Aschau im Chiemgau – Mit einem einstimmigen Votum verabschiedete der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Haushaltssatzung der Gemeinde Aschau im Chiemgau mit Haushaltsplan, Investitionsprogramm und Stellenplan. „Der Haushalt ist ausgeglichen, aber auf das unbedingt Notwendige beschränkt“, erläuterte Kämmerin Julia Oberhuber. Der Gesamthaushalt hat ein Volumen von circa 25,3 Millionen Euro. Der Verwaltungshaushalt umfasst etwa 19,6 Millionen Euro.
Trinkwasserleitungen
verursachen hohe Kosten
Im Vermögenshaushalt stehen 5,7 Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung. Große Sprünge kann sich die Gemeinde damit nicht leisten, vielmehr gilt es, bei den Pflichtaufgaben klare Prioritäten zu setzen. Allein 690.000 Euro werden für die Instandhaltung der Trinkwasserversorgung und des Kanalsystems gebraucht. Für Unterhalt und Sanierung der Straßen sind rund 456.000 Euro eingeplant. Der Auftrag für das größte Straßenbauprojekt des Jahres 2026 in Innerwald mit einem Volumen von 418.000 Euro wurde bereits vergeben. Der Baubeginn soll nach Ostern erfolgen. Weitere 370.000 Euro sind für Brückensanierungen veranschlagt.
Ein zentrales Vorhaben ist die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeugs (LF 10) für die Feuerwehr. Es soll Ende des Jahres in Aschau eintreffen und kostet rund 625.000 Euro. Vom Freistaat werden etwa 130.000 Euro erwartet, sodass für die Gemeinde ein Eigenanteil von 495.000 Euro verbleibt. Eine Anzahlung wurde bereits geleistet, 450.000 Euro werden in diesem Jahr fällig.
Auch in die Kinderbetreuung wird investiert: Um den künftigen Bedarf in der Ganztagsbetreuung zu decken, sollen das Dachgeschoss des Schulaltbaus ausgebaut und das Bestandsgebäude saniert werden. In der „Villa Kunterbunt“ entstehen rund 125 Plätze. Die Gesamtkosten werden auf etwa zwei Millionen Euro geschätzt, im aktuellen Haushalt sind zunächst 250.000 Euro für Planungsleistungen eingestellt. Fördermittel für das Projekt wurden beantragt.
Schutz vor Hochwasser
am Kalkgraben
Ein weiteres Großprojekt ist der Hochwasserschutz am Kalkgraben. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 700.000 Euro, die Gemeinde hofft auf eine Förderung von bis zu 50 Prozent durch den Freistaat. Für das laufende Jahr sind 244.000 Euro eingeplant. Der Gemeinderat hat den Planungen zugestimmt, Fördermittel sowie der vorzeitige Maßnahmenbeginn wurden beantragt.
Nach der Bewirtschaftung der Weideflächen soll im Herbst der südliche Bauabschnitt oberhalb der Kita „St. Marien“ an der Schützenstraße starten. Ein im natürlichen Gelände modellierter Damm am Hochfeld südöstlich des Sportplatzes soll die Bebauung künftig vor Hochwasser schützen. Hangwasser wird dort aufgefangen und über einen Durchlass zwischen Tagespflege und Kita abgeleitet.
Im zweiten Bauabschnitt entsteht nördlich am Dreilindenweg ein Einlaufbauwerk. Das Oberflächenwasser soll über einen offenen Graben entlang der Herbststraße außerhalb der Bebauung und unterhalb der geplanten Energiezentrale auf die Wiese an der Pölchinger Straße – das „Engerndorfer Feld“ – geleitet werden und dort versickern.