„Bründlsteg“ wiedereröffnet

von Redaktion

Beliebte Querungsbrücke über Kieferbach erneuert – Ein Fest für das Dorf

Kiefersfelden – Das halbe Dorf, so schien es zumindest, war auf den Beinen, um die Wiedereröffnung des „Bründlstegs“ zu feiern. Die bei Einheimischen und Wanderern sehr beliebte Querungsbrücke über den Kieferbach war mehr als ein halbes Jahr nicht mehr nutzbar gewesen. So freute sich nicht nur Bürgermeister Hajo Gruber (UW), „dass es uns endlich gelungen ist, den Bründlsteg zu erneuern“. Die alte Brücke, mit geschichtlichem Hintergrund, musste wegen gravierender Sicherheitsmängel im vergangenen Jahr abgerissen werden und „so war es sehr wichtig für uns, einen neuen Übergang zu schaffen“, ergänzte der Rathauschef.

Der scheint „durchaus gelungen“ zu sein, wie der Leiter des technischen Bauamts, Andreas Horn, eingangs erklärte. Er bedankte sich ausdrücklich bei den mit dem Neubau befassten Firmen und lobte die gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden. Zum neuen Bründlsteg führte der Fachmann abschließend aus, „dass er als Stahlfachwerkbrücke konstruiert wurde, mit verschweißten Hohlprofilen, auch wegen des geringeren Gewichts“. Sämtliche Stahlelemente sind verzinkt und pulverbeschichtet, was ja auch Sinn macht, um den Korrosionsschutz zu erhöhen und die Wartungsintervalle zu minimieren.

Das Geländer rechts und links besteht aus beschichteten Edelstahlnetzen, „um den Kleinen die Möglichkeit zu geben, gefahrlos nach den Fischen im Kieferbach zu schauen“, wie Bürgermeister Hajo Gruber einwarf. Als Laufbelag wurden starke, unbehandelte Lärchenholzbohlen verbaut, die nahezu wartungsfrei, sicher und auch optisch ansprechend sind. Die Brücke ist 32 Meter lang, 1,2 Meter breit und sie wiegt 14 Tonnen. Im Gegensatz zum alten Bauwerk wurden die Fundamente um 35 Zentimeter angehoben. Dadurch ist die Brücke nun in der Mitte um 25 Zentimeter höher und sie ist auf der gesamten Länge freitragend, also ohne weiteren Pfeiler in der Flussmitte. Das war vor allem im Sinne des Hochwasserschutzes eine wichtige Neuerung, um die Sicherheit für die „Kohlstatt“ für ein 1.000-jährliches Hochwasserereignis zu erhöhen. Billig war das alles natürlich auch nicht. Die Baukosten beliefen sich auf 310.000 Euro, wobei davon noch 45 Prozent Förderung durch die Regierung Oberbayerns abzuziehen sind. Auch Pfarrer Hans Huber betonte die hohe Priorität des Bründlstegs, „der zwar nicht weltbekannt ist, aber wichtig für die Verbindung zwischen dem Ortsteil Kohlstatt und dem sehr beliebten Ausflugsziel „Hechtsee“ in Tirol. Diese Erneuerung ist sicher sehr hilfreich und wertvoll für unsere Gemeinde“, so der Geistliche weiter, der dann die Neukonstruktion mit einem kurzen Gebet und geweihtem Wasser seiner alten und wieder neuen Bestimmung übergab. Der zuständige Bauamtsleiter durchschnitt das rote Absperrband und gab die Brücke nach monatelangem Warten endlich wieder frei. Angeführt vom Bürgermeister genossen dann alle das neue Querungsgefühl; sie zogen, einem langen Lindwurm ähnlich, über die Brücke, was zugleich auch schon der Härtetest für diese war. hko

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