80 Prozent können repariert werden

von Redaktion

Repair-Café Aschau feiert zehnjähriges Bestehen

Aschau – Durch die Aula der Grundschule in Aschau zieht Kaffeeduft. Am Eingang locken leckere Kuchen und an den verschiedenen „Ständen“ haben Bürger ihre Haushaltshelfer mitgebracht, die ihren Dienst versagen. Seit zehn Jahren existiert in Aschau das Repair-Café. Seit zehn Jahren steht neben dem nachhaltigen Umgang mit Elektrogeräten, die vielleicht noch zu „retten“ sind, auch der soziale Kontakt und das gesellige Miteinander im Vordergrund der Idee.

Geselligkeit
steht im Vordergrund

An einem der Stände versucht Hartmut Wilhelmi, einen Wasserkocher wieder in einen funktionstüchtigen Zustand zu versetzen. Markus Ungerath aus Prien erzählt, warum er ihn nach Aschau gebracht hat und er hofft, dass Wilhelmi ihn wieder dazu bringt „abzuschalten“, wenn er mal gekocht habe.

Annähernd 15 Besucher kommen am Jubiläumstag mit ihren Schätzchen in die Preysing-Schule in Repair-Café, das immer am ersten Samstag im Monat stattfindet. Manchmal gebe es regelrechte Staubsauger-, Mixer-, Bügeleisen-Tage, erzählt Wilhelmi und lacht. Neben elektrischen Geräten hat auch ein wunderschöner Stuhl den Weg in die Aula gefunden und Claus Bergner wird ihn wohl zu Hause reparieren, beziehungsweise leimen. „80 Prozent der Sachen, die die Bürger zu uns bringen, können wir auch reparieren“, informiert Philipp Ramming. „Das Problem der neuen Geräte ist aber, dass sie sich oft gar nicht mehr öffnen lassen“, fügt Wilhelmi an. Seien sie einmal geöffnet, dann ließen sich diese Gehäuse nach einer möglichen Reparatur einfach nicht mehr fachgerecht verschließen, so Wilhelmi weiter.

Am „Empfang“ sitzen Edeltraud Jung und Karin Hofmann und händigen den Besuchern, die Gerätschaften mit dabeihaben, Informationszettel zum Ausfüllen aus. Aufgedruckt ist auch die Hausordnung, denn: „Das Reparaturcafé ist kein kostenloser Dienstleister. Es geht im Repair-Café immer um Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Reparaturfachleute stünden zur Verfügung, um den Besuchern vor allem mit ihrem Wissen zur Seite zu stehen. Beide betonen, dass das Repair-Café keinesfalls im Wettbewerb zum Fachhandel steht. Die Geselligkeit stehe im Vordergrund.

„Das vor zehn Jahren von Philipp Ramming gegründete Repair-Café ist eine tolle Einrichtung“, würdigte auch Bürgermeister Simon Frank die Einrichtung. Es sei ja auch ein „Ratschcafé“, stellte der Bürgermeister mit Blick auf die Tische mit Kaffee und Kuchen fest. Der Bürgermeister dankte Hartmut Wilhelmi, der die Organisation von Ramming übernommen habe und das Cafe´ weitermache. Ramming und Wilhelmi dankten wiederum der Gemeinde, dass sie als ehrenamtliche Organisation, die auf Spenden angewiesen sei, in der Aula der Schule einmal im Monat ihr Repair-Café abhalten dürfen. Zum Jubiläum hatte Frank eine Spende als Geschenk dabei.

Viel ehrenamtliches
Engagement

Neben Frank waren auch der Zweite Bürgermeister Michael Andrelang (CSU) und die Dritte Bürgermeisterin Monika Schmid (FWGA) zum Gratulieren gekommen. Schmid freute sich, dass Aschau in so vielen Belangen gut aufgestellt sei. Das alles ginge aber nicht ohne die vielen Ehrenamtlichen, würdigte sie deren Engagement. Das erstreckt sich im Repair-Café nicht nur auf die ehrenamtlichen Fachberater hinsichtlich Reparaturen, sondern erstreckt sich auch auf die Kuchenbäckerinnen und Helfer beim Café-Betrieb.

Mit einem verdienten gemeinsamen Essen im Anschluss feierten diese dann ihr Jubiläum zum zehnjährigen Bestehen.

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