Höslwang – Kürzlich versammelten sich rund 60 Mitglieder des SV Höslwang im Gasthaus Gehrlein. Anlass war die dringende Notwendigkeit, über die Nachfolge der langjährigen Vorsitzenden Maria Gehrlein zu beraten. Gehrlein, die den Verein mit großem Engagement und Herzblut geführt hat, möchte ihr Amt in neue Hände legen. Trotz ihrer erfolgreichen Arbeit hat sich bisher niemand bereit erklärt, die verantwortungsvolle Position zu übernehmen.
Noch kein Nachfolger
für Maria Gehrlein
Zu Beginn der Versammlung hieß Maria Gehrlein die anwesenden Ehrenmitglieder sowie die Vertreter des SV Söchtenau und des Bayerischen Landes-Sportverbands (BLSV) willkommen. Der BLSV wurde proaktiv vom SV Höslwang um Unterstützung gebeten, um mögliche innovative Lösungswege aufzuzeigen.
Rainer Pastätter vom BLSV hob die gut strukturierte Organisation des Vereins hervor und verwies auf die vielfältigen Unterstützungsangebote, die von rechtlicher Beratung bis zur Begleitung bei strukturellen Veränderungen reichen. Ziel sei es, die Handlungsfähigkeit der Vereine zu erhalten und gemeinsam zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.
Der SV Höslwang, ein Verein mit über 600 Mitgliedern und Abteilungen in den Bereichen Fußball, Tennis, Stockschießen, Turnen und Laufen, präsentiert sich sportlich und organisatorisch gut aufgestellt. Finanzielle Sorgen sind derzeit nicht vorhanden. Vielmehr zeichnet sich der Verein durch ein aktives Vereinsleben aus, das auch abseits des Spielbetriebs zahlreiche Veranstaltungen bietet.
Der Verein ist ein generationenübergreifender Treffpunkt und verfügt über eine moderne Sportanlage. Die Abteilungen sind eigenständig organisiert, jeweils mit Abteilungsleitung, Schriftführung und Kassier. Doch trotz dieser positiven Voraussetzungen fehlt es an Personen, die bereit sind, Verantwortung im Vorstand zu übernehmen. Diese Problematik ist laut BLSV längst kein Einzelfall mehr, da das Ehrenamt Zeit, Verlässlichkeit und persönliche Haftung erfordert.
Modell mit
gleichberechtigten Ressorts
Maria Gehrlein betonte die attraktiven Seiten des Ehrenamts, wie Gemeinschaft und die Möglichkeit, aktiv an einem lebendigen Vereinsleben mitzuwirken. Vertreter des SV Söchtenau schilderten ein erfolgreiches Modell, das sie eingeführt hatten, nachdem sie vor ähnlichen Herausforderungen standen: ein Vorstandsmodell mit fünf gleichberechtigten Ressorts. Diese Struktur verteilt Arbeit und Verantwortung auf mehrere Schultern und hat sich als sehr effektiv erwiesen.
Sollte sich kein neuer Vorstand finden, drohen dem SV Höslwang ernsthafte Konsequenzen, darunter eine mögliche Zwangsverwaltung oder sogar die Auflösung des Vereins. Auch die Option, einen Geschäftsführer einzustellen, kam zur Sprache – allerdings verbunden mit der Frage nach den entstehenden Kosten.
Appell an die
eigenen Mitglieder
Als nächste Schritte wurden die Ausarbeitung eines neuen Organisationsmodells, mögliche Satzungsänderungen und Neuwahlen genannt, die bei der nächsten Jahresversammlung im Mai beschlossen werden müssen. Die Zeit drängt.
Die Versammlung endete mit viel Anerkennung für die langjährige Arbeit von Maria Gehrlein und Kassierin Renate Pecher. Gehrlein habe den Verein mit viel Herz und Verlässlichkeit geführt, was maßgeblich zur positiven Entwicklung des SV Höslwang beigetragen habe.
Renate Pechers gewissenhafte Arbeit im Bereich der Finanzen wurde ebenfalls gewürdigt. Der Appell an die Mitglieder, Verantwortung zu übernehmen, hallte nach. Denn ein Höslwang ohne seinen Sportverein wäre für die Gemeinde ein großer Verlust, weit über den sportlichen Aspekt hinaus.