Weniger Rehwild im Wald

von Redaktion

Jagdgenossenschaft Nußdorf zieht Bilanz der Saison – Gämsen kommen immer mehr ins Tal

Nußdorf – Rund 120 Jagdgenossen kamen heuer zur Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Nußdorf in den Saal des Schneiderwirts. Im Mittelpunkt stand die Bilanz der vergangenen Jagdsaison, denn erstmals wurde der im Vorjahr beschlossene dreijährige Abschussplan im ersten Jahr ausgewertet.

Vorausgegangen war eine gemeinsame Waldbegehung im Frühjahr 2025, deren Ergebnis aus Sicht der Verantwortlichen erfreulich ausfiel. In den Nußdorfer Waldungen seien nur vergleichsweise geringe Verbissschäden durch Schalenwild festgestellt worden, berichtete Erster Jagdvorstand Balthasar Kogler. Diese Entwicklung habe letztlich dazu geführt, dass der Abschussplan für Rehwild insgesamt von zuvor 450 auf nunmehr 400 Stück für die kommenden drei Jahre reduziert werden konnte.

Somit konnten für die abgelaufene Saison in Nußdorf 133 Rehe zur Jagd freigegeben werden. Tatsächlich erlegt wurden jedoch nur 89 Tiere. Kogler erklärte dies vor allem mit einem rückläufigen Rehwildbestand. Auch beim Rotwild zeige sich ein deutlicher Rückgang. Als Kuriosum der vergangenen Saison blieb lediglich ein Stück Rotwild in der Statistik – allerdings nicht auf weidmännische Art erlegt, sondern als Verkehrsopfer in den Inntalauen verendet.

Im vergangenen Jahr hatte die Jagdgenossenschaft noch eine deutlich höhere Strecke beim Rehwild verzeichnet. In der Saison 2024/2025 wurden 107 Stück erlegt, bei einer geplanten Quote von 150. Über den gesamten Dreijahreszeitraum hinweg konnten damals 425 der geforderten 450 Stück erfüllt werden. Hintergrund der intensiven Bejagung waren erhebliche Verbiss- und Fegeschäden, die bereits bei einer Waldbegehung im Jahr 2022 festgestellt worden waren, insbesondere an Laubholz, Tannen und Douglasien.

Planmäßig verlief dagegen die Gamsbejagung. Der jährliche Abschuss wird für diese Wildart gesondert festgelegt; für die Saison lag die Vorgabe bei 25 bis 28 Stück. Mit insgesamt 26 erlegten Gämsen wurde dieser Rahmen exakt getroffen. Auch in diesem Jahr ist die Gams bis in tiefe Lagen gekommen. Als Ursachen wurden bessere Lebensbedingungen im Tal sowie zunehmende Störungen in höheren Lagen durch Freizeitnutzung genannt.

Die Jahresstatistik der Jagdgenossenschaft weist darüber hinaus 33 Füchse, 13 Dachse, 23 Marder, zwei Enten sowie 87 Krähen aus. Außerdem wurden acht Reiher und acht Tiere unter der Rubrik „Sonstiges“ erfasst. Der Biber bleibt ein Dauerbrenner der Diskussion, da er sowohl in den Wäldern als auch auf landwirtschaftlichen Flächen immer wieder für erhebliche Schäden verantwortlich ist. In der vergangenen Saison sei von den Behörden jedoch keine Entnahme genehmigt worden, berichtete Kogler. Offiziell werde dies mit zu geringen Schadensmeldungen begründet. Nach Einschätzung vieler Betroffener spiegle diese Zahl jedoch nicht die tatsächliche Situation wider.

Zwar würden immer wieder Bäume von Bibern gefällt oder Flächen beeinträchtigt, doch lohne sich für viele Geschädigte der bürokratische Aufwand einer Meldung kaum. Die Entschädigungen seien gering und nur mit erheblichem Verwaltungsaufwand zu erhalten, weshalb zahlreiche Fälle gar nicht mehr angezeigt würden.

Artikel 1 von 11