„Was für ein Erlebnis“

von Redaktion

Oberaudorfer Nachtfaschingsumzug „Wild Wild West“ präsentiert ein Feuerwerk an Ideen

Gleisarbeit: Im Ort wurden Schienen verlegt.

Kostüm gegen schlechte Witterung.

Gut behütet: Junge Cowboys am Wegesrand.

Ober-/Niederaudorf – „Unfassbar, was den Gruppen alles einfällt“, begeisterte sich ein Faschingsnarr am Rande des kurzen, aber spektakulären Nachtfaschingsumzuges durch die „Prachtstraße“ von Oberaudorf. Die Dunkelheit, Lichter und vor allem das Motto „Wild Wild West“ haben dazu beigetragen, dass ganz besondere Eindrücke entstanden sind. Obwohl es von Beginn an regnete, tat dies der Gaudi keinerlei Abbruch. Der Umzugsweg war wie immer voll mit Narren.

Mit der Harley
auf der Route 66

Angeführt wurde der Gaudiwurm wie immer von der Jugend des WSV Oberaudorf. Sie machten den Weg frei für die erste Showeinlage. Der Dirty MC Auerbach Checks fuhr mit ihrer „Harley“ auf der Route 66 mit dem Motto: „Lieber Benzin im Blut als nix im Hirn.“ Die Kopfgeldjäger vom Gscheier Biche hatten Probleme mit ihrem Fang. Die Füße des Mörders mussten draußen bleiben, da der Sarg zu kurz war.

Krachen ließen es die Niederaudorfer Burschen und Dirndl. Sie zeigten, was Rodeo bedeutet: „Is da Stier moi wieda zwieda, drahd a sie immer wieder.“ Natürlich gab es auch Kleingruppen, die alle Blicke auf sich zogen, so die Goldgräber, Goldnuggets und Kakteen. Der Wongbauer Nachwuchs sorgte als Sheriffs für Sicherheit.

Jedes Madl
ist ein Waggon

Dann kam die erste Westernlok auf die „Prachtstraße“, die Niederaudorfer Mädlslok. Jedes Madl stellte einen Waggon dar, beleuchtet und bester Laune. Richtig verrucht wurde es dann mit dem Casino-Raddampfer vom WSV Poker-Team. Sie träumten davon, mit ihrem „Wild Wild West“-Poker-Casino-Saloon-Dampfer auf dem Inn zu tuckern und von den Audorfer Saloon-Girls mit wahnsinnig sexy Tanzshows verwöhnt zu werden. Mindestens so sexy kamen die Dirty-Line-Dancer herüber – mit ihrer superlativen Extraklasse-Performance. Ihre Kostüme waren genauso passend wie teilweise gewagt. Richtig kommunalpolitisch wurde es beim Beitrag „Blockabfertigung im Wilden Westen“ von den Mühlbeckern. Sie machten klar, dass in Zukunft nur noch mit Waffengewalt die Schranke zur Weiterfahrt hochgeht.

Das Eisenmonster
ist unterwegs

Den absoluten Vogel schossen wie immer die „D‘ Hintergruaber Wongbauer“ ab. Um der historischen Dampflok (ein wahrlich gigantisches Eisenmonster) den Weg zum Rathausplatz zu ebnen, verlegten die Gleisbauer mit harter Arbeit und unter Einsatz von Feuer und Hammer Schienen. Da kam richtiges Wild-West-Gefühl auf. Dies war beeindruckend. Und dann kam die Dampflok. Groß, schwarz, eingehüllt in roten Rauch, unbezwingbar.

Die kleinen Narren am Straßenrand bekamen große Augen. Und die Besucher waren begeistert. Auch vom anschließenden Faschingstreiben auf dem Rathausplatz und dem Ball im Rathaussaal, der wie immer lange in den Faschingssonntag reichte. Ob welche anschließend zum Morgengottesdienst in die benachbarte Kirche gingen, ist unbewiesen.

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