Alex Stieglitz ist der neue Jugendbeauftragte

von Redaktion

Alexander Stieglitz ist der neue Jugendbeauftragte der Gemeinde Stephanskirchen. Lange war der Posten nicht besetzt, nun will sich der 31-Jährige für die Jugendlichen und deren Bedürfnisse einsetzen – und hat bereits Pläne.

Stephanskirchen – Knapp drei Jahre hat die Gemeinde Stephanskirchen nach dem Wegzug von Marinus Jaroschinski einen Nachfolger für das Amt des Jugendbeauftragten gesucht. Wenige Monate vor der Kommunalwahl am 8. März 2026 trafen doch gleich zwei Bewerbungen bei der Verwaltung ein. In der vorletzten Sitzung des Gemeinderates im Jahr 2025 stellten sich beide Kandidaten dem Gremium vor, das sich daraufhin deutlich für einen der beiden aussprach.

Klares Ergebnis
bei der Abstimmung

Beworben hatten sich Alexander Stieglitz (31) und Raphael Unterreiner (17). Nachdem die beiden jungen Männer etwas über sich und ihre Motivation für das Ehrenamt berichtet hatten, stellten sie sich den Fragen des Gremiums. Dabei zeigte sich deutlich, dass es den Gemeinderatsmitgliedern wichtig war, einen Jugendbeauftragten zu wählen, der das Amt langfristig ausüben möchte. Stieglitz setzte sich mit 17:4 Stimmen gegen seinen Konkurrenten durch.

Der 31-jährige Stephanskirchener ist bereits bei vielen Jugendlichen in der Gemeinde bekannt. Seit über einem Jahr unterstützt Alex, wie ihn die Teenager nennen, als Übungsleiter die Sozialpädagogen im Jugendtreff „Box“ in Waldering. Seitdem die bei der Diakonie fest angestellte Fachkraft krankheitsbedingt ausgefallen und die Stelle ausgeschrieben ist, sperrt Stieglitz den Jugendtreff einmal die Woche auf.

Hauptberuflich arbeitet Stieglitz als Einzelhandelskaufmann im FC-Bayern- Fan-Shop. Seinen freien Tag widmet er den Stephanskirchener Jugendlichen. Bislang nur den Kids, die den Jugendtreff besuchen. In Zukunft will er sich für alle Jugendlichen in der Gemeinde starkmachen. „Ich möchte die Bedürfnisse herausfinden und ein Ansprechpartner sein“, sagt Stieglitz.

Bereits in der Vergangenheit hat er sich bei der Sicherheitswacht in Rosenheim ehrenamtlich engagiert. Dort sei er „auf Streife“ mit vielen Menschen in Kontakt gekommen. Und habe als „verlängerter Arm der Polizei“ gelernt, mit schwierigen Situationen umzugehen. Mit Jugendlichen habe er dabei nicht so viel zu tun gehabt. Den ersten Kontakt mit Jugendarbeit habe er vor etwa vier Jahren als sogenannter Quali-Pate beim inzwischen aufgelösten Verein Pro Arbeit Rosenheim gemacht. „Ein Jahr lang habe ich dabei einen Schüler begleitet und bei Schularbeiten unterstützt.“

Weil Stieglitz mit seinem Patenschüler „auf einer Wellenlänge“ war und die Zusammenarbeit gut funktioniert hat, reifte in ihm der Wunsch, tiefer in die Jugendarbeit einzusteigen. Denn als Quali-Pate habe er sich nur auf einen Jugendlichen konzentriert. Als er das Gesuch nach Unterstützung für den Jugendtreff im Stephanskirchener Gemeindekurier las, wusste er sofort, dass es das Richtige für ihn sei. „Als Jugendbeauftragter ist der Rahmen noch größer. Eine neue Herausforderung“, so der 31-Jährige.

Da die aktuelle Wahlperiode bald endet, plant Stieglitz, sich zur Wiederwahl aufzustellen. Denn er hat einige Pläne. Sollte er in seinem Amt bestätigt werden, möchte er die nächsten sechs Jahre dafür nutzen, sich besser zu vernetzen. „Als Erstes müssen die Jugendlichen aber wissen, dass die Stelle wieder besetzt ist“, erklärt er. Geplant sei daher demnächst eine Sitzung der Jugendleiter der Stephanskirchener Vereine. „Zum einen, damit wir uns kennenlernen. Zum anderen, um herauszufinden, wo Bedarf an Unterstützung für die Jugendarbeit ist.“

Doch nicht alle Jugendlichen sind in Vereinen: „Manche können sich den Jahresbeitrag für den Verein oder die neuen Fußballschuhe nicht leisten“, erklärt Stieglitz. Diesbezüglich sei er in Kontakt mit der Gemeinde, die dafür ein Budget bereithält. Andere wiederum wollen einfach nicht in einen Verein eintreten. Ein erstes Projekt, bei dem Stephanskirchener Jugendliche mit Stieglitz als Jugendbeauftragtem in Kontakt treten können, soll die U18-Wahl werden. Im mehrwöchigen Wahlzeitraum vom 6. bis 26. Februar 2026 will auch Stephanskirchen seinen U18-Jährigen den Gang zur Wahlurne ermöglichen.

Durch seine Tätigkeit in der „Box“ kennt Stieglitz bereits die Bedürfnisse der Teenager dort. Aber auch am benachbarten Fun Park habe sich Stieglitz bei einigen Jugendlichen bereits vorgestellt. Die neue Flüchtlingsunterkunft in der Hofmühlstraße will Stieglitz besuchen, um zu sehen, ob er die Jugendlichen dort unterstützen kann. Langfristig sei auch eine Vernetzung mit den Schulsozialarbeitern der Otfried-Preußler-Schule geplant.

Jugendtreff „Box“ soll
wieder schöner werden

Was Stieglitz aber bereits in der kurzen Zeit als Jugendbeauftragter habe feststellen können, sei, dass Beschäftigungsmöglichkeiten in der Gemeinde ein großes Thema für viele Jugendlichen sind. Herumlungernde und lärmende Jugendliche hätten etwa hinter dem Rathaus für Unmut bei Anwohnern gesorgt. Genau diese Jugendlichen, die dort oder an anderen Orten in der Gemeinde „abhängen“, wolle Stieglitz aufsuchen und mit ihnen ins Gespräch kommen. „Den Jugendlichen ist es wichtig, einen Treffpunkt zu haben.“

Wenn auch derzeit eingeschränkt, sei der Raum mit der „Box“ vorhanden. Allerdings sei ein Großteil der Spielgeräte wie Dartpfeile oder Spielkonsole momentan nicht zugänglich oder nicht mehr vorhanden. „Die Gemeinde hat mir die Beschaffung eines neuen Spielgeräts zugesagt“, freut sich der Jugendbeauftragte. Ob es ein Kicker, Billardtisch oder Multifunktionstisch sein wird, werde derzeit gemeinsam mit der Diakonie geklärt. „Ganz wichtig ist mir dabei aber, die Jugendlichen mit ins Boot zu holen.“ Auch neue Terrassenmöbel für den Jugendtreff sowie neue Angebote für Jugendliche für das Ferienprogramm stehen – im Fall einer Wiederwahl – auf Stieglitz‘ To-do-Liste.

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