Flintsbach – Die Feuerwehr Flintsbach hat bei ihrer Jahreshauptversammlung ein eindrucksvolles Bild eines arbeitsreichen, engagierten und zugleich zukunftsorientierten Jahres 2025 gezeichnet. Was die Zahlen belegen, ist vor allem Ausdruck eines starken Ehrenamts: 57 aktive Feuerwehrleute leisteten im vergangenen Jahr insgesamt 5.523 Stunden – unentgeltlich und in ihrer Freizeit. Davon entfielen 511 Stunden auf Einsätze und Sicherheitswachen, 1.707 Stunden auf den regulären Übungsdienst. Hinzu kamen zahlreiche weitere Tätigkeiten in Ausbildung, Organisation und Vereinsleben. Insgesamt summierten sich die Leistungen aller Feuerwehrangehörigen – Aktive, Jugendliche und Kinder – auf rund 10.000 ehrenamtliche Stunden. Für eine Gemeinde mit rund 3.200 Einwohnern ist das eine beachtliche Leistung.
Sechs Brände und 21
technische Hilfeleistungen
Gefordert war die Feuerwehr bei sechs Brandeinsätzen, 21 Einsätzen der Technischen Hilfeleistung sowie 16 Sicherheitswachen. Ergänzt wurde der Einsatzalltag durch 46 Übungen. Auch die kontinuierliche Ausbildung kam nicht zu kurz: Das Leistungsabzeichen „Die Gruppe im Löscheinsatz“ wurde im Jahr 2025 gleich zwölf Mal in den Stufen eins bis fünf abgelegt.
Besonderen Stellenwert hatte eine breit angelegte und moderne Aus- und Fortbildung. Die Lehrgänge reichten von klassischer Brandbekämpfung über technische Hilfeleistung bis hin zu Führungsaufgaben und Organisationskompetenzen. Schwerpunkte lagen auf Einsatzsicherheit, Atemschutz, Fahrzeugkunde und realitätsnahen Brandübungen. Auch neue Herausforderungen wurden aufgegriffen: Schulungen zur E-Mobilität vermittelten das nötige Wissen für Einsätze mit Elektrofahrzeugen. Ergänzt wurde das Angebot durch Fortbildungen für Maschinisten, Gerätewarte, Motorsägenführer sowie durch gemeinsame Schulungen mit Rettungs- und Sanitätsdiensten.
Neben dem Einsatzdienst war auch das Vereinsleben von großer Geschlossenheit geprägt. Gemeinschaftliche Aktionen wie der Verkaufsstand beim Faschingszug, getragen von Aktiven, Passiven und Jugendfeuerwehr, zeigten den starken Zusammenhalt. Das Feuerwehrfest im Gerätehaus entwickelte sich erneut zu einem Publikumsmagneten. Investitionen aus der Vereinskasse in neue Einsatzjacken und einen modernen Anhänger mit Stromerzeuger und Lichtmast verbesserten zudem spürbar die Sicherheit und Einsatzbereitschaft der Mannschaft.
Ein tragender Pfeiler bleibt die Nachwuchsarbeit. In der Kinderfeuerwehr engagieren sich derzeit 27 Kinder. Spielerisch, aber inhaltlich fundiert lernten sie Themen wie Gerätekunde, Erste Hilfe, den Umgang mit Feuer und Rauch kennen. Ausflüge, Experimente und gemeinsame Aktionen stärkten dabei Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein. Die Jugendfeuerwehr verzeichnete mit 32 Jugendlichen ebenfalls einen Zuwachs. Rund 3.300 Dienststunden, zahlreiche Übungen, Leistungsprüfungen und Wettbewerbe auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene belegen die Motivation des Nachwuchses.
Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn. Ein zentraler Meilenstein für die Zukunft der Feuerwehren Flintsbach und Fischbach ist der geplante Neubau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses. Beide Feuerwehrhäuser entsprechen nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben und müssten mit erheblichem Aufwand ertüchtigt werden, um den aktuellen Anforderungen zumindest teilweise gerecht zu werden – für die stetig wachsenden und zunehmend anspruchsvolleren Aufgaben und nach den geltenden Unfallverhütungsvorschriften wären sie jedoch nicht zukunftsfähig.
Gemeinde hat
Grundstück gekauft
Nach jahrelangen Vorarbeiten, intensiven Abstimmungen und der Feststellung des Handlungsbedarfs bereits im Jahr 2020 konnte Ende 2025 der Kauf eines geeigneten Grundstücks durch die Gemeinde notariell abgeschlossen werden. Das Areal gegenüber dem LHO Lagerhaus Flintsbach ist ausschließlich für Blaulichtorganisationen vorgesehen.
In enger Zusammenarbeit beider Feuerwehren werden nun Fahrzeugkonzepte, Raumprogramme und feuerwehrseitige Anforderungen abgestimmt. Das weitere Vorgehen wird wohl erst nach der Kommunalwahl mit der Gemeinde abgestimmt. Ein Vor-Ort-Termin mit der Kommunalen Unfallversicherung Anfang 2026 soll als nächsten Schritt den Verzicht auf die kostenintensiven Umbauten der bestehenden Gebäude erreichen und einen Fokus auf das neue Gebäude ermöglich – auch finanziell.