Aschau – In jeder Katastrophe steckt die Chance für einen Neuanfang. Der Prientaler Bergbauerladen am Bahnhof wurde im Oktober durch einen Brand vollständig zerstört. Jetzt gibt es das Signal von der Versicherung: Die „alte Holzleg“ – das Gebäude gehörte der Gemeinde Aschau – wird vollständig ersetzt.
Abriss fast
abgeschlossen
„Die Abrissarbeiten haben inzwischen die Bodenplatte erreicht“, informierte Bürgermeister Simon Frank kürzlich bei der Bürgerversammlung. Gleichzeitig hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Weichen für die Zukunft stellt. Unter den engagierten Ehrenamtlichen sind neben Gemeinderäten, Bergbauern und Verwaltungsmitarbeitern auch Experten für Architektur, Städtebau und Landschaftsplanung. „Wolf Neelsen, Harald Mair und Alois Juraschek leiten unsere Workshops und erstellen die ersten Entwürfe für ein neues Gebäude sowie für die Gestaltung des Hans-Clarin-Platzes“, zeigt sich Bürgermeister Frank dankbar.
Den Ideen für die neue „Holzleg“ sind aufgrund der bisherigen Nutzungsarten – Gewerbe, Gastronomie, Lager und Toilettenanlagen – versicherungstechnische Grenzen gesetzt. Für die künftige Belebung des Hans-Clarin-Platzes hingegen gibt es keine Einschränkungen. „Wir würden uns freuen, wenn der Bergbauernladen wieder in das Gebäude einzieht“, sagt Bürgermeister Simon Frank. Darüber hinaus wünscht sich der Arbeitskreis zum traditionellen Angebot auch mehr gastronomische Vielfalt, „beispielsweise eine Regionalküche mit Mittagstisch oder auch mal ein Weißwurstessen für Handwerker“. Die Bergbauern haben im Bahnhofsgebäude ein provisorisches Domizil gefunden. Jeden Freitag verkaufen sie dort von 9 bis 16 Uhr regionale Produkte von Bergbauern und Direktvermarktern aus dem Priental, dem Chiemgau und Tirol.
Für den Neuanfang in der neuen „Holzleg“ arbeiten sie nicht nur an einem modernen Comeback ihres Bergbauernladens. Sie suchen auch neue Mitstreiter. „Junge Landwirte, die unsere Leidenschaft teilen, ihre Lebensmittel selbst produzieren und mit ihren Produkten das Sortiment unseres Bergbauernladens bereichern möchten“, erklärt Sebastian Pertl, einer der Gesellschafter des Prientaler Bergbauerladens.
Moderne Technik
für den Neustart
Zudem werde geprüft, wie der neue Bergbauernladen öfter als nur an einem Tag pro Woche genutzt werden könne. Dafür sollen klassische Dorfladen-Elemente mit moderner Technik kombiniert werden. „Die Nahversorgung rund um die Uhr sicherzustellen, ist ein wichtiges Thema für Dorfläden und wäre an einem hochfrequentierten Standort wie dem Bahnhof durchaus sinnvoll“, erklärt Pertl. Frische Waren könnten weiterhin wie gewohnt am Bauernmarkt-Freitag angeboten werden. An den übrigen Tagen hätten Kunden die Möglichkeit, den Laden über einen Selbstbedienungs-Service mit Zugangskarte zu nutzen. Die Bergbauern haben das Modell bereits geprüft und sich die notwendige Technik – Ladenbau, Kasse, Videoüberwachung und Schließsystem – in anderen Dorfläden angeschaut. Dieses Konzept soll nicht nur für den Neubau am Hans-Clarin-Platz, sondern auch für den Dorfladen in Sachrang umgesetzt werden.
Gemeinderat entscheidet
über Entwürfe
Es gibt viele Ideen für den Neubau. „Momentan befinden wir uns noch in der Phase der Bleistiftskizzen“, sagt Bürgermeister Simon Frank. Einig sind sich alle Beteiligten darin, dass der Bahnhofsvorplatz belebt werden soll und die neue „alte Holzleg“ ein Treffpunkt für alle Generationen werden soll – dabei sollen auch die Senioren aus dem Seniorenheim Priental stärker ins Gemeindeleben eingebunden werden. Über die Umsetzung der Ideen aus dem Arbeitskreis wird der Rat entscheiden. Die Versicherungssumme sollte innerhalb von drei Jahren verwendet werden. Die Hoffnung ist, im Jahr 2027 die neue „Holzleg“ zu eröffnen.