Flintsbach – Beim ersten Seniorennachmittag im neuen Jahr berichtete Bürgermeister Stefan Lederwascher traditionell im Rahmen einer Seniorenbürgerversammlung im Pfarrheim St. Martin über das Gemeindegeschehen des Jahres 2025. 60 Senioren, die vom Organisationsteam der Pfarrgemeinde liebevoll versorgt wurden, lauschten aufmerksam seinen Ausführungen.
Zu Beginn stellte er die Flintsbacher Einwohnerstatistik mit aktuell 3.219 Einwohnern (Vorjahr 3.238) vor. Beachtenswert ist, dass derzeit 20 Prozent über 66 Jahre alt sind. Diese Entwicklung interessierte die Senioren besonders, da der Anteil in den vergangenen Jahren noch bei 18 Prozent lag. Dies spiegelt eine demografische Steigerung wider, die in Flintsbach, wie auch in Bayern und Deutschland, eine zunehmende Überalterung der Bevölkerung abbildet. 51 Prozent der Flintsbacher Einwohner sind weiblich, 49 Prozent männlich.
Anschließend erläuterte Bürgermeister Stefan Lederwascher die Gemeindeeinnahmen des vergangenen Jahres. Mit 1,76 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen hat die Gemeinde zwar ein um 350.000 Euro schlechteres Ergebnis erzielt als im positiven „Ausreißerjahr“ 2025, ist aber insgesamt diskret steigend im Vergleich zu den früheren Jahren. Dies deutet auf eine homogene Gewerbestruktur hin. Bürgermeister Stefan Lederwascher sieht hier die Gemeinde gut aufgestellt.
Der größte Einnahmeposten der Gemeinde Flintsbach ist der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer, der 2,4 Millionen Euro betrug und mit einem Plus von rund 80.000 Euro gegenüber 2024 erneut stieg. Die erfreuliche Entwicklung der Vorjahre setzte sich somit auch 2025 fort. Auch hier bildet sich, unter anderem, der attraktive Standort von Flintsbach ab. Allerdings bleibt mittelfristig ein demografisches Risiko, weil mit dem Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge die Lohn- und Steuerkraft nachlassen wird.
Die insgesamt positive Einnahmesituation, die auch weitere Steuern, zum Beispiel Grund- und Grunderwerbsteuer, beinhaltet, ermöglicht es der Gemeinde, ihre Pflichtleistungen im Bereich Kinderkrippe, Kindergarten, Schule, Jugend- und Seniorenpolitik, Kanalisation, Straßenerneuerung, Breitbandversorgung und die sonstigen anfallenden Gemeindeleistungen zu bestreiten. Allerdings ist für die nächsten Jahre eine überlegt ausgewogene Haushaltsführung notwendig, da nach dem Kauf des Grundstücks zwischen Flintsbach und Fischbach für die beiden Feuerwehren das neue Feuerwehrhaus zu finanzieren ist. Ein weiterer großer Zukunftsausgabeposten ist die Grunderneuerung der Trinkwasserversorgung, die in Zeiten der oft langen Trockenperioden im Rahmen des Klimawandels von existenzieller Bedeutung ist.
Der permanente Abbau der Schulden in den vergangenen Jahren ermöglichte den Kauf von sehr wichtigen Grundstücken, ohne in Haushaltsnöte zu kommen. Trotz dieser außergewöhnlich hohen Investitionen bleibt Flintsbach klar unter dem Verschuldungsniveau vergleichbarer bayerischer Gemeinden und damit handlungsfähig.
Ein Wermutstropfen sind hingegen die hohen Aufwendungen für die Kreisumlage, obwohl klar ist, dass dies der größte Einnahmeposten des Landkreises für seine mannigfachen Aufgaben (unter anderem öffentliche Kliniken, Schulen und so weiter) ist. Leider ist in Zukunft mit einer Steigerung zu rechnen.
Für Bürgermeister Stefan Lederwascher ist der Planungsprozess der Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel nach wie vor ein äußerst drängendes und vorrangiges Thema. Durch den Regierungswechsel in Berlin sind, im Gegensatz zu den vorangegangenen drei Jahren der Ampelregierung, wo man sich im Inntal „abgenabelt“ vorkam, nun wieder direkte Kontakte, vor allem über die CSU-Abgeordneten, möglich. Vor Ort ist die Zusammenarbeit mit der „Interessengemeinschaft (IG) zum Erhalt der bäuerlichen Existenz im Oberen Inntal“, die vom Bauernverband unterstützt wird, sehr wichtig. Auf Landesebene haben Ministerpräsident Markus Söder und der Bayerische Verkehrsminister Christian Bernrieder zugesichert, unter anderem eine im Wildbarren verlaufende Verknüpfungsstelle zu unterstützen.
468.000 Euro für
die Burg Falkenstein
In seinem mit zahlreichen Fotos illustrierten Vortrag blickte Stefan Lederwascher auf das Jahr 2025 zurück, das in Flintsbach von zahlreichen Projekten und kulturellen Ereignissen geprägt war. Herausragend nannte er das 350-jährige Bestehen des Volkstheaters Flintsbach.
In diesem Zusammenhang lobte Lederwascher das gut ausgeprägte Ehrenamt in Flintsbach und hob besonders die hervorragende Arbeit aller Flintsbacher Vereine hervor. Für Freude sorgte die Nachricht, dass der Freistaat 468.000 Euro für die Sicherung der Burg Falkenstein zugesagt hat und damit der Wiederaufbau der vom Hochwasser weggerissenen Burgmauer möglich ist.