Pittenhart – Zufriedenheit, Lebensfreude und eine herzerwärmende Dankbarkeit prägen den Alltag der Jubilarin Erna Hundsberger. Am 15. Februar 1936 wurde Erna als erstes Kind von Florian und Anna Niedermaier in Pittenhart geboren. Zusammen mit ihren jüngeren Brüdern Flori und Hermann wuchs sie in der traditionellen Kfz-Werkstatt und Tankstelle Niedermaier in Pittenhart auf.
Ihre Schulzeit von 1942 bis 1950 verbrachte Erna Niedermaier im benachbarten Schulhaus der Ortschaft. Nach acht Klassen besuchte sie, wie damals üblich, die Hauswirtschaftsschule in Wasserburg mit drei Freundinnen aus der Gemeinde. Für eine Ausbildung im Einzelhandel bot sich das elterliche Geschäft an, ergänzend besuchte sie die Berufsschule in Traunstein.
Nach Ausbildungsende führte Erna Niedermaiers beruflicher Weg Richtung Tegernsee, wo sie als Verkaufsfahrerin für die Bäckerei Guggenhuber die Verteilung der Backwaren übernahm. In Pittenhart gab es den Schreinerburschen Josef Hundsberger, den sie immer wieder gerne sah. Die beiden hatten nicht nur Interesse aneinander, sondern pflegten auch gemeinsame Hobbys wie das Motorradfahren. Aus der jugendlichen Freundschaft wurde bald eine unzertrennliche Liebe.
1958 schlossen Erna und Josef vor Pfarrer Gschlößl in der Pittenharter Pfarrkirche den Bund der Ehe. Wie sich die Jubilarin freudig erinnert, feierten sie eine schöne und große Hochzeit im damaligen Brandl-Saal. Die Hochzeit brachte für die Braut einen Umzug mit sich. Das Hundsberger-Anwesen mit Lebensmittelgeschäft und Schreinerei in Pittenhart wurde ihr neues Zuhause, und fortan stand Erna im Laden und bediente die Kunden. Im Laufe der Jahre wurde das Lebensmittelgeschäft vergrößert und das Angebot an Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs erweitert.
Viel Arbeit im
Lebensmittelgeschäft
Groß war die Freude der jungen Eheleute, als 1963 ihr Töchterchen Erna geboren wurde. Die angeborene körperliche Behinderung ihres Sonnenscheins brachte jedoch eine große Herausforderung und unzählige Fahrten nach München zu den einzelnen medizinischen Behandlungen und Rehamaßnahmen mit sich. Wie ein Wunder war es, als die Tochter an ihrer Erstkommunion eigenständig zum Altar gehen konnte.
Neben all der Arbeit im Lebensmittelgeschäft und bei Josef in der Schreinerei und dem Bestattungsunternehmen fand die Familie immer wieder Zeit für Ausflüge und Urlaube, die sie gerne in der Wachau verbrachten. Die Marillenknödel und der gute Wein sind der Jubilarin in guter Erinnerung geblieben. Sie erzählt auch gerne von den Kegelabenden, die mit befreundeten Ehepaaren in Suranger besucht wurden.
In späteren Jahren nahm sich das Ehepaar Hundsberger den Seniorenausflügen an. Jede Fahrt, die mit den Pittenharter Senioren unternommen wurde, planten sie sorgfältig, fuhren vorher die Strecke ab und nahmen die Gasthäuser genau unter die Lupe.
Anfang der 1980er-Jahre heiratete Tochter Erna, und mit Schwiegersohn Sepp kam eine große Hilfe in die Familie. 1984 kam mit der Geburt von Enkel Georg neues Leben hinzu. Eineinhalb Jahre später erblickte Enkelin Christine das Licht der Welt. Wie die zweifache Oma heute sagt: „Es war einfach nur schön, als die Enkel kamen!“ Gerne waren sie Großeltern und freuten sich über ihre beiden Enkel, die sie inzwischen zur fünffachen Uroma machten.
Im Dezember 2020 musste sich die Familie von Ehemann, Vater und Opa Josef Hundsberger verabschieden. Josef war nach kurzer Krankheit verstorben.
Kurz nach dem Tod von Josef gab es für Erna nochmals eine einschneidende Veränderung in ihrem Leben. Sie zog innerhalb des Dorfes um. Das Haus von Enkel Georg, seiner Frau Sandra und den drei Urenkelinnen ist nun ihr neues Zuhause.
Gut eingebettet in die Familie und bestens versorgt darf die Oma und Uroma ein sorgenfreies Leben genießen, und das Wichtigste: Sie fühlt sich wohl und ihr geht es sehr gut, wie sie sagt.
Ihre Lebensfreude und ihre Herzlichkeit sind förmlich ansteckend. Wenn Urenkelin Sophia mal ausgeht und sich bei der Uroma verabschiedet, gibt ihr diese auf den Weg mit: „Mach es dir lustig und genieße deine Jugend.“emk