Aschau – Mit Beginn des neuen Schuljahres am 15. September tritt auch in Aschau der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder in Kraft – zunächst für die Erstklässler. Die Gemeinde ist gut vorbereitet: „Den geschätzten Mehrbedarf von rund 50 Plätzen können wir bereits heute mit unserem Hort und der Mittagsbetreuung abdecken“, erklärte Bürgermeister Simon Frank in der Bürgerversammlung.
Ausbau des
Dachgeschosses
An der Preysing-Grundschule besuchen derzeit 160 Kinder den Unterricht. Im Kinderhort „Villa Kunterbunt“ werden 53 Kinder nachmittags betreut. Zusätzlich stehen in der Mittagsbetreuung Plätze für weitere 31 Kinder zur Verfügung.
Mit jedem neuen Schuljahr wird der Anspruch auf Ganztagsbetreuung bis 2029 auf alle Grundschulklassen ausgeweitet. Um den künftigen Bedarf zu decken, plant die Gemeinde, das Dachgeschoss des Schul-Altbaus auszubauen und das bestehende Gebäude zu sanieren. So könnten in der „Villa Kunterbunt“ insgesamt rund 125 Plätze entstehen. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf etwa zwei Millionen Euro. Im Januar wurden bereits Fördermittel bei der Regierung von Oberbayern beantragt. Sobald ein positiver Bescheid vorliegt, kann der Gemeinderat ein Architekturbüro mit den Planungen beauftragen. Ob die neuen Räume im Dachgeschoss bereits Ende 2027 genutzt werden können, hängt davon ab, wie schnell alle Bescheide und Planungen vorliegen. „Es ist sportlich, aber nicht unmöglich“, schätzt das Planungsteam der Bauverwaltung ein.
Die Kinder der Gemeinde standen im Tätigkeitsbericht von Bürgermeister Frank besonders im Fokus. Im vergangenen Jahr wurden in Aschau 40 Kinder geboren. Für die Kleinsten gibt es in vier Kindertageseinrichtungen 36 Krippen- und 158 Kindergartenplätze. Hinzu kommen 53 Hortplätze und 31 Plätze in der Mittagsbetreuung. „Was dort geleistet wird, macht mir große Freude“, lobte Frank die Arbeit in den Einrichtungen. Lediglich zwei Kinder wurden im vergangenen Jahr bei Tageseltern betreut. „Für die Kindertagespflege suchen wir weiterhin ortsansässige Tagesmütter oder Tagesväter“, ergänzte der Bürgermeister.
Die Gemeinde unterstützt zudem die Jugendsozialarbeit an der Preysing-Grundschule mit rund 45.000 Euro jährlich. Besonders hervorgehoben wurde der neue Schulchor für 35 Kinder der ersten und zweiten Klassen. Am Klassenmusizieren für die dritten und vierten Klassen beteiligen sich derzeit 28 Kinder. Anschließend können sie im Schülerorchester oder in der Jugendkapelle weitermachen – beide Angebote der Musikschule Grassau werden von der Gemeinde und vom Aschauer Musikförderverein finanziell gefördert.
Von den 6.842 Einwohnern Aschaus sind 14 Prozent Kinder und Jugendliche. Für sie bieten Vereine zahlreiche Freizeitmöglichkeiten, gemeinsam mit ihnen organisiert die Gemeinde ein umfangreiches Ferienprogramm. Im vergangenen Jahr fanden 62 Veranstaltungen mit insgesamt 273 Teilnehmern statt.
Bindeglied zwischen Jugend und Gemeinderat ist Jugendbeauftragter Bastian Knickenberg. „In der Jugendsprechstunde im September wurde der Wunsch nach einem Jugendtreff geäußert“, informierte der Bürgermeister. Als möglicher Standort kristallisierte sich die ehemalige Umkleide des Wintersportvereins an der Schützenstraße heraus.
Jugendtreff
geplant
Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben im Dezember einstimmig zu. Die Kosten werden derzeit ermittelt und dürften sich im hohen fünfstelligen Bereich bewegen. Die Arbeiten sollen in Eigenleistung und mit Unterstützung von Sponsoren erfolgen.
Die Gemeinde will das Projekt mit etwa 10.000 Euro fördern. Über die organisatorische Betriebsstruktur werden das Kreisjugendamt und der Aschauer Jugendbeauftragte zu gegebener Zeit beraten.