Schonstett/Vogtareuth – Es muss ein schrecklicher Anblick gewesen sein für die Einsatzkräfte am vergangenen Montagvormittag kurz vor 10 Uhr auf der Kreisstraße RO35 zwischen Schonstett und Evenhausen. Wohl nach einem missglückten Überholvorgang prallte ein 38-Jähriger aus Vogtareuth frontal in einen entgegenkommenden Lkw und starb dabei (wir berichteten). Es war der erste tödliche Unfall in diesem Jahr für die Region und somit auch für die rund 70 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Schonstett, Evenhausen, Amerang, Halfing und Wasserburg kein Routineeinsatz.
„Wir hatten eine Einsatznachbesprechung“, erzählt Schonstetts Kommandant Wolfgang Niedermeier auf Anfrage. Zusätzlich hätten sich die Schonstetter Kameraden am Montagabend noch einmal intern getroffen. Psychosoziale Notfallseelsorge, ein zusätzliches Angebot, das von der Kreisbrandinspektion gestellt wird, sei zwar aktuell noch nicht angefordert, aber: „Wir werden schauen, ob das gebraucht wird.“
Wie die Polizei mitteilt, hätten die beiden betroffenen Fahrzeuge vor Ort sofort Feuer gefangen, der Pkw brannte dabei völlig aus. „Am meisten betroffen sind deshalb die, die den Brand gelöscht haben“, berichtet Niedermeier. Bei weniger zeitkritischen Tätigkeiten werde in solchen Einsätzen auch darauf geachtet, die Kräfte nach vorne zu schicken, die sich dies zutrauen, so Niedermeier.
Knapp fünfeinhalb Stunden war die Schonstetter Wehr im Einsatz. Hauptaufgabe sei dabei das Ablöschen des brennenden Pkws gewesen. Der 38-Jährige verstarb noch am Unfallort. Der Fahrer des Lkw, ein 31-Jähriger aus Rosenheim, konnte von Ersthelfern aus seinem Lkw befreit werden und wurde mit mittelschweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.
Zur genauen Klärung des Unfallhergangs wurde in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Traunstein ein Gutachter herangezogen. Die Kreisstraße war bis circa 16.30 Uhr gesperrt.
Sophia Huber