Amerang – Ein weiterer bedeutender Schritt in der Ortsentwicklung von Amerang ist getan: Nach intensiven Beratungen hat der Ameranger Gemeinderat den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für den Photovoltaik-Park Asham beschlossen. Mit 12:4 Stimmen und damit einer deutlichen Mehrheit fiel der Satzungsbeschluss, trotz der Gegenstimmen aus den Reihen der CSU. Damit ist der Weg frei für die Planung eines Projekts zur Energiewende vor Ort geebnet.
Sondersitzungen
und Informationsabende
Die Entscheidung war dem Gremium nicht leicht gefallen.
In den vergangenen Jahren hatten sich die Gemeinderäte in zahlreichen Sondersitzungen und öffentlichen Informationsabenden mit dem Vorhaben befasst. Dabei wurden grundlegende technische Fragen diskutiert sowie Bedenken hinsichtlich des Natur- und Artenschutzes, landwirtschaftlicher Nutzung und der Auswirkungen auf die Nachbarschaft ausführlich erörtert. Bürgermeister Konrad Linner sieht in dem Projekt einen wichtigen Entwicklungsschritt für die Gemeinde.
28 Hektar
großer PV-Park
Der geplante PV-Park mit einer Fläche von rund 28 Hektar soll künftig eine Leistung von etwa 33 Megawattpeak liefern. „Das ist ein echter Beitrag zur Energiewende vor Ort und zur regionalen Stromversorgung“, betonte Linner. Im ersten Schritt soll die erzeugte Energie für die angestrebte Fernwärmeversorgung in Teilen des Ortsgebiets sowie im Neubaugebiet Kammer genutzt werden. Perspektivisch ist zudem vorgesehen, auch Unternehmen im Gewerbepark mit Strom zu versorgen.
Vor dem Satzungsbeschluss hatte der Gemeinderat die im Rahmen der verkürzten Auslegung eingegangenen Stellungnahmen abzuwägen. Diese zusätzliche Runde war notwendig geworden, da der Artenschutz – insbesondere der Schutz der Feldlerche – erneut geprüft werden musste. Die ursprünglich geplanten sogenannten „Lerchenfenster“ wurden von der Naturschutzbehörde nicht mehr als sinnvoll bewertet. Stattdessen wurde nun eine zusammenhängende Fläche festgelegt, die so gestaltet werden soll, dass sie von einem Feldlerchenpaar als geeignete Brutstätte angenommen wird.
Weitere Änderungen an der Planung sind damit nicht mehr erforderlich. Der Gemeinderat stimmte der entsprechenden Abwägung mit den Gegenstimmen von Sebastian Stadler und Thomas Kriechbaumer (beide CSU) zu.
Beim anschließenden Satzungsbeschluss votierten zusätzlich Markus Keller und Simon Strell (ebenfalls CSU) dagegen. „Wir können mit dem PV-Park Asham einen Beitrag zur Unabhängigkeit der Energieversorgung leisten. Die Energiewende ist eine große Gemeinschaftsaufgabe, bei der die Kommunen besonders gefordert sind“, fasste Matthias Schmid (GLA) die Haltung der Befürworter zusammen. Die Kommunen vor Ort seien von der Staatsregierung ausdrücklich aufgefordert, durch dezentrale Projekte wie Windkraft und Wärmeversorgung die Energiewende nachhaltig voranzutreiben, ergänzte Bürgermeister Konrad Linner (GLA).
Kritik an der
Größe der Fläche
Die Gegner des Projekts hatten vor allem die Größe des PV-Parks sowie den damit verbundenen Verlust landwirtschaftlicher Flächen und den Eingriff ins Landschaftsbild kritisiert. Trotz dieser Einwände sah die Mehrheit des Gemeinderats in dem Vorhaben eine nachhaltige Investition in die Zukunft der Gemeinde.