150 Jahre Feuerwehr Sachrang: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“

von Redaktion

Kommandant Stefan Singhartinger würdigt Einsatzbereitschaft – Jubiläum wird groß gefeiert

Sachrang/Aschau – 150 Jahre gibt es schon die FFW Sachrang im Bergsteigerdorf. Nur gut 700 Einwohner stark ist der Ort, und doch verfügt der Ort über eine FFW. Mit 34 aktiven Einsatzkräften, dazu 32 passive Mitglieder sowie acht Jugendliche in der Jugendfeuerwehr. Diese Stärke kann aber bei manchen Einsätzen nicht ausreichen, sagt Stefan Singhartinger, seit über 13 Jahren Kommandant der FFW und Festleiter bei den anstehenden 150-Jahr-Feierlichkeiten im Juli. Deswegen ist es gut, wenn man gemeinsam agiert, sei es mit der FFW Aschau oder eben mit der FFW Niederndorferberg/Tirol oder mit der Bergwacht Sachrang-Aschau. Gott sei Dank waren es bislang wenig Einsätze, dennoch müsse man stets für solche Einsätze gewappnet sein und im Ernstfall richtig agieren.

Beim Schwerpunkt Waldbrände übe man die Rettung im Gelände. Abschnittsweise werden alle zwei, drei Jahre diese Übungen abgehalten: „Die Bergwacht sichert und/oder rettet Personen, und wir sind zuständig für die Löscharbeiten.“ Angesichts der Steilhänge im Priental weiß auch der Laie, dass bei Löscheinsätzen im unwegsamen Gelände jeder Handgriff sitzen muss. Auch generell üben sie gemeinsam, was Erste-Hilfe-Leistungen angeht. Kürzlich haben sie simuliert, was zu tun ist, wenn ein Pkw in einen Fluss stürzt und zwei Verletzte zu bergen sind. „Da sind wir zuständig für die Bergung und Rettung, und die Bergwacht kümmert sich um die Versorgung der Verletzten“, erklärt Singhartinger.

Bei einem Einsatzgeschehen achte man auch nicht, wo die Grenze zu Tirol verläuft. Auch wenn die Dienstgebiete fix festgelegt sind. Die Tiroler FFWen sind personell gut aufgestellt, bei der Ausstattung sind sie mehr oder weniger gleichauf. Gut so, betont der Kommandant, dann profitiert jeder vom anderen. Bei der Schneekatastrophe 2019 wären sie aber beinahe an ihre Grenzen gestoßen.

Mit über zwei Metern Schnee, da war jede einzelne FFW in ihrem jeweiligen Ort mehr als gut ausgelastet. Und doch haben sie einander geholfen. Für das Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen hat Singhartinger die Einsatztage im Januar 2019 rekapituliert: Am 11. Januar 120 Einsatzkräfte, am 12. dann 360, einen Tag später 420 und dann sukzessive weniger. Bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von acht Stunden ergibt dies etwas über 10.000 Einsatzstunden, geleistet durch über 50 verschiedene Feuerwehren in Sachrang. Haupteinsatzpunkte waren anfangs umgeknickte Bäume, versperrte Straßen, später dann Schnee von Dächern räumen und abtransportieren. Und noch später musste mit einsetzendem Regen die Prien komplett mit Baggern geräumt werden. Singhartinger lobt den Einsatz, es wurde niemand verletzt und es konnten sehr viele Schäden an Gebäuden und Einrichtungen vermieden werden. Die Mannschaft habe da sehr viel geleistet, lobt Singhartinger. Auch wenn die Winter schneeärmer werden, man müsse vorbereitet sein auf derlei Ereignisse. Da ist es gut, wenn es die FFW Sachrang gibt, die allein oder gemeinsam mit anderen Rettern im Notfall da ist. Seit 150 Jahren versehen sie in Sachrang ihren Dienst: Vom 2. Juli bis zum 5. Juli werden sie das Jubiläum groß feiern.

Am Donnerstag, 2. Juli, gibt es um 19 Uhr den Bieranstich, die Musikkapelle Aschau spielt auf. Am Freitag, 3. Juli, steht das Bier- und Weinfest mit Bast-Scho auf dem Programm, einen Tag später gibt es „Blasmusik vom Feinsten“ mit Berthold Schick und seinen Allgäu6. Der Festsonntag wird mit einem Festzug begangen und – sofern es das Wetter zulässt – einem Gottesdienst an der Ölbergkapelle. Am 5. Juli ist noch das Kesselfleischessen, musikalisch umrahmt von der Zaunstempn Musi. Tickets für Blasmusik vom Feinsten mit Berthold Schick und seinen Allgäu6 in allen München Ticket Vorverkaufsstellen und bei der Tourist Info Aschau, Telefon 08052/ 90490. 

Weitere Informationen und das vollständige Festprogramm unter www.ffw-sachrang.de | Einblicke und Updates auch auf Instagram: @ffw_sachrang.elk

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