Nußdorf hat keine Mittel, etwas zu gestalten

von Redaktion

Gemeinde im Inntal unter engen Haushaltsvorgaben: Genug für die Pflicht, für die Kür fehlt das Geld

Nußdorf – Der Haushalt 2026 der Gemeinde Nußdorf am Inn steht unter spürbar engeren finanziellen Rahmenbedingungen als in den Vorjahren. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 7,8 Millionen Euro, davon entfallen 6,9 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und lediglich 865.900 Euro auf den Vermögenshaushalt. Gerade der vergleichsweise niedrige Ansatz im investiven Bereich verdeutlicht, dass im kommenden Jahr kaum Spielraum für größere Projekte bleibt. Mit einem Vermögenshaushalt von nicht einmal 900.000 Euro kann die Gemeinde faktisch nur notwendige Maßnahmen und Pflichtaufgaben abarbeiten.

Einnahmenseite stabil, aber
ohne positive Tendenz

Die Einnahmenseite bleibt zwar grundsätzlich stabil, zeigt jedoch keine Dynamik nach oben. Wichtigste Einnahmequelle ist weiterhin der Anteil an der Einkommensteuer mit 2,33 Millionen Euro. Die Gewerbesteuer ist mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt und bewegt sich damit unter früheren Höchstständen. Hinzu kommen 390.000 Euro aus der Grundsteuer A und B, 240.000 Euro aus dem Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer sowie 235.000 Euro an Schlüsselzuweisungen. Insgesamt ergibt sich damit eine solide, aber wenig expansive Einnahmenstruktur.

Entscheidend für den begrenzten Handlungsspielraum ist die Entwicklung der Kreisumlage. Der Umlagesatz beträgt im Jahr 2026 49,5 Prozent und ist damit gegenüber dem Vorjahr um einen Prozentpunkt gestiegen. Für Nußdorf bedeutet das eine Abführung von rund 1,9 Millionen Euro an den Landkreis. Dieser Betrag entspricht einem erheblichen Anteil der gemeindlichen Einnahmen und reduziert unmittelbar die Mittel, die für eigene Investitionen oder freiwillige Leistungen zur Verfügung stehen. Die steigende Umlage wirkt sich damit direkt auf die Höhe des Vermögenshaushalts aus.

Auf der Ausgabenseite fallen insbesondere die Personalkosten ins Gewicht. Tarifsteigerungen, allgemeine Kostenentwicklungen sowie der Betrieb der gemeindlichen Einrichtungen führen dazu, dass ein wachsender Teil des Verwaltungshaushalts für Personalaufwendungen gebunden ist. Die Personalkosten sind seit dem letzten Jahr deutlich gestiegen, die Entwicklung ist strukturell problematisch und der Trend bleibt klar aufwärtsgerichtet.

Gerade im Bereich der Kinderbetreuung entstehen hohe laufende Kosten. Den Einnahmen von 505.000 Euro an Zuschüssen und 150.000 Euro an Gebühren stehen erhebliche Betriebs- und Personalkosten gegenüber. Ähnliches gilt für die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, deren Gebühreneinnahmen – 330.000 Euro für Wasser und 270.000 Euro für Kanal – aber kostendeckend kalkuliert sind.

Die Gemeinde hält an ihren bisherigen Hebesätzen fest. Die Grundsteuer bleibt bei 320 v.H., die Gewerbesteuer bei 350 v.H. Eine Anpassung wurde nicht vorgenommen, was für Kontinuität bei Bürgern und Betrieben sorgt, gleichzeitig aber die Einnahmemöglichkeiten begrenzt.

Die Liquiditätslage bleibt geordnet. Der Kassenkreditrahmen von 300000 Euro wurde in den vergangenen Jahren nicht in Anspruch genommen. Neue Schulden sind nicht vorgesehen. Dennoch zeigt der Haushalt 2026 deutlich, dass die finanziellen Spielräume enger geworden sind. Der geringe Vermögenshaushalt lässt kaum Raum für größere Investitionen oder strukturelle Weiterentwicklungen.

Der Haushalt 2026 ist von Pflichtausgaben geprägt

Der Etat ist damit vor allem von Pflichtausgaben, Umlageverpflichtungen und laufenden Kosten geprägt – weniger von Gestaltungsmöglichkeiten als vielmehr vom Ziel, Stabilität unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen zu sichern. Der Haushalt wurde anschließend einstimmig vom Gemeinderat verabschiedet.re

Artikel 1 von 11