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von Redaktion

Die „Blaue Quelle“ in Erl steht seit 1926 unter Naturschutz – Größte Trinkwasserquelle Tirols

Kiefersfelden/Erl – Die „Blaue Quelle“ in Erl ist die größte Trinkwasserquelle Tirols und steht seit dem 25. Februar 1926 unter Naturschutz. Mit der damaligen Unterschutzstellung der früher sogenannten „Blauen Gumpe“ durch die Bezirkshauptmannschaft Kufstein wurde sie zum ersten Naturdenkmal Tirols erklärt.

Aus dem Berg sprudeln hier (je nach Wetterlage) 700 bis 1.000 Liter mineralhaltiges Wasser pro Sekunde. Das Wasser ist kristallklar, nährstoff- und sauerstoffarm und weist ganzjährig eine konstante Temperatur von sieben bis neun Grad Celsius auf. Die Quelle speist einen tiefblauen Quellteich, der von einer eindrucksvollen Baumgruppe aus Rosskastanien, Buchen, Eichen, Eschen, Linden und Birken umgeben ist. Quelle, Teich und Baumbestand bilden seit 1926 gemeinsam das geschützte Naturdenkmal. Die Anlage befindet sich in Privatbesitz und gehört zum traditionsreichen Gasthaus „Blaue Quelle“ der Familie Struth-Scherlin. Die charakteristische türkis-blaue Färbung des Wassers entsteht durch Armleuchteralgen, die auf dem teilweise lehmigen Grund wachsen und mit dem besonders reinen Wasser interagieren. Die „Blaue Quelle“ ist eine Karstquelle mit einem Einzugsgebiet von über 130 Quadratkilometern, das sich bis in den Raum Geigelstein in Bayern erstreckt. Hydrografische Untersuchungen zeigen, dass das Wasser rund 40 Jahre im Berginneren verbringt, bevor es – natürlich gefiltert – wieder an die Oberfläche tritt.

An der Wasseroberfläche lässt sich gut erkennen, wo das Wasser mit enormem Druck aus dem Felsen austritt.

Mit ihrer Schüttung zählt die „Blaue Quelle“ zu den ergiebigsten Trinkwasserquellen Tirols. Das rechtsdrehende Wasser wird zudem von Aquarienbesitzern geschätzt, da es das Algenwachstum reduziert.

Peter Kitzbichler

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