Brutaler Angriff auf Rotter AfD-Bürgermeisterkandidaten? Was ein Video entlarvt

von Redaktion

Jugendliche sollen auf 70-Jährigen eingetreten haben – Polizei ermittelt wegen Körperverletzung – OAP Rosenheim kann das Gegenteil beweisen

Rosenheim – Ein Schlag von der Seite zwischen die Beine. Ein Sturz vornüber aufs Kopfsteinpflaster. Ein stechender Schmerz im Knie. Fußtritte gegen die Beine und den Oberkörper. Michael Maurer hat vor Schmerzen geschrien – und kann nicht fassen, was er am Samstag, gegen 11 Uhr, auf dem Max-Josefs-Platz erlebt hat. Der 70-Jährige ist Bürgermeisterkandidat der AfD in Rott. Am Informationsstand kam er mit Menschen ins Gespräch.

Dramatischer Vorfall
oder ein Märchen?

„Dann hat ein Pulk von zehn bis 15 jungen Menschen mit ihrem Banner die Leute an unserem Infostand bedrängt“, beschreibt er im Telefonat mit dem OVB. Er habe sich bewusst aus dieser Situation entfernt, denn, so betont er: „Ich verabscheue Gewalt. Es ist das primitivste Mittel, um seine Meinung durchzusetzen.“ Als sich Maurer etwa fünf Meter neben dem Infostand befand, bemerkte er plötzlich, dass er eingekreist war, erzählt er. „Ich bekam Tritte zwischen die Beine, stürzte nach vorn, habe mich mit den Händen abgestützt, damit ich nicht aufs Gesicht falle, schlug aber voll mit dem Knie auf dem Asphalt auf und spürte einen heftigen, stechenden Schmerz im Knie.“ Als er auf dem Boden lag, soll er von einer jungen Frau und einem jungen Mann gegen die Beine und die Brust getreten worden sein.“ Schließlich seien ihm Passanten zu Hilfe gegeeilt. Im Krankenwagen wurde er erstversorgt. Auch die Polizei war schnell vor Ort. Maurer konnte seine „Angreifer“ identifizieren, denn sie waren noch auf dem Platz. „Ortsbekannte Linksextremisten des Offenen Antifaschistischen Plenums“, beobachtete AfD-Kreisvorsitzender Andreas Winhart. „Drei Jugendliche im Alter von 18 und 19 Jahren aus München und dem Landkreis Rosenheim“, informiert Robert Maurer von der Polizeiinspektion Rosenheim auf OVB-Anfrage.

Der 70-jährige Bürgermeisterkandidat der AfD wurde im Klinikum Rosenheim geröntgt und notärztlich versorgt. Er erlitt Prellungen und Verletzungen im Bauchbereich und an den Beinen sowie Bänderzerrungen am Knie. „Zum Glück ist nichts gebrochen“, berichtete er im Telefonat mit dem OVB. Trotzdem habe er starke Schmerzen, müsse an Krücken gehen und sei dankbar, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Denn Michael Maurer ist, wie er betont, zu 50 Prozent schwerbehindert: „Mir wurden mehrere Wirbel versteift. Solche Stürze können dazu führen, dass ich im Rollstuhl lande“, macht er klar. AfD-Landtagsabgeordneter Winhart will weitere rechtliche Schritte prüfen: „Die Gewaltspirale durch die Linksextremisten in Rosenheim hat damit ein neues Ausmaß erreicht. Wie feige muss man sein, sich ausgerechnet Senioren als Opfer auszusuchen.“

Große Worte
oder dreiste Lügen?

Michael Maurer hat Strafanzeige gegen die Angreifer gestellt. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, ist er fassungslos und ruft dazu auf, Meinungen im Dialog und ohne Gewalt auszutauschen. „Dass man auf Andersdenkende einschlägt, dürfen wir in einer Demokratie nicht erlauben.“ Andreas Winhart richtet den Appell an die Gruppe, „auf den Boden der Verfassung zurückzukehren und Straftaten zu unterlassen“. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen die drei mutmaßlichen Täter im Alter von 18 und 19 Jahren eingeleitet.

Das Offene Antifaschistische Plenum (OAP) Rosenheim weist die Vorwürfe in einer Stellungnahme entschieden zurück. Mehrere Aktivisten, deren Namen nicht genannt werden, hätten berichtet, dass versucht worden sei, ihnen ein Transparent gewaltsam zu entreißen. Sie seien geschubst, gezogen und beleidigt worden. Auch Andreas Winhart soll eine Person geschubst und angeschrien haben. Die Vorwürfe, die Aktivisten hätten den Rotter Bürgermeisterkandidaten der AfD angegriffen, weist die OAP zurück. Eine Augenzeugin, deren Name ungenannt bleibt, soll genau das Gegenteil beobachtet haben. Demnach soll sich der Bürgermeisterkandidat mit seinem Körper auf die Aktivisten gestürzt haben, um ihnen ihr Transparent zu entreißen. Als er am Boden lag, sollen ihn mehrere junge Aktivisten sogar gefragt haben, wie es ihm gehe. Das OAP hat seiner Stellungnahme am Sonntagabend auch noch ein Video beigefügt.

Video soll beweisen,

wie es wirklich war

Dieses beweist, dass Michael Maurer vor seinem Sturz nicht attackiert worden ist. Das Gerangel der Aktivisten und der AfD-Vertreter ist zu sehen. Maurer geht gezielt in Richtung der Auseinandersetzung und fällt ohne die Beteiligung Dritter in die Gruppe. Weder Tritte in seine Beine noch in seinen Körper sind zu sehen. Vielmehr ist es einer der Jugendlichen, der Maurers Kopf am Boden schützt (ovb-online.de). Warum Maurer und Winhart im OVB-Gespräch eine falsche Version darstellten, ist nicht nachvollziehbar. Annika Betz, Sprecherin des OAP Rosenheim, äußert sich besorgt über die Entwicklung: „Wir beobachten mit großer Sorge die zunehmende offene Gewalt, die vom Umfeld der AfD Rosenheim ausgeht.“Kathrin Gerlach

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