Rohrdorf – Weg ist der Hund. Nicht etwa entlaufen, nein, die Stadtverwaltung hat ihn einkassiert. Weil ein Stadtrat Bürgermeister werden will und sich deshalb profilieren möchte. So gesagt klingt das weder an den Haaren herbeigezogen noch verstaubt. Dabei handelt es sich um den Inhalt einer Komödie, die schon 1930 uraufgeführt wurde und ab 7. März von den Rohrdorfern Theaterern auf die Bühne im Achentaler Heimathaus gehoben werden wird.
Der Autor, Bruno Frank, hat mit seinem Stück „Der Sturm im Wasserglas“ eine wahre Begebenheit aus dem Jahr 1928 aufgegriffen. Da hatte der Münchner Stadtrat die Erhöhung der Hundesteuer beschlossen, musste die Entscheidung aber wieder zurücknehmen, weil Tausende dagegen auf die Straße gingen. Bruno Frank machte daraus ein komödiantisches Sittengemälde jener Zeit, in der aber auch amouröse Verwicklungen – legale und halblegale – durchaus eine Rolle spielen. Zugleich aber sind eine ebenso sture wie herzlose Bürokratie und ein recht ichbezogener Politikbetrieb aufs Korn genommen – alles Verstrickungen und Verhaltensweisen, die, wie es scheint, zeitlos sind und auch an Realitätsnähe nichts verloren haben.
Im Einzelnen: Dr. Konrad Thoss (Rupert Wagner) soll Bürgermeister werden, verheddert sich aber in einer Lappalie um den Hund der einfachen Frau Vogl (Anna Hausstetter). Die Presse, in Person des Journalisten Franz Burdach (Jakob Wagner), greift den Fall auf und bringt damit die politische Karriere von Dr. Thoss zu Fall. Ob Burdach dafür zu illegalen Mitteln griff, hat schließlich der Richter (Markus Auer) zu entscheiden. Dargestellt wird in diesem Rahmen auch das Münchner Politikmilieu jener Zeit: Am Beispiel der Freundschaft von Thoss, seiner Frau Victora (Karin Piezinger), dem Zeitungsverleger Quilling (Georg Dick) und dessen Gattin Lisa (Christine Zäch) entsteht ein authentisches Sittengemälde der besseren Gesellschaft, während Frau Vogl, der Magistratsdiener (Toni Wufka), der Gerichtsdiener (Leo Fischbacher) und das Stubenmädchen (Veronika Zaus) die Schicht der einfachen Leute repräsentieren.
Dass Autor Bruno Frank als ehemaliger Jurastudent besonders Kritik an der realitätsfremden Justiz übt, wird in der beinahe absurden Gerichtsszene mit sachverständigem Tierarzt (Andreas Wufka), Staatsanwalt (Klaus Biehl), zwei Schöffen (Anian Steiner und Marinus Göschl) und Rechtsreferendar (Jonas Hangl) deutlich.
Kurz: Die Rohrdorfer Theaterer unter der Leitung von Regisseur Toni Wufka bringen einen „Sturm im Wasserglas“ auf die Bühne, der den besten Folgen des immer noch berühmten „Königlich Bayerischen Amtsgerichtes“ in nichts nachsteht.
Die Premiere findet am 7. März um 20 Uhr im Achentaler Heimathaus statt. Die weiteren Aufführungen sind am 14., 15., 20., 21., 27. und 28. März um 20 Uhr sowie am 29. März um 14 Uhr. Karten gibt es bei Wildblume Floristik, Dorfplatz 3. jt