„Überflüssig“, die Räte kennen sich aus

von Redaktion

Eggstätt: Einstieg in die kommunale Wärmeplanung

Eggstätt Bauamtsleiterin Regina Maier stellte in der jüngsten Ratssitzung der Gemeinde Eggstätt verschiedene Angebote für die kommunale Wärmeplanung vor. Auch wenn sich das Gremium schnell einig war, welcher Anbieter den Zuschlag erhalten sollte, stellte das Gremium aber auch einhellig fest, dass eine solche Planung überflüssig sei. Man wisse doch schon jetzt, auch aufgrund der Besiedelungsstruktur, welche Gebiete sich für eine zentrale Wärmeversorgung eignen.

Gemeinden wichtig
für Klimaneutralität

Im Vorausgang hatte Maier erläutert, was es mit der kommunalen Wärmeplanung auf sich hat. Bis 2040 soll Bayern klimaneutral sein. Für das Ziel der Staatsregierung spielen die Städte und Gemeinden eine entscheidende Rolle. Die rechtliche Grundlage für die kommunale Wärmeplanung in Bayern ist das Gesetz für Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (WPG) vom 1. Januar 2024.

Zuerst müsse also geprüft werden, welche Teilgebiete sich im Gemeindegebiet für eine zentrale Wärmeversorgung eignen. Eine solche Planung umfasse dabei mehrere Arbeitsschritte, für die eine Laufzeit von neun Monaten bis zu einem Jahr geplant ist:

Bestandsanalyse inklusive Eignungsprüfung (wie hoch ist der Bedarf von Industrie und öffentlichen Liegenschaften), Potenzialanalyse (wie Geothermie oder Abwärme aus der Industrie), Zielszenario, voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete und Umsetzungsstrategie. Das Planungsbüro Institut für nachhaltige Energieversorgung GmbH (INEV) habe den besten Preis für den Einstieg in die Kommunale Wärmeplanung mit knapp 27590 Euro brutto geboten.

Das Büro habe auch schon ähnliche Projekte bei anderen Gemeinden wie beispielsweise Bad Feilnbach, das eine ähnliche Struktur wie Eggstätt aufweist, begleitet, erwähnte Maier noch. Stefan Meier (FBE) meinte, dass man nicht alles überplanen müsse. Das könne man als Gemeinde doch selbst entscheiden.

Bauamtsleiterin Maier wies darauf hin, dass ein Planungsbüro diese Planung übernehmen müsse. Auch wenn für eine kommunale Wärmeplanung nur der Hauptkernort mit der Firma Knott und das Zentrum mit Rathaus, Schule und Hartseehalle sowie das Gewerbegebiet Natzing infrage kämen. Der Rest werde ausgeklammert.

Die Mehrzweckhalle habe eine Überplanung nötig, erinnerte Bürgermeister Christoph Kraus (FBE). Man habe schon in der Vergangenheit mehrere Planungen im Umgriff Rathaus für eine zentrale Wärmeversorgung gestartet. Im Zusammenhang mit der Mehrzweckhalle könnte eventuell auch das neue Bundesprogramm Sanierung kommunaler Sportstätten (SKS) greifen.

Gerhard Eder (ÜWG) meinte, dass das Projekt kommunale Wärmeplanung an sich gut und schön sei, aber man wisse doch schon jetzt, wo eine Nahwärmezentrale Sinn mache und wo nicht. Dennoch müsse man selbst für ein solches Kurzgutachten viel Geld in die Hand nehmen. Das sei „fast eine Frechheit.“ Helmut Hundhammer (CSU) meinte, dass es eine zielgerechtere Umsetzung brauche. Bürgermeister Kraus beendete die Debatte.

Alte Konzepte in neue
Planung aufnehmen

Er schlug vor, beim INEV Planungsbüro nachzufragen, ob und wie man diese alten Konzepte bezüglich Umgriff sowie eine mögliche SKS-Förderung in die neue Planung miteinfließen lassen könne. Die Gemeinderäte begrüßten diesen Vorschlag. Der eigentliche Beschlussvorschlag, die Planungsleistung für den Einstieg in die kommunale Wärmeplanung zu vergeben, wurde zurückgestellt und soll in einer der kommenden Sitzungen beraten werden.elk

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