Das Rosenheimer Prinzenpaar brachte die Liebe zum Rohrdorfer Fasching.
Rohrdorf – „In Rohrdorf sind die Kinder los.“ Damit punktete die Faschingsgesellschaft gleich zu Beginn des Gildeballs. Der Grund: Seit 32 Jahren stellten sie endlich wieder eine Kindergarde mitsamt bezauberndem Kinderprinzenpaar auf die Beine. Das kam bei den Faschingsnarren in der prall gefüllten Turner Hölzl-Halle gut an. Gerne ließen sie sich mit dem Titel „Let’s get the Party started“ anheizen.
Von der Steinzeit
nach Brasilien
Die großen Vorbilder, die Faschingsgarde mit dem Prinzenpaar Kathrin und Michael und dem Ministerrat, hatten dann ein einfaches Spiel, mit ihrem Motto „Jäger und Sammler – Rohrdorf zurück in der Steinzeit“ den Festsaal auf Gauditemperatur zu bringen. Ideale Bedingungen für die erste Gildenaufführung.
Der Nachbarort Neubeuern übernahm diese ehrenvolle Aufgabe und entführte das Publikum im Handstreich von der Steinzeit nach Brasilien zum Karneval in Rio. Heiße Klänge zu noch heißeren Tänzen.
Moderne Roboter
und wilde 70er
Völlig in die Moderne ging es sodann mit der Stadtgarde Wasserburg und ihrem Showprogramm „RoboteRmotion“. Alte, rostige Roboter waren dabei auf dem Weg, Emotionen zu entdecken und mit ihnen Verrücktes anzustellen. Kurzum: Aus traurigen Robotern wurde moderne Power pur.
Nun war das Publikum an der Reihe zu beweisen, dass auch sie zu tanzen verstehen. Den Takt gab die „weltbeste“ Musik, die Nebrasska Band, an, nachdem sie sich schon beim Krönungsball als eine perfekte Wahl erwies.
„The ELTON Experience.“ Damit stieg die Faschingsgilde Prienarria in den zweiten Showblock des Gildeballs ein. Die Stimmung im Saal stieg in dem Maße, wie die Hebefiguren spektakulärer wurden. Blanke Lebensfreude, eine Show zum Staunen und Bejubeln.
Die Faschingsgilde Prutting wollte dem nicht nachstehen und setzte auf ihre hippe Gilde mit Prinzenpaar. Deren Motto „Peace, Love und Rock ’n’ Roll“ verwandelte die Bühne in die Zeit der wilden 70er-Jahre. Ihr Einfallsreichtum und ihr Spaß am zügellosen Leben verzauberten die Bühne, gepaart mit viel Bein, perfekter Choreografie und der Tanzfreude der Akteure. Das Prinzenpaar konnte es nicht lassen und gab sich selbst zur Belohnung einen langen Kuss. Die Ballbesucher belohnten dies mit lang anhaltendem „Handgeklapper“.
Und schon wieder hatten die Faschingsnarren Gelegenheit, selbst das Tanzbein zu schwingen, ehe der dritte Showblock die ganze Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zog.
Mit der Faschingsgilde Aschau ging es in das Nachtleben von New York. Das atemberaubende Temperament der Gilde eroberte nicht nur den Broadway, sondern die Herzen der Zuschauer.
Da könnte man meinen, die nächste Gilde hätte eine kaum zu bewältigende Aufgabe, mit den Vorgängern gleichzuziehen. Weit gefehlt. Mit einem ganz anderen, aber allzu vertrauten Narrenthema „Liebe“ entführte die Gilde Rosenheim mit Tanzgefühl und unbändiger Lebensfreude in die enthemmte Welt des Faschings.
„Hakuna Matata“, das Narrenmotto der Faschingsgilde Bad Endorf, bedeutet wörtlich „es gibt keine Probleme, keine Sorgen“ und steht für das Genießen des Lebens. Genauso kam auch die Showeinlage der Gilde herüber. Natürlich extrem athletisch, wie man es von den Endorfern kennt. Bei den atemberaubenden Flugeinlagen schien sogar die Turnhallendecke gefährlich nah. Spektakulär.
Großes Finale
der Gastgeber
Die Mitternachtsshow stand natürlich den Gastgebern zu, und diese ließen sich nicht lumpen. Die Rohrdorfer holten alles aus sich heraus und ließen ihre Gilde mit Prinzenpaar und Ministerrat so richtig austoben. „Rohrdorf zurück in der Steinzeit“ – mit Urgewalt vergangener Zeiten und tänzerischem Können der Gegenwart.
Da hielt es keinen Faschingsnarren mehr auf dem Stuhl. Tosendes „Handgeklapper“ war der Dank für die imposante Leistung aller Akteure. Ein toller Abend, der in Erinnerung bleiben wird und mit dem letzten Gildeauftritt noch lange kein Ende fand. Birgit, die Partnerin des Rohrdorfer Prinzen, hatte übrigens während dessen Auftritts ihren Geburtstag. Das feierte der Saal kurzerhand mit einem Ständchen aus 1.100 Kehlen.