2025 übernahm Magdalena Neuner die Schirmherrschaft für die „Gemeinsam um die Welt“-Challenge. Foto imago
Brannenburg – Diana Fuchs hat eine große Leidenschaft. Die 42-Jährige aus Brannenburg treibt für ihr Leben gerne Sport. Nicht nur hobbymäßig, sondern auch hauptberuflich: Fuchs ist Personaltrainerin. Und weil sie mit dem Sport auch etwas Gutes tun will, hat sie sich eine ganz besondere Aktion überlegt: die „Gemeinsam um die Welt“-Challenge.
Die Idee kam Fuchs während der Corona-Pandemie. Durch die vielen Beschränkungen und Lockdowns hätten viele Menschen nicht mehr so viel unternommen wie sonst. „Ich als Personaltrainerin hatte den Wunsch, meinen Leuten in dieser frustrierenden Zeit ein bisschen Bewegung zu bringen“, erzählt sie gegenüber dem OVB. 2021 startete sie mit einem sportlichen Adventskalender, bei dem Teilnehmer jeden Tag eine gewisse Strecke zurücklegen mussten. Dafür habe sie viel positives Feedback bekommen.
Sport und
Wohltätigkeit verbinden
„Mir war klar, dass ich noch einmal etwas in diese Richtung machen möchte“, erinnert sich Fuchs. Gemeinsam symbolisch die Erde umrunden, habe sie sich gedacht, das sei doch eine gute Idee. Das sind etwa 40.000 Kilometer. „Aber wenn knapp 20 Teilnehmer jeden Tag 5,5 Kilometer gehen, kann man das schaffen. Auch wenn es ein straffes Programm ist“, so die 42-Jährige.
Deshalb suchte sie nach einer zusätzlichen Motivation für die Beteiligten. So sei sie auf die Idee gekommen, das Ganze mit einem guten Zweck zu verbinden. „Die Teilnehmer sollten sich also eine Privatperson oder eine Firma suchen, die sie sponsert“, erklärt Fuchs. Es reiche schon, wenn es nur einen Cent pro zurückgelegtem Kilometer gebe. Womit die Brannenburgerin allerdings nicht gerechnet hat: Am Ende kamen 20.000 Euro zusammen. „Die haben wir an Lacrima gespendet – eine Trauergruppe für Kinder in Rosenheim“, so Fuchs.
Seitdem organisiert sie die Challenge jedes Jahr. Der Erlös wird für wohltätige Zwecke gespendet. Dieses Jahr soll der Rosenheimer Verein Ma via, der sich gegen Gewalt an Frauen, Kindern und Jugendlichen einsetzt, davon profitieren. „Das Ganze läuft vom 1. Januar bis zum 31. Dezember“, erklärt die Organisatorin. Ursprünglich sollten die Kilometer gehend oder laufend zurückgelegt werden. Inzwischen können Teilnehmer aber auch Radfahren, Schwimmen oder etwa Langlaufen. „Mir geht es in erster Linie darum, dass sich die Leute bewegen und dabei Gutes tun“, betont Fuchs.
Sport machen, sich bewegen: Das macht auch Fuchs schon immer gerne. „Irgendwann habe ich beschlossen, mein Hobby zum Beruf zu machen“, erzählt die Personaltrainerin. Für sie sei das keine Arbeit, sondern Leidenschaft. „Ich liebe es, das Beste aus den Leuten herauszukitzeln und sie an ihre Grenzen zu bringen“, sagt Fuchs. Aus jedem einen Spitzensportler zu machen, sei allerdings nicht ihre Intention. Eher, dass die ganze Region ein wenig gesünder wird.
Für sie bedeutet Sport sogar noch mehr als das. „Es ist Stressabbau und Ausgleich, man hat Zeit, nachzudenken“, zählt die 42-Jährige auf. Gerade in der heutigen Zeit, in der man von allen Seiten ständig mit Informationen konfrontiert werde – sei es über das Fernsehen, Social Media oder andere Medien. Beim Sport könne Fuchs einfach mal ihren Gedanken nachhängen und sich selbst wieder spüren. Dabei ginge es gar nicht darum, einen Marathon zu laufen, auch einfach mal spazierengehen reiche.
