Gemeinde Nußdorf bleibt finanziell stabil

von Redaktion

Nußdorf – Die Heuberggemeinde kann trotz spürbarer Belastungen auf ein insgesamt solides Haushaltsjahr 2025 zurückblicken. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stellte Bürgermeisterin Susanne Grandauer die Jahresrechnung vor und zeichnete dabei das Bild einer Gemeinde, die mit Augenmaß wirtschaftet, aber zunehmend mit Kostenentwicklungen umgehen muss, die sich nicht immer planen lassen. Unterm Strich steht ein Ergebnis von 218,3 TEURO, das den Rücklagen zugeführt werden konnte.

Der Verwaltungshaushalt schloss mit einem Überschuss von 382,3 TEURO ab, der dem Vermögenshaushalt zufloss – ein Teil davon außerplanmäßig. Insgesamt weist der Haushalt Soll-Einnahmen und Soll-Ausgaben von 8.167,7 TEURO aus, aufgeteilt in 6.930,8 TEURO im Verwaltungs- und 1.236,8 TEURO im Vermögenshaushalt.

Auf der Einnahmenseite bewegten sich zentrale Posten nahe am Ansatz, teils mit leichten Abweichungen: Die Gewerbesteuer blieb mit 1.280,3 TEURO knapp unter dem geplanten Wert, während die Einkommensteuer mit 2.312,1 TEURO über dem Ansatz lag. Auch die Grundsteuer fiel etwas höher aus als erwartet.

Im Rechenschaftsbericht wird zudem auf Mehreinnahmen etwa bei der Grunderwerbsteuer hingewiesen, während die Gewerbesteuerentwicklung zugleich Folgen bei der Umlage zeigte: Für die Gewerbesteuerumlage waren 170,0 TEURO vorgesehen, tatsächlich wurden rund 96,6 TEURO fällig.

Die Ausgabenseite zeigt, wo der Druck wächst. Besonders deutlich wird das bei den Personalkosten, die mit 2.098,5 TEURO über dem Ansatz lagen – allein im Bereich Kindergarten stiegen sie auf 842,6 TEURO. Der Rechenschaftsbericht nennt als Ursache zusätzliche Einstellungen und eine Überschreitung um rund 116,7 TEURO. Auch bei einzelnen Sachaufwendungen ergaben sich Verschiebungen, etwa beim Unterhalt der Gewässer oder bei Betriebskosten im Kindergartenbereich. Im Vermögenshaushalt standen 2025 mehrere Investitionen im Fokus, darunter die Sanierung und der Neubau von Gehwegen mit 401,4 TEURO, Maßnahmen zum Hochwasserschutz am Steinbach sowie eine Ersatzbeschaffung für den Bauhof. Gerade diese Ersatzbeschaffung – ein kompaktes Kommunal-Arbeitsfahrzeug für rund 161,6 TEURO – war nicht eingeplant und wurde über eine außerplanmäßige Rücklagenentnahme finanziert.

Gleichzeitig blieben andere Vorhaben aus oder wurden verschoben, was Spielräume eröffnete, um Überschreitungen auszugleichen.

Auffällig ist die Rücklagenentwicklung: Der Bestand sank von 2.380,5 TEURO zu Jahresbeginn auf 2.041,4 TEURO zum Jahresende. Hintergrund ist, dass trotz Mehreinnahmen und nicht umgesetzter Investitionen zunächst Rücklagenentnahmen in voller Höhe gebucht wurden – unter anderem wegen Liquiditätsengpässen. Am Ende konnte jedoch ein Teilbetrag wieder zugeführt werden, sodass der Rücklagenstand weiterhin über zwei Millionen Euro liegt. Parallel dazu gingen die Schulden leicht zurück, von 4.612,8 TEURO auf 4.441,7 TEURO.

In der Gesamtschau bleibt damit das Fazit, das die Verwaltung selbst zieht: Mehreinnahmen und Verschiebungen auf der Investitionsseite reichten aus, um Mehrbelastungen zu kompensieren.

„Unsere Finanzlage ist weiterhin sehr ordentlich – und sie gibt uns die Zuversicht, auch bei steigenden Kosten und unerwarteten Ausgaben weiterhin verlässlich und mit Gestaltungskraft für Nußdorf handeln zu können,“ kommentierte Nußdorfs Erste Bürgermeisterin Susanne Grandauer (CSU/FWG) die Jahresrechnung abschließend. stv

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