Frasdorf bekräftigt „Ja“ zu Rosi

von Redaktion

Zustimmung des Gemeinderats zur Aufhebung des Sektorenmodells und Preisanpassungen

Frasdorf – Mit großer Mehrheit bekräftigte der Frasdorfer Gemeinderat sein Ja zu Rosi, dem On-Demand-Verkehrsprojekt unter der Federführung des Landratsamtes Rosenheim. Der Rat stimmte darüber hinaus den vorgestellten Änderungen bezüglich Aufhebung des Sektorenmodells, Einschränkung der Bedienzeiten sowie Preisanpassung mit neuen Buchungsmodalitäten zu und stellte einen Vertragsabschluss zum Weiterbetrieb des On-Demand-Verkehr Rosi mit dem Landratsamt Rosenheim bis zum 30. April 2028 in Aussicht. Sofern in dem abzuschließenden Vertrag klar geregelt ist, dass die Gemeinde Frasdorf keine aufgelaufenen oder künftigen Defizite von anderen Kommunen übernehmen wird und dass die größeren Gemeinden Bernau, Prien und Bad Endorf weiter am On-Demand-Dienst Rosi teilnehmen.

Angebot soll
weiterentwickelt werden

Im Vorfeld hatte Wolfgang Inninger, Leiter des Projektzentrums Prien am Fraunhofer IML und stellvertretender Sprecher der Fraunhofer-Allianz Verkehr, Zahlen präsentiert: Vom Start im Mai 2022 bis zum 14. Oktober 2024 gab es eine Gesamtkilometerleistung von 1,710 Millionen Kilometern, über 108.000 Fahrten mit gut 142.000 Personen, von denen wiederum 23.000 ein Deutschlandticket haben.

Doch die hohe Nachfrage führte zu geringer Verfügbarkeit, das im Mai 2025 eingeführte Sektorenmodell sorgte für einen weiteren „deutlichen Rückgang an Fahrten und Anfragen“, was auch auf eine schlechte Kommunikation zurückzuführen sei.

Wie lässt sich also eine „Rosi 2.0“ weiterentwickeln und optimieren? Eine Aufhebung des Sektorenmodells lasse die Akzeptanz wieder steigen, eine bessere Kopplung an den ÖPNV wäre hier eine weitere Perspektive. Eine Einschränkung der nächtlichen Bedienzeiten samt Unterscheidung zwischen Winter und Sommer würde die Anzahl der verfügbaren Fahrzeuge reduzieren und brächte eine Kostenersparnis von 72.400 Euro pro Jahr.

Auch das Preissystem werde angepasst. Künftig sollen kurze Fahrten günstiger werden: Vier Euro bis zu zehn Kilometer (statt bisher sechs Euro) und längere Fahrten werden teurer. Jeder weitere Mitfahrer pro Buchung fahre zum halben Preis. Kosten werden bei Storno/No-Show erhoben. Und das System soll auf Kartenzahlung über ioko-Rosi-App umgestellt werden. Die ioki-App könnte sich künftig auch für Fahrten in Nachbarlandkreise lohnen, so Inninger weiter, denn Rupi (seit Oktober 2023 rund um den Waginger See), der geplante Rufbus Traudl (ab 1. Juni 2026 in Grabenstätt, Chieming, Übersee und Grassau mit 215 Haltestellen) und der noch in Ausschreibung für große Teile des Landkreises Berchtesgaden befindliche Service werden vermutlich auch über die ioki-App buchbar sein.

Abschließend fasste Inninger zusammen: Im Betriebsjahr 5 (2026) werden rund zehn Prozent weniger Betriebskosten anfallen als in 2025. Dies sei allerdings „eine grobe Prognose“ und hänge vom Verbleib der restlichen Gemeinden ab. Die Förderung vom Freistaat bleibe im Vergleich zu 2025 effektiv in etwa gleich, also bei 35 Prozent. Auch das Landratsamt trage einen Anteil. Zudem muss der Landkreis die bisherigen Abkommen mit den Gemeinden über einen Vertrag sichern.

Bürgermeister Daniel Mair (CSU) erklärte, dass die von Inniger vorgestellte Prognose unter dem im Jahr 2024 beschlossenen Kostenrahmen liege. Deshalb empfehle die Verwaltung dem Gemeinderat, das Projekt für die nächsten beiden Jahre weiterzuführen. Eine Willenserklärung zur Weiterführung der Rosi und Übernahme der prognostizierten gemeindlichen Defizite sei aktuell von den teilnehmenden Gemeinden ausreichend.

Dem abschließenden Beschlussvorschlag – weiterhin Teilnahme am On-Demand-Dienst Rosi, keine Übernahme von aufgelaufenen oder künftigen Defizite von anderen Kommunen sowie ein Verbleib der größeren Gemeinden Bernau, Prien und Bad Endorf – folgten 13 Gemeinderäte, drei weitere stimmten dagegen.

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