Kneipp-Vergnügen auch im Winter

von Redaktion

Frisch renoviert und wintertauglich lädt das Kneippbecken am Moorbad Aschau dank neuer Gestaltung ganzjährig zum Wassertreten ein. Der Kneippverein weihte die Anlage bei strahlendem Sonnenschein ein und demonstrierte die Aktualität der Kneipp’schen Gesundheitslehre.

Aschau – Unter dem Motto „Wir.sinn.cool“ wirbt der Aschauer Kneipp-Verein für die Kneipp’schen Elemente „Wasser – Bewegung – Ernährung – Wildpflanzen – Balance.“ Diese entsprechen dem Zeitgeist und tun, wie zahlreiche Studien belegen, Körper, Geist und Seele gut. Da traf es sich gut, dass die Kneippanlage am Moorbad neu gestaltet wurde. Bei der ersten Winterstammkneip(p)e nahmen die Mitglieder des Kneippvereins die neue Anlage nicht nur in Augenschein, sondern weihten diese gleich mit Wassertreten ein.

Kneipp-Anlage ist
jetzt komfortabler

Bislang wurde die Anlage am Moorbad und nahe dem Café Pauli sehr wohl beachtet, aber nur von wirklichen Kneipp-Freunden genutzt. Der Einstieg war mühsam, auch fehlten Sitzgelegenheiten, um sich niederzulassen, die Schuhe entspannt auszuziehen und nach dem Wassertreten erfrischt innezuhalten. Auch die Aussicht ins weite Priental und die Berge konnte man nur beim Wassertreten selbst bewundern.

Das hat sich nun dank der Initiative des Kneippvereins geändert. Die Anlage am Moorbad ähnelt der kürzlich umgebauten Kneippanlage am Hammerbach, ist mit großen, flachen Steinen terrassenförmig nach Norden bewehrt, sodass man unbeschwert den Ausblick nach Süden genießen kann. Man kann, nein, man muss den Initiatoren für diese Maßnahme danken: Dem Kneippverein, der für die Aufwertung warb und um Spenden bat. Alois Juraschek, ehemaliger Kreisbaumeister des Landkreises Rosenheim und ehemaliger Lehrbeauftragter an der TH Rosenheim, der die „neue“ Anlage entwarf.

Die Aussicht ist phänomenal. Die Sonne und die zahlreichen wassertretenden Kneippvereinsmitglieder strahlten um die Wette. Und so ließ es sich auch die OVB-Reporterin nicht nehmen, beherzt im Storchenschritt durchs Kneippbecken zu schreiten. Ihre Erfahrung: Spätestens bei der Rückrunde spürte man dann die Eiseskälte des Wassers. Doch schon beim Ausstieg über die Steine fühlte man ein gewisses Kribbeln in den Füßen. Dann das Wasser mit den Händen von den Beinen abstreifen, ein bisschen Fußgymnastik und dann wieder Strümpfe und Schuhe anziehen. Dann noch schnell auf den Barfußpfad und die unterschiedlichsten Untergründe spüren. Herrlich, ein großartiges Gefühl!

Dieses gute Gefühl wird auf der Kneipp-Webseite genauer erklärt: Durch den Kältereiz an Füßen und Beinen ziehen sich die Kapillaren, das sind hauchdünne Blutgefäße, zusammen. Diese Kontraktion fördert den Blutfluss und damit die Durchblutung – mit vielen positiven Auswirkungen. So werden beispielsweise der Kreislauf angeregt, der Stoffwechsel auf Trab gebracht und die Venen gestärkt. Am liebsten wäre man an diesem schönen Ort samt der grandiosen Aussicht für sich allein. Aber auch in geselliger Runde ist es ein wunderbarer Moment.

Kneippanlage in Sachrang
soll aufgewertet werden

Der Kneippverein Aschau feiert im Mai sein 45-jähriges Bestehen. Das ist nicht nur Anlass zum Feiern. Noch wichtiger ist dem Verein, auch die Kneippanlage am Aschacher Mühlbach in Sachrang aufzuwerten. Dafür gilt es erst einmal wieder, Sponsoren zu finden. Doch Dr. Dr. Klaus Piwernetz, der Vorsitzende des Kneipp-Vereins, ist zuversichtlich. Wenn selbst Esther Jennings, die Geschäftsführerin der Euregio-Inntal, zum Ankneippen am Moorbad vorbeischaue, dann sage das doch schon viel aus. „Wir.Sinn.Cool“ – das Motto fängt. Eine Begeisterte mehr für das Kneipp-Prinzip hat der Kneipp-Verein jedenfalls schon an diesem Nachmittag gefunden. Man wird die OVB-Reporterin ab sofort öfters beim Kneippen in Aschau treffen.   

Kneipp’sche Philosophie

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