Hinter den Kulissen der Olympischen Spiele

von Redaktion

Interview Severin Grätz vor seinem Abenteuer im olympischen Jugendlager

Riedering – Severin Grätz (18) aus Neukirchen am Simssee ist live bei den diesjährigen olympischen Winterspielen in Italien dabei. Er selbst ist in der deutschen Fechtsportjugend aktiv und großer Fan des Skispringens. Doch wie kam er zu den Winterspielen? Und was wird er dort tun? Das hat er im OVB-Interview verraten.

Sie werden 2026 bei den Olympischen Spielen in Italien als Teilnehmer des Deutschen Olympischen Jugendlagers (DOJL) vor Ort sein. Wie sind Sie zu dieser besonderen Aufgabe gekommen?

Ich wurde von meinen Kollegen bei der Deutschen Fechtsportjugend auf das DOJL aufmerksam gemacht. Ein paar der Vorstandsmitglieder haben schon selbst daran teilgenommen, und so habe ich mich vor etwa einem Jahr dafür beworben und hatte Glück, dass ich nach einem Auswahlverfahren die Zusage bekommen habe.

Was hat Sie persönlich zur Bewerbung motiviert?

Mir hat besonders die Vorstellung gefallen, bei so einem riesigen Sportevent hautnah dabei zu sein und eine Erfahrung zu sammeln, welche nur einmal im Leben gemacht werden kann.

Und was genau werden Ihre Aufgaben bei den Spielen dann sein?

Bisher habe ich nur einen groben Überblick darüber bekommen können. Selbstverständlich werden wir viele Berührungspunkte mit den Spielen selbst haben, Wettkämpfe ansehen und Menschen treffen. Aber auch hinter den Kulissen wird viel geschehen, wir werden an Seminaren und Vorträgen teilnehmen und somit auch die Arbeit um und hinter den Spielen näher kennenlernen. Wie genau die zwei Wochen allerdings aussehen werden, bleibt immer noch ein klein wenig Überraschung.

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Teilnahme vor – gab es Schulungen?

Es gab schon im Herbst eine Informationsveranstaltung und eine Art „Briefing“, wo wir einander kennengelernt haben.

Welche Verantwortung tragen Sie als Teilnehmer hinter den Kulissen?

Vornehmlich repräsentieren wir als DOJL zusammen mit der Deutschen Delegation unser Land und tragen somit auch die Verantwortung, dies respektvoll und passend darzustellen und uns entsprechend zu verhalten.

Auch ohne selbst anzutreten sind Sie Teil des Geschehens. Was bedeutet es Ihnen, Teil dieses Großereignisses zu sein?

Ich glaube, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage bin, die Ausmaße, Wichtigkeit und Einzigartigkeit eines solchen Erlebnisses zu verarbeiten und ganz zu erkennen. Dennoch ist mir bewusst, dass dies eine tolle Erfahrung ist, und entsprechend freue ich mich. Auch die Tatsache, dass ich mich gegen diverse andere Bewerber durchsetzen konnte, lässt mich in gewisser Art stolz fühlen.

Sie werden bei den Spielen in Mailand und Brixen sein. Worauf freuen Sie sich dort?

Natürlich auf die besondere Atmosphäre der Spiele und die gemeinsame Zeit mit den anderen 40 Teilnehmern unseres Teams. Ganz abgesehen vom Skispringen natürlich, das ich schon als Kind immer mit meinem Opa im Fernsehen verfolgt habe. Das möchte ich mir nicht entgehen lassen.

Gibt es Begegnungen, auf die Sie besonders gespannt sind?

Oh ja, ganz besonders gespannt bin ich auf alle Begegnungen mit Würden- und Verantwortungsträgern, Sportlern und Sportlerinnen, aber auch ganz einfach nur mit den Menschen in Italien.

Freiwilliges Engagement ist für Großveranstaltungen unverzichtbar. Welche Bedeutung hat das Ehrenamt für Sie persönlich?

Ehrenamt bedeutet für mich, etwas zurückzugeben und Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Gerade im Sport wäre ohne freiwilliges Engagement vieles nicht möglich.

Kann diese Erfahrung bei Olympia Ihre berufliche oder persönliche Zukunft beeinflussen?

Definitiv, durch die vielen Kontakte, die ich in der Welt des Sportes knüpfen kann, werden mir viele Türen geöffnet.

Was möchten Sie den Menschen sagen, die freiwilliges Engagement im Sport möglich machen – und jenen, die selbst überlegen, Helfer zu werden?

Ich möchte allen Menschen, die sich engagieren, danke sagen. Sie leisten einen wirklich großen Beitrag für unsere Gesellschaft. Allen, die sich für ein Ehrenamt interessieren und sich überlegen, selbst eins zu übernehmen, kann ich dies nur empfehlen. Es eröffnet viele Möglichkeiten und bringt deutliche Vorteile mit sich.

Christine Leuthe

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