Am liebsten mag die 42-Jährige Hindernisläufe, sogenannte Spartan-Rennen. Dabei müssen Teilnehmer verschiedene Hindernisse überwinden und sich teilweise durch den Matsch wühlen. „Das mache ich gerne in meiner Freizeit. Aber mir ist natürlich klar, dass das nicht für jedermann etwas ist“, sagt Fuchs und lacht.
Als Personaltrainerin hat sie sich vor fünf Jahren selbstständig gemacht. „Vormittags bin ich hauptsächlich zum Einzeltraining bei kranken Menschen zu Hause“, erklärt die Brannenburgerin. Mit ihnen macht sie eine Art Reha-Sport oder versucht, Leute, die im Rollstuhl sitzen, wieder ein wenig in Bewegung zu bringen. In der restlichen Zeit gibt sie Sportkurse. „Und eigentlich habe ich auch noch drei relativ kleine Kinder“, sagt Fuchs. Bei ihr kommt also viel zusammen, doch das macht der 42-Jährigen nichts aus. „Wenn man etwas gerne macht, investiert man die Zeit eben“, sagt sie. Inzwischen mache sogar ihre ganze Familie bei der von ihr organisierten „Gemeinsam um die Welt“-Challenge mit. „Selbst die Kinder sind angemeldet und haben Oma, Opa und Tanten als Sponsoren mit ins Boot geholt“, erzählt Fuchs.
Magdalena Neuner
als Schirmherrin
Für die Challenge im vergangenen Jahr konnte Diana Fuchs die ehemalige Biathletin Magdalena Neuner als Schirmherrin gewinnen. Sie unterstützte die Aktion, da sie eine Sache verkörperte, die ihr besonders am Herzen liegt: „Menschen in Bewegung zu bringen und dabei Gemeinschaft erlebbar machen“. Das erklärt die Ex-Profisportlerin auf OVB-Anfrage. Dabei gehe es nicht um Höchstleistungen, sondern um das gemeinsame Unterwegssein. „Diese Verbindung aus Bewegung, Motivation und Miteinander hat mich überzeugt“, betont Neuner. Im vergangenen Jahr habe es für sie aus verschiedenen Gründen nicht gepasst, selbst aktiv an der Challenge teilzunehmen. „Umso mehr freue ich mich, dass ich in diesem Jahr angemeldet bin und bereits selbst Kilometer sammeln konnte“, so Neuner. Sie integriert Bewegung ganz bewusst in ihren Alltag. Für sie sei die Challenge ein schönes Zeichen, dass jeder Schritt zählt und es nie zu spät ist, Teil einer solchen Aktion zu werden.
Matthias Steiner
unterstützt dieses Jahr
Dass solche Aktionen durch bekannte Persönlichkeiten unterstützt werden, ist auch in Neuners Augen wichtig, „weil Reichweite Verantwortung mit sich bringt“. Menschen des öffentlichen Lebens können ihr zufolge Aufmerksamkeit schaffen und andere ermutigen, selbst aktiv zu werden. „Wenn dadurch mehr Menschen den Mut finden, sich zu bewegen und Teil einer Gemeinschaft zu werden, ist viel gewonnen“, betont die ehemalige Biathletin.
Auch in diesem Jahr gibt es für die „Gemeinsam um die Welt“-Challenge wieder einen bekannten Schirmherren: Matthias Steiner, ehemaliger deutscher Gewichtheber. Kennengelernt hat Diana Fuchs sowohl ihn als auch Magdalena Neuner über eine Stiftung. „Matthias Steiner und Magdalena Neuner habe ich dort einfach angesprochen und gefragt, ob sie die Schirmherrschaft übernehmen wollen“, erinnert sich Fuchs. Beide seien sofort an Bord gewesen. Diese prominenten Stimmen werden der „Gemeinsam um die Welt“-Challenge einen Aufschwung verleihen, da ist sich Diana Fuchs sicher. Und vielleicht erfüllt sich dann auch ihr Ziel für die diesjährige Aktion: „60.000 Euro zu sammeln, das wäre schon super“, sagt sie.