Das Inntal hat gewählt – aber Fragen bleiben

von Redaktion

Zwei neue Bürgermeister stehen fest – Zwei Stichwahlen müssen eine Entscheidung herbeiführen

Inntal – Rund 20.000 Wahlberechtigte im Inntal haben entschieden, wer die kommenden sechs Jahre an der Spitze der Rathäuser steht. In Nußdorf, Oberaudorf und Neubeuern zeichnete sich früh ein klares Bild ab. Denn dort stand jeweils nur ein Name auf der offiziellen Kandidatenliste. In anderen Gemeinden wurde es deutlich enger.

Klarheit in Neubeuern,
Nußdorf und Oberaudorf

„Auch wenn man als Einziger auf der Liste steht. Es ist trotzdem nie selbstverständlich und daher möchte ich mich bei allen bedanken“, so reagiert Dr. Matthias Bernhardt (Freie Wählerschaft Oberaudorf) auf seine Wiederwahl. Schon nach weniger als einer Stunde nach Beginn der Auszählung standen bei ihm rund 87 Prozent der Stimmen fest. „Es ist mir eine Ehre und ich freue mich auf weitere sechs Jahre“, meint er.

Die wohl meisten Prozent über alle Gemeinden hinweg konnte Christoph Schneider (Unabhängige Neubeuerer) in Neubeuern sammeln. Satte 95 Prozent wählten den amtierenden Bürgermeister erneut. „Ich war davor trotzdem angespannt“, meint Schneider, den der starke Rückhalt in der Gemeinde beeindruckt. „Der Wert ist absurd”, bilanziert er.

Ebenfalls unangefochten ist Susanne Grandauer (CSU/Freie Wählerschaft Nußdorf) in Nußdorf am Inn. Bei einer hohen Wahlbeteiligung von rund 74 Prozent, sicherte sie sich gut 86 Prozent aller Stimmen. „Ich war mir schon relativ sicher”, meint Grandauer, die aufgrund einzelner Ausfälle am Abend sogar im Nußdorfer Wahlteam einsprang. „Ich bin sehr zufrieden und froh darüber, mit so einer großen Anzahl an Stimmen gewählt worden zu sein”, sagt die Rathauschefin.

Gruber bleibt an der
Spitze in Kiefersfelden

Ebenso zuversichtlich war der amtierende Bürgermeister in Kiefersfendeln, Hajo Gruber (Unabhängige Wählergemeinschaft Kiefersfelden). Er wurde mit rund 68 Prozent wiedergewählt. „Ich hatte zwei seriöse Gegner und möchte mich für einen fairen Wahlkampf bedanken”, meint er. Gruber gehe mit einem guten Gefühl in seine dritte Amtszeit. „Es gibt viel zu tun und ich habe schon alles Mögliche für Kiefersfelden im Kopf”, kündigt der alte und neue Rathauschef an.

Eine engere Wahl war es am Samerberg, wo sich Susanne Kunz (CSU) als Nachfolgerin von Georg Huber durchsetzte. „Ich bin sehr froh, dass ich es im ersten Anlauf geschafft habe“, sagte Kunz, die rund 55 Prozent der Stimmen ergattern konnte. „Es wird eine große Herausforderung, aber ich kenne die Arbeit in der Verwaltung bereits und freue mich darauf“, sagt die neue Bürgermeisterin, die schon als Kämmerin für die Gemeinde arbeitete.

Amtierender Bürgermeister verliert in Flintsbach

Einen Paukenschlag gab es in der Gemeinde Flintsbach. Dort gewann Holger Steiner mit satten 58 Prozent (Parteifreie Flintsbach-Fischbach) gegen den amtierenden Bürgermeister Stefan Lederwascher (CSU). „Ich bin sehr erleichtert, es im zweiten Anlauf tatsächlich geschafft zu haben“, sagte Steiner, der vor sechs Jahren noch gegen Lederwascher verlor. „Ich muss das erst einmal sacken lassen.“ Eine denkbar knappe Wahl erlebte die Gemeinde Raubling. Michael Linnerer (CSU) erhielt dort mit 2.615 Stimmen genau eine mehr als Franziska Pfaffenhuber (Freie Wähler Raubling). Beide kommen somit auf exakt 44,5 Prozent, wodurch in zwei Wochen eine Stichwahl notwendig wird. „Wenn man realistisch ist, haben wir damit gerechnet“, sagt Linnerer. Auch wenn immer ein Funke Hoffnung bliebe, es direkt zu schaffen. „Dass es so knapp wird, hätte ich jedoch nicht erwartet“, meint der CSU-Kandidat.

Ähnlich geht es Franziska Pfaffenhuber. „Das war unglaublich spannend und irgendwie war ich schon auf eine Stichwahl eingestellt“, meint die Direktkandidatin der Freien Wähler. Sie sei jedoch total zufrieden, nahezu gleich viele Stimmen wie Linnerer erhalten zu haben, und gehe daher mit neuem Schwung in die Stichwahl. „Jetzt muss ich aber erstmal zwei Stunden durchschnaufen“, meint Pfaffenhuber.

Auch Brannenburg
benötigt eine Stichwahl

Auch in Brannenburg wird es eine Stichwahl geben. Nach langer Auszählung steht fest, dass Hubert Estner (CSU) und Christian Zweckstätter (Junges Dorf Brannenburg) nicht genügend Stimmen für eine Direktwahl sammeln konnten. Estner kam mit 1451 Stimmen auf 42,5 Prozent, Zweckstätter mit 1314 Stimmen auf 39,4 Prozent. Beide waren aufgrund der späten Auszählung bis Redaktionsschluss nicht mehr für eine Reaktion zu erreichen.

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