wikinger war auszumachen, Hippies und Vokuhilas in buntem Trainingsgewand gaben sich ebenso ein Stelldichein wie bunte Fantasiewesen aus Unterwasserwelten, dem Tierreich und der Sagen.
Auch VIP-Prominenz wurde gesichtet: Scheichs samt Haremsgefolge, Caesar und Cleopatra und illustre Königinnen der Nacht.
Ruhiger Walzer, feurige
Salsa und flotter Discofox
Hofmarschall Peter Rottmoser und sein Kompagnon, zweiter Hofmarschall und Ehrenpräsident Christoph „Boffi“ Stadlhuber, mussten bei so viel Feierlaune das Publikum nicht lange auffordern, zu applaudieren. Auch ohne Üben klappte das „Vogtareuth – ein Applaus“, also einmal Klatschen, bestens, ebenso das „Vogtareuth – zwei Applaus“.
Die Outfits der Hofmarschalle – die beiden kleideten sich jeweils passend zu den Mottos der Gilden ein – hätten dabei mindestens drei „Vogtareuth – drei Applaus“ verdient. Gleich nach den Vogtareuther Dancing Teens hatte die Bad Aiblinger Faschingsgarde samt Hofstaat ihren Auftritt mit „Dance across the beats – Bad Aibling im American Jukebox Fever“. Dem eleganten Prinzenwalzer folgte großartige Akrobatik beim Showtanz im Cowboy-Outfit.
Das Bad Endorfer Prinzenpaar überzeugte erst mit einem Walzer, später mit Tango, Salsa und Discofox. Und die Endorfer Hurricanes sorgten mit Akrobatik und Tanz für Begeisterungsstürme – bunt, laut und kühn, ganz unter dem Motto „Hakuna Matata“. Für derlei Auftritte inklusive bis zu drei Mann hohen Pyramiden und Salti brauche es endlich eine höhere Saaldecke, unkten die Moderatoren. Die Neubeurer Faschingsgilde trumpfte nicht minder auf mit Farbenpracht der Kostüme, Trommeln und wunderbar einstudierten Showacts beim „Carneval in Rio – Neubeuern tanzt Samba“.
Mit der Aschauer Faschingsgilde reiste das Publikum nach New York, der glitzernde Showteil ihrer beiden Hoheiten und der Gardemädchen sorgte für begeisterte Pfiffe. „Eine singende Prinzessin gab es noch nie“, stellte Hofmarschall Rottmoser fest.
Die Prienarria würdigte in glitzernden Outfits und schillernden Tänzen den „Rocket Man“, und bei der Rosenheimer Faschingsgilde steht heuer alles im Zeichen der „Liebe – Fasching, der von Herzen kommt“. Die perfekt einstudierte Garde und das anmutig tanzende Prinzenpaar waren zum Dahinschmelzen.
Das Motto „Liebe“ lebt auch die Pruttinger Faschingsgilde aus, allerdings stilecht in Kostümen der 70er-Jahre und auf der Bühne herumkurvendem Moped und „Peace, Love and Rock ’n’ Roll“.
Der Showteil von Garde und Prinzenpaar ließ die Stimmung beinahe kochen. Mit dem Auftritt der Rohrdorfer Faschingsgarde endete schließlich weit nach Mitternacht der Showteil: Unter dem Motto „Jäger und Sammler – zurück in die Steinzeit“ zeigten Garde und Prinzenpaar kriegerisch-anmutende Tänze, rassig und edel, die der Rohrdorfer Ministerrat mit seiner akrobatisch anmutenden, mit Hip-Hop-Elementen durchsetzten und witzigen Showeinlage toppte.
Gute Stimmung bis
in die Morgenstunden
Was für ein Abend – viel Körperspannung bei den Showtänzern (Chapeau!), viel Leidenschaft und viel Engagement (auch hinter den Kulissen) – beim Vogtareuther Gildeball jagte ein Höhepunkt den nächsten: Aber auch Tränen rollten, denn Hofmarschall Boffi will sich nach 20 Jahren Hofmarschall-Dasein aufs Altenteil zurückziehen, will künftig nur noch im Elferrat wirken. Da reichte beinahe das „Vogtareuth – zwei Applaus“ als Dankeschön nicht aus.
Das Publikum bekam auch genügend Zeit, selbst das Tanzbein zu schwingen. Die Anzwies Muse sorgte mit flotten und bekannten Melodien dafür, dass nur die wenigsten Gäste des Gildeballs sitzenblieben. Und für durstige Kehlen und Tanzmuffel versprach die Bar im Keller eine kleine Auszeit. Apropos Auszeit: Auch wenn der offizielle Showteil mit allen Garden weit nach Mitternacht zu Ende ging, die gute Stimmung und Feierlaune hielt bis in die frühen Morgenstunden.
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