42 Einsätze und ein klarer Blick nach vorn

von Redaktion

Feuerwehr Fischbach/Flintsbach zeigt sich bei Jahresversammlung für die Zukunft gut gerüstet

Fischbach/Flintsbach – Wenn in Fischbach Sirene oder Melder anschlagen, bleibt es nicht bei guten Vorsätzen: Die Feuerwehr rückt aus – und das oft in beeindruckender Stärke. Bei der Jahresversammlung in der „Alten Post“ in Fischbach, in deren rückwärtigem Bereich sich auch das Gerätehaus befindet, wurde deutlich, wie zuverlässig diese Ortsfeuerwehr im vergangenen Jahr für den Gemeindeteil Fischbach und die gesamte Gemeinde Flintsbach am Inn bereitstand.

Viel Arbeit
an der Autobahn

Im Mittelpunkt des Jahresrückblicks stand das Einsatzgeschehen 2025: Insgesamt bewältigte die Feuerwehr 42 Alarmierungen – weniger als im von außergewöhnlichen Hochwasserlagen geprägten Vorjahr, aber weiterhin ein deutliches Zeichen für die kontinuierliche Belastung im Alltag.

Den Schwerpunkt bildeten 18 Einsätze der Technischen Hilfeleistung, vielfach im Umfeld der Autobahn, wo die Wehr bei Unfällen, Absicherungen und technischen Notlagen rasch gefordert ist. Hinzu kamen vier Brandeinsätze, darunter auch größere Lagen, sowie zwei Alarme durch Brandmeldeanlagen. Auch bei medizinischen Notfällen war die Feuerwehr gefragt: Zwei Reanimationen zeigen, dass Hilfe längst nicht nur bei Feuer und Unfall gebraucht wird. Ergänzt wurde die Bilanz durch drei Absperrdienste im Rahmen von Veranstaltungen und elf Theaterwachen als Brandsicherheitswachen – insgesamt summierte sich der Einsatzdienst auf knapp 450 Stunden. Besonders aussagekräftig ist dabei weniger die reine Zahl der Einsätze als die Frage: Wie schnell und wie vollständig kann eine Ortsfeuerwehr ausrücken? In Fischbach fiel die Bilanz ausgesprochen positiv aus. Bei fast der Hälfte der ungeplanten Einsätze war das Fahrzeug voll besetzt, bei rund 70 Prozent fehlten maximal zwei Plätze – und das unabhängig von Tageszeit oder Nacht. Für die Bürger bedeutet das: Hilfe kommt nicht nur, sie kommt auch mit der nötigen Mannschaftsstärke.

Damit diese Einsatzbereitschaft nicht dem Zufall überlassen bleibt, investiert die Feuerwehr Fischbach konsequent in Ausbildung und Routine. 35 Übungen standen 2025 auf dem Programm – darunter Gemeinschaftsübungen mit der Feuerwehr Flintsbach, eine Gefahrgutübung, Atemschutz- und Maschinistenübungen sowie die Leistungsprüfung Wasser. Rund 550 Übungsstunden wurden allein hier geleistet, die zusätzliche Grundausbildung noch nicht eingerechnet.

Auch technisch bleibt die Wehr am Ball: Mit neuen digitalen Meldeempfängern und einer digitaltauglichen Sirenensteuerung wurde die Alarmierung weiter modernisiert – ein wichtiger Baustein, damit im Ernstfall jede Minute zählt. Bei den Lehrgängen zeigte sich ebenfalls ein klarer Anspruch: Mehrere Mitglieder absolvierten die Modulare Truppausbildung (MTA) – also die strukturierte Grundausbildung für den aktiven Feuerwehrdienst – darunter auch eine eigene MTA für Quereinsteiger.

Hinzu kamen Weiterbildungen im Atemschutz, im Brandhaus, in der Gerätewartung, in der Motorsägenführung sowie Spezialthemen wie Schaumtrainer und Tierrettung. Diese Mischung aus Basiswissen und Spezialisierung sorgt dafür, dass die Mannschaft nicht nur motiviert, sondern auch fachlich gut vorbereitet ist.

Dass die Feuerwehr Fischbach zugleich fest im Ort verwurzelt ist, zeigte sich im Vereinsleben. Das Fischfest war wieder gut besucht und lief reibungslos – mit einer pragmatischen Anpassung, die sich bewährte: Die Bar wurde aus der Fahrzeughalle in den Innenhof verlegt und als Weißbierbar neu organisiert. Auch bei Jubiläen und Festen in der Region war die Wehr präsent, teils mit einem Auftritt, der Tradition und Zusammenhalt besonders sichtbar machte: Beim Festumzug in Brannenburg rückte die historische Pumpenkutsche mit Pferdegespann aus, begleitet von Fahne, Mannschaft und Marketenderinnen – ein Bild, das nicht nur Eindruck machte, sondern auch zeigte, wie viel Herzblut in der Gemeinschaft steckt.

Ein wichtiger Blick ging am Ende nach vorn: Der geplante neue Feuerwehrstandort in der Gemeinde Flintsbach betrifft auch die Feuerwehr Fischbach. Ein Grundstück mit über 14.000 Quadratmetern wurde bereits erworben und ist im Grundbuch zweckgebunden für Blaulichtorganisationen vorgesehen. Wie genau die künftige Lösung aussehen wird – gemeinsames Feuerwehrhaus, Nutzungskonzept, Fahrzeugabstimmung – soll in enger Abstimmung zwischen den beiden Ortsfeuerwehren und der Gemeinde weiterentwickelt werden.

Neuer Standort
geplant

Zum Schluss wurden die Grüße der Kreisbrandinspektion überbracht: Kreisbrandinspektor Martin Gruber würdigte die Arbeit der Feuerwehr Fischbach und unterstrich die Bedeutung einer starken Ortswehr für die Sicherheit der gesamten Gemeinde.

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