Kiefersfelden – Der Gemeinderat befasste sich in seiner vergangenen Sitzung mit einem Antrag von Hermann Moderegger, den dieser in der Bürgerversammlung am 27. November vergangenen Jahres gestellt hatte. Darin forderte er die Gemeinde auf, die „Gemeindewerke mit der Erstellung eines gestuften Nutzungsplans für die gemeindliche Gasversorgung“ zu beauftragen.
Zu Begründung führte er die „Ausgangslage“ bei den Gasanschlüssen der Kieferer Nutzer an, die „wegen der bekannten energiepolitischen Entscheidungen“ inzwischen sinken.
Denn „viele Haushalte und Gewerbebetriebe stellen zunehmend um auf Wärmepumpe oder Heizung mit Holz“, so seine Begründung. Das führt seiner Meinung nach „mittelfristig dazu, dass die vorhandene Infrastruktur der gemeindlichen Gasversorgung für immer weniger Nutzer bereitgestellt wird“. Und „das wird sich in den Preisen für die Kunden niederschlagen“, so seine Prognose.
Daher fordert er von der Gemeinde unter anderem eine „Planung für die Bereitstellung von Gas mit gesetzlich gefordertem Anteil erneuerbarer Energie“ sowie „gesicherte alternative Versorgungskonzepte“ und auch eine „Prognose zur Entwicklung der Preise für die Bezieher von Gas“.
Damit eröffnete er im Gremium eine kurze fachliche Diskussion mit dem Tenor, „dass der Antrag eigentlich zu früh gestellt ist“, so Bürgermeister Hajo Gruber (UW), „da zunächst einmal von der Bundesregierung in dieser Hinsicht nationales Recht geschaffen werden muss. Solche Entscheidungen müssen auf Tatsachen basieren und eine klare Aussage ist daher noch nicht möglich“. Eine Entscheidung bereits jetzt, vor einer gesetzlichen Regelung „käme einer Gleichung mit mehreren Unbekannten wie Gaspreis, Nutzer, Versorger und Energieträger (regenerativ) gleich“, so der Rathauschef.
Und bevor dann die Entscheidungen getroffen werden können, stellte der Gemeinderat die Aufrechterhaltung des aktuellen Energienetzes in den Vordergrund. So wurde der Antrag des Kieferer Bürgers bei nur zwei „Ja-Stimmen“ mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. hko