Brannenburg – Sprache, Arbeit und Wohnen sind wie in den vergangenen Jahren weiterhin die Hauptthemen, mit denen sich der Freundeskreis Asyl Brannenburg-Flintsbach beschäftigt. Asylbeauftragte Barbara Weidenthaler berichtete in der jüngsten Gemeinderatssitzung über den aktuellen Sachstand und die künftigen Herausforderungen.
Als stabil beurteilte Weidenthaler die derzeitige Situation in den Unterkünften im Gemeindegebiet, in denen rund 160 Menschen leben und vom Freundeskreis Asyl betreut werden. Dazu kommen noch 30 privat untergebrachte Personen aus der Ukraine und etwa 20 Menschen, die bereits Arbeit und Wohnung gefunden haben, aber immer noch Unterstützung benötigen.
Etwa 20 bis 30 Helfer engagieren sich als Pate oder für einzelne Aufgaben wie Hausaufgabenbetreuung, Hilfe bei Bewerbungen und Behördenbriefen, in der Zusammenarbeit mit Schule und Kindergarten oder bei persönlichen Krisen. „Jeder so viel, wie er kann“, sei die Devise der Ehrenamtlichen.
Mittlerweile gehörten die Asylbewerber und anerkannten Flüchtlinge zum Brannenburger Ortsbild dazu und dank aufgeschlossener örtlicher Betriebe konnten auch Arbeitsverhältnisse entstehen, die entscheidend zur Integration beitragen, so Weidenthaler.
Aber trotzdem brauche der Helferkreis immer wieder neue Freiwillige, die die neuen Mitbürger in unterschiedlichster Weise unterstützen können. Da die Asylarbeit auch als kommunale Aufgabe gesehen werden könne, hatte der Gemeinderat im vergangenen Jahr einem Refinanzierungsmodell zugestimmt, um sich an den Arbeitsstunden von Gemeindereferentin Weidenthaler zu beteiligen. Dies wurde allerdings vonseiten der Diözese abgelehnt.
„Ich werde trotzdem nicht aufhören, Sozialpastoral mit konkreter Hilfe und Seelsorge zu leisten, denn der Bedarf ist in Brannenburg vorhanden, und dies nicht nur bei Geflüchteten“, sagte Weidenthaler. Es gebe in der Gemeinde zahlreiche einsame und bedürftige Menschen, denen man zur Seite stehen sollte und die mit ihren Schwierigkeiten gesehen werden müssten, betonte er.
Durch personelle Veränderungen im Koordinierungsteam des Freundeskreises Asyl sowie die Auflösung des evangelischen Diakonievereins entstehe in Brannenburg eine große Lücke im sozialen Bereich. Dem müsse man entgegentreten, war auch aus dem Gemeinderat zu hören. Große Bedeutung haben für viele Bedürftige die Angebote in der Gemeinde wie Kleiderkreisel oder Tafel: „Hinter jedem Kunden steht eine Not, an der wir nicht vorbeischauen dürfen.“
Als „Fantasie für die Zukunft“ schwebe ihr vor, eine Art „Sozialforum“ zu schaffen, durch das Energien gebündelt würden, so Weidenthaler am Ende ihrer Ausführungen. Eine bessere Vernetzung sowie ein verstärkter Austausch könnten bei vielen Problemen helfen und Lösungsprozesse erleichtern. Bürgermeister Matthias Jokisch dankte Weidenthaler und allen Helfern „für ihren engagierten Einsatz bei diesem wichtigen Thema“. Über neue Ideen für die sozialen Herausforderungen sollte nachgedacht werden. mc