Auf den Spuren von Josef Hamberger

von Redaktion

Zu Ehren des Künstlers führt eine spannende Kunstreise von Sachrang nach Frasdorf durchs Priental

Im Frasdorfer Museum sind Kunstwerke von Josef Hamberger – Leihgaben von Bürgern – zu sehen.

Frasdorf – Zu Ehren des Frasdorfer Künstlers Josef Hamberger (1925-2019), der am 26. Dezember 100 Jahre alt geworden wäre, veranstaltete der Heimat- und Kulturverein (HKV) Frasdorf gemeinsam mit dem Pfarrverband Oberes Priental eine Rundfahrt durchs Priental. Von Sachrang aus bewegte sich der Tross mit rund 65 Interessierten aus dem Priental und der Region sowie einigen Familienmitgliedern des Künstlers über Aschau nach Frasdorf.

Kunst mit vom Glauben
durchdrungener Botschaft

Leichte Abstraktion, bewusste Reduktion und große Ausdrucksstärke prägen die Kunst Josef Hambergers – stets verbunden mit einer tief vom Glauben durchdrungenen Botschaft. Auch wenn seine Werke nicht immer gut ankamen. So wurde beispielsweise in Sachrang der Ambo ob seiner Durchsichtigkeit – er ruht auf drei schlanken Säulen – mit einem „Holzbrett“ wie die Außenverkleidung des Altars „ummantelt“.

Von der Sachranger Pfarrkirche St. Michael ging es weiter nach Aschau. Dort besichtigte die Gruppe die Pfarrkirche, für die der Künstler unter anderem Ambo – also ein Lesepult – und den Volksaltar geschaffen hatte. Auch die bronzene Korbiniansäule auf dem Vorplatz schuf Hamberger. War bis dahin die Geistlichkeit des Oberen Prientals die „Reiseleitung“, übernahm diese in Frasdorf Rupert Wörndl, der Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins. In der Kirche St. Margaretha erläuterte er Hambergers Volksaltar, Ambo, Osterkerzenständer und Sedilien von 1984/86 näher. Die Darstellung von Brot und Wein symbolisierten den Opfergedanken. Wörndl zitierte dazu auch Josef Hamberger: „Die Ähren sind Symbol für das Wort Gottes: Das Samenkorn muss in die Erde fallen und Frucht bringen.“ Der Fuß des Altartisches, der Stamm, sei Ausdruck der Festigkeit. Die gegenseitige Leichtigkeit der Reben solle eine Anbindung schaffen an die Leichtigkeit der Stuckmalerei der Kirche. Auch das Priestergrab – geschaffen 1960/61– ist bedeutungsschwer: Die Bronzeskulptur symbolisiert Kelch und Hostie, mit Christus als Opferlamm in der Mitte. Die Namen der Priester hat Hamberger eigenhändig in die Platten aus fränkischem Muschelkalk eingeschlagen.

Wörndl führte die Kunstinteressierten auch zu weiteren von Hamberger gestalteten Grabdenkmälern. Zum Friedhof wusste Thomas Fischer vom Heimat- und Kulturverein auch eine politische Anekdote beizutragen. Demnach habe die Gemeinde in den 1970er-Jahren an der südwestlichen Ecke einen Parkplatz anlegen wollen. Den lehnte nicht nur Hamberger ab, auch das Ordinariat legte Widerspruch ein. Schließlich habe die Kirche gewonnen, gemeinsam mit Hamberger durfte er das Tor errichten. Die bronzenen Abdeckungen an den Seitenpfosten sind – deutlich erkennbar – Hamberger.

Sonderausstellung
im alten Schulhaus

Im Museum im alten Schulhaus hat der Verein eine einzigartige Ausstellung zu Sehenswürdigkeiten und Persönlichkeiten Frasdorfs gestaltet. Eine kleine Sonderausstellung widmet sich dem Künstler Josef Hamberger. Ein Film zeigt seine Kunstwerke vom Rhein bis Niederösterreich, von Tirol bis in die Oberpfalz. Zwei Vitrinen beherbergen Kunstgegenstände aus dem Schaffen Hambergers – alles Leihgaben von Frasdorfer Bürgern. Fotos zeigen den Künstler bei der Arbeit. Besucher können sich über sein Leben und Wirken informieren.

Kunsthistorikerin Dr. Evelyn Frick hat das Schaufenster unter dem Rosenheimer Mittertor dem Bildhauer anlässlich seines 100. Geburtstags gewidmet. Sie berichtete, dass Hamberger in seinem Leben mehr als 70 Gotteshäuser ausgestattet habe, die Wallfahrtskirche Maria Stern in Neukirchen am Simssee war eines seiner letzten Werke. Der Künstler habe wenig über sein Schaffen festgehalten. Deshalb entdecke sie immer wieder Neues. Bislang gebe es auch kein Werkverzeichnis – eine Aufgabe für die Zukunft.

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