Ein Verein mit einer wichtigen sozialen Aufgabe

von Redaktion

Jahreshauptversammlung von Sterbekasse/Rauchclub Endorf und Umgebung – Mit 1.355 Mitgliedern einer der größten Vereine im Ort

Bad Endorf – Mit einer würdevollen Mischung aus Gedenken, Rückblick und Ausblick fand die Jahreshauptversammlung der Sterbekasse/Rauchclub Endorf und Umgebung im Kurfer Hof statt. Bereits vor der Versammlung kamen die Mitglieder zu einem Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche zusammen, um der verstorbenen Vereinsmitglieder zu gedenken.

Vorsitzende Anna Maria Kirner begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste. In ihren Worten wurde deutlich, wie tief der Verein in Bad Endorf verwurzelt ist. Der Rauchclub, gegründet 1910 und 1920 um eine Sterbekasse erweitert, blickt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück und erfüllt bis heute eine wichtige soziale Aufgabe: Als Selbsthilfeeinrichtung unterstützt er Hinterbliebene im Todesfall finanziell und begleitet Verstorbene mit einer Fahnenabordnung auf ihrem letzten Weg.

Schriftführer Klaus Unverdorben ließ in seinem Jahresrückblick die vielfältigen Vereinstätigkeiten Revue passieren. Besonders bewegend war sein Bericht über die 28 Mitglieder, die im vergangenen Vereinsjahr verstorben sind. „Sie wurden alle mit Fahnenabordnung begleitet und mit einem Nachruf geehrt“, so Unverdorben. Diese Form der würdevollen Begleitung unterstreicht die Bedeutung des Vereins für die Trauerkultur im Ort.

Ein Grußwort sprach Bürgermeister Alois Loferer, selbst Mitglied des Rauchclubs. Er warb insbesondere um junge Mitglieder, um diese Tradition auch in Zukunft zu bewahren. „Oft gibt es Missverständnisse über den Verein. Tatsächlich braucht man im Sterbefall Unterstützung – und hier gibt es Menschen, denen man vertrauen kann, die einem zur Seite stehen“, sagte Loferer. Große Anerkennung sprach er der Vorsitzenden Anna Maria Kirner aus, die bei nahezu allen Beerdigungen des vergangenen Jahres eine persönliche Rede gehalten hat.

Der Rauchclub Sterbekasse zählt mit aktuell 1.355 Mitgliedern zu den größten Vereinen in Bad Endorf. Dennoch machte Kirner deutlich, dass der Verein auch künftig auf neue Mitglieder angewiesen ist, um seine Aufgaben erfüllen zu können. Neben der Sterbekasse stehe heute vor allem das Gesellige im Mittelpunkt: Gemeinsame Ausflüge, Treffen bei Festen im Ort und der monatliche Stammtisch – jeden ersten Donnerstag im Monat ab 19 Uhr im Kurfer Hof – stärken den Zusammenhalt. Das einstige „Preisrauchen“, bei dem es darum ging, eine Zigarre möglichst lange am Qualmen zu halten, gehört längst der Vergangenheit an. Geblieben ist lediglich der traditionelle Vereinsgruß „Gut Rauch“.

Turnusgemäß standen Neuwahlen auf der Tagesordnung. Alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Zudem ehrte der Verein langjährige Mitglieder für 50- und 60-jährige Treue.

Ein besonderer Dank galt Albert Buchetmann, der über 20 Jahre als Kassenprüfer tätig war und dieses Amt aus gesundheitlichen Gründen nun abgab. Mit Applaus würdigten die Mitglieder sein langjähriges Engagement. amf

Artikel 1 von 11