„Baderkrieg“ und Babyglück im Gasthaus Kapsner

von Redaktion

Theatergruppe des Trachtenvereins Hochstätt präsentiert Volksstück

Schechen – Um die Jahrhundertwende praktiziert mitten in der bayerischen Provinz ein erfahrener Bader (Martin Posch schlüpft in diese Hauptrolle), der sich im Nebenzimmer des Dorfwirts eingerichtet hat. Der Wirt (Georg Posch) sieht unverhohlen seine Vorteile aus diesem zunächst beiderseits gewollten Zusammenspiel, da die wartenden Patienten derweil ihre Zeche in seiner Gaststube machen.

Nun ist der Wirtssohn Toni (Ludwig Baul) dabei, sein Medizinstudium abzuschließen und soll den Vorstellungen seines Vaters zufolge in des Baders Refugium seine eigene Praxis eröffnen. Der Bräu aus der Stadt (Hugo Kapsner), seines Zeichens Bierlieferant, wird bei seiner kritischen Visitation der Gasträume vom Wirt in dessen Plan eingeweiht. Diese vertrauliche Botschaft hat allerdings die Bedienung Burgl (Katharina Schildhauer) belauscht und dem alten Bader die Neuigkeit umgehend „gestochen“. Dieser befürchtet nun, dass damit sein Lebensunterhalt streitig gemacht wird. Die Harmonie ist damit dahin. Er beschließt, dem jungen, angehenden Arzt sein Revier nicht kampflos zu überlassen. Emotional geladen erklärt er den „Baderkrieg“ und heckt dabei seine hinterlistige Strategie aus.

Der Wirtssohn und angehende Arzt kommt zu Besuch und bekommt es mit Baders Bauernschläue zu tun. Recht bereitwillig schiebt dieser ihm, verpackt in eine heitere Szenerie, die Behandlung seiner Patienten mit den unterschiedlichsten Blessuren zu. Da kommt der Ziegenbauer Irgel (Vitus Altendorfer) mit seinem Furunkel am Gesäß, der Hufschmied Hias (Bernhard Wechselberger) dieses Mal mit ausgerenkter Schulter, und wie nicht anders zu erwarten, tauchen auch noch die Kotzenrieder-Schwestern Mare und Resi mit ihren eingebildeten Krankheiten auf (Claudia Altendorfer und Ariane Taube spielen diese Rollen in unnachahmlicher Spiellaune).

Dies alles, und weil der angehende Doktor nun absolut kein Blut sehen kann und obendrein seine unbedarfte Behandlung, die er den Kotzenrieder-Weibern angedeihen ließ, zu nicht vorhersehbaren Auswüchsen führte, machte seine „Überforderung“ perfekt und führte dazu, dass er schließlich sein lange gehütetes „Geheimnis“ dem Bader verrät.

Der Wirt, vom Viehmarkt zurück und dem guten Geschäft, zu dem ihm der Knecht Hausl (im originellen Rollenspiel von Spielleiter Alfons Altendorfer) verholfen hat, noch gut gelaunt, wird von den Neuigkeiten, die auf ihn einstürmen, sichtlich überrollt. Da legt erst einmal sein Sohn Toni die Beichte ab, dass es mit dem Doktor nichts wird. Dazu kommt auch noch die überraschende Ankunft Tonis hochschwangerer Freundin Leni (Vroni Altendorfer). Und weil das ganze Durcheinander immer noch nicht reicht, erfährt auch noch der Bräu von dieser Beziehung, wo doch seiner Tochter Leni längst ein Hochzeiter mit rarer Mitgift zugedacht war.

Wie kann es anders sein: Der Bader wird wieder einmal für einen speziellen Einsatz als Geburtshelfer gebraucht, weil der Kleine, Lenis Spross, schneller als geplant das Licht der Welt erblicken wollte. In der ganzen Aufregung und schließlich doch allgemeinen Freude über das neu geborene Leben platzte auch der vermeintlich unauflösliche Knoten für ein harmonisches Miteinander.

Die nächsten Aufführungstermine im Gasthaus Kapsner sind am Samstag, 28. Februar, um 20 Uhr und am Sonntag, 1. März, um 19 Uhr.Max Sollinger

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