Tuntenhausen – Der Brenner-Nordzulauf beschäftigt die Menschen in unserer Region weiterhin intensiv. Nach der Interessengemeinschaft zum Erhalt bäuerlicher Existenzen Oberes Inntal, Oberaudorf, wurde nun auch im Rosenheimer Norden eine gegründet. Sie zeigt die große Sorge der Menschen über den Verlust ihrer Heimat.
Die Gründungsversammlung der Interessengemeinschaft (IG) zum Erhalt bäuerlicher Existenzen im Rosenheimer Norden fand im Gasthof zum Bräu in Tattenhausen statt. Kreisbäuerin Katharina Kern nahm die Begrüßung der Gäste und der 20 Gründungsmitglieder vor. Anschließend wurde die Interessengemeinschaft Oberes Inntal, Oberaudorf, die es bereits seit zwei Jahren gibt, vorgestellt und über ihre Aktivitäten berichtet. Josef Steingraber (Bayerischer Bauernverband) erläuterte den Anwesenden, warum man sich zu einer Gründung einer Interessengemeinschaft entschloss. In seinen Ausführungen ging er zudem auf rechtliche Aspekte, auf die Statuten sowie den Mitgliedsbeitrag ein. Für die IG ist das Rosenheimer Land eine überaus bedeutsame und einzigartige Schönheit. Dessen Kulturlandschaft bildet seit Generationen die Arbeit familiengeführter Landwirtschaftsbetriebe ab und macht es zu einem „Muss“, diese Heimat zu erhalten und die dortigen Existenzen zu sichern.
Bei dieser Existenzsicherung sehen die Initiatoren insbesondere die zahlreichen landwirtschaftlichen Flächen im Fokus: Für sie müssten verträgliche Lösungen im Rahmen von Infrastrukturmaßnahmen gefunden werden, betonten die Initiatoren. Überzogene Planungen hätten für die Region dramatische Folgen, warnen sie. Aus diesem Grunde will die IG bezwecken, die massive Beeinträchtigung der ansässigen Betriebe zu verdeutlichen und Lösungsansätze mit dem Ziel der Fortführung dieser Betriebe unter wirtschaftlich zumutbaren Bedingungen einzufordern. Dabei will sich die Interessengemeinschaft gegen die existenzbedrohenden Planungen der DB zum Brennernordzulauf im Rosenheimer Norden zur Wehr setzen, um den massiven Flächenverbrauch zu verhindern. Beauftragung von Sachverständigen, fachliche und finanzielle Unterstützung von IG-Mitgliedern sowie die Einlegung von Rechtsmitteln gegen die Planungen sind Maßnahmen, die die Interessengemeinschaft zur statutengerechten Erfüllung ergreifen wird. Die Teilnehmer waren sich dann schnell über die Notwendigkeit der Gründung einig, sodass man die ersten Wahlen vornehmen konnte. Dabei wurden dann drei Sprecher gewählt: Thomas Huber aus Tuntenhausen, Jennifer Dürr aus Großkarolinenfeld und Felix Fischer aus Schechen. Weitere Ergebnisse: Schriftführer Jennifer Dürr, Kassier Sebastian Gschwendner, Beisitzer Sebastian Kendlinger, Josef Kriechbaumer, August Wieser und Jakob Wallner. ws