Wahlparty in Halfing: Stefan Schlaipfer hat die Bürgermeisterwahl mit großer Mehrheit gewonnen. Foto privat
Es geht los: 18 Uhr wurden die Wahllokale geschlossen. Jens Schmidt und Martin Winter leeren in Bad Endorf eine Wahlurne für die Landratswahl. Fotos Ammelburger
Punkt 16 Uhr wurden in Aschau im Chiemgau die Briefwahlurnen geleert. Bis 18 Uhr wurden die Wahlbriefe gezählt sowie Wahlscheine und Stimmzettel entnommen. Erst um 18 Uhr durften die Stimmzettelumschläge geöffnet. Foto H. Reiter
Westlicher Chiemgau – Nach den Bürgermeisterwahlen im westlichen Chiemgau gibt es an der Spitze der Rathäuser in Höslwang, Pittenhart und Halfing neue Gesichter. In Bad Endorf setzte sich Bürgermeister Alois Loferer mit großer Mehrheit gegen zwei weitere Kandidaten durch. In Frasdorf und Aschau im Chiemgau wurden die Bürgermeister in ihren Ämtern bestätigt. Die Gemeinde Eggstätt wählt erst 2029 wieder einen Bürgermeister. Ein erster Überblick und Stimmen der glücklichen Wahlsieger.
Alois Loferer setzt
sich klar durch
„Ich bin einfach nur glücklich über das starke Ergebnis“, freut sich Bad Endorfs Bürgermeister Alois Loferer (CSU). Er wurde von 58,8 Prozent der Wähler in seinem Amt bestätigt. Drei Kandidaten gingen für die Gemeinde ins Rennen, neben Loferer (48) waren das Dritter Bürgermeister Eduard Huber (65) für die Grünen sowie Marktgemeinderat Gerhard Schloots (69) für die Freien Wähler Bad Endorf. 61,9 Prozent der 6622 Wahlberechtigten haben ihre Entscheidung getroffen. „Ich freue mich für Bad Endorf und die Möglichkeit, in einer weiteren Amtszeit für Kontinuität in der Gemeinde zu sorgen.“
92,2 Prozent sind mit
Simon Frank zufrieden
92,2 Prozent der Aschauer und Sachranger Bürger haben ein klares Zeichen gesetzt: Der amtierende Bürgermeister Simon Frank (46) soll weitermachen. Er trat 2020 erstmals für die Bürgerliste „Zukunft für Aschau“ an und setzte sich auf Anhieb mit 57,8 Prozent gegen drei weitere Kandidaten durch. Seitdem ist es ihm gemeinsam mit dem Gemeinderat und der Verwaltung gelungen, politische Kontroversen in der Gemeinde beizulegen und zu sachorientierter Zusammenarbeit zurückzufinden. In diesem Jahr war Simon Frank der einzige Kandidat. Er hatte sich gewünscht, mit einem guten Wahlergebnis gestärkt in die nächste Amtszeit zu starten. „70 oder 80 Prozent wären klasse gewesen, aber 92 Prozent hätte ich mir nicht träumen lassen“, ist Simon Frank glücklich. Im Bistro „Mittendrin“ wurde am Wahlabend gefeiert – gemeinsam mit allen Bürgern, die dazu Lust hatten.
Für den Gemeinderat traten auf vier Listen 54 Kandidaten an, darunter 14 Kandidaten, die bereits im Gemeinderat sind. „Alle 54 sind engagierte und motivierte Menschen, durchweg tolle Kandidaten“, sagte Frank am Wahltag. „Deshalb kann Aschau optimistisch in die Zukunft schauen.“ 66 Prozent der 4762 wahlberechtigten Bürger haben in der Gemeinde ihre Stimmen abgegeben.
Frasdorf steht geschlossen
hinter Daniel Mair
Auch die Frasdorfer Wähler haben sich für ein „Weiter so“ entschieden. „Ich bin total glücklich“, sagt Bürgermeister Daniel Mair (CSU), denn die Frasdorfer schicken ihn in eine zweite Amtszeit. Alle aktuell im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen hatten sich geschlossen hinter seine Kandidatur gestellt. „Das bedeutet mir sehr viel“, so Mair. Und so wurde auch am Wahlabend vor dem Frasdorfer Rathaus gemeinsam gefeiert. Die Wahlbeteiligung in der Gemeinde lag bei 68 Prozent. Von den 1571 gültigen Stimmern erhielt Mair 1493. Das sind 95 Prozent. Die Gemeinde Halfing hat einen neuen Bürgermeister. Mit 64,4 Prozent der Stimmen wurde Stefan Schlaipfer (CSU) zum Nachfolger der amtierenden Bürgermeisterin Regina Braun gewählt. Sie war nicht noch einmal zur Wahl angetreten. Der amtierende Zweite Bürgermeister Konrad Aicher (66, HWV) erreichte 19,9 Prozent der Stimmen, Josef Stettner (61, FW) erzielte 15,7 Prozent.
„Ich bin so überwältigt, dass ich es kaum in Worte fassen kann“, sagt Schlaipfer.
Stefan Schlaipfer
gewinnt Wahl in Halfing
„Das große Vertrauen, das die Halfinger mir schenken, ist zugleich eine große Verantwortung.“ Schon seit zwölf Jahren arbeitet Schlaipfer im Gemeinderat mit Stettner und Aicher in wertschätzendem Miteinander zusammen. Zweiter Bürgermeister Konrad Aicher hat dem jungen Bürgermeister zu seinem Wahlsieg gratuliert: „Die Bürger haben entschieden. Jetzt werden wir gemeinsam daran arbeiten, das Beste für Halfing zu erreichen, so wie auch in den vergangenen Jahren schon.“ Sepp Stettner freut sich auf die neue Legislaturperiode im Gemeinderat: „Wir werden gute Oppositionsarbeit machen und uns vor allem dafür einsetzen, dass Entscheidungen vom gesamten Gemeinderat gefällt und getragen werden.
Überraschung
in Pittenhart
Die kleine Gemeinde mit kaum 2000 Einwohnern und 1500 Wahlberechtigten sorgte für eine Sensation. Der neue Bürgermeister heißt Sebastian Unterhuber (FW). Nach 12 Jahren im Amt wurde der amtierende Bürgermeister Josef Reithmeier (68) nicht wieder gewählt.
Nach dem vorläufigen Ergebnis der Bürgermeisterwahl lag die Wahlbeteiligung bei 70,9 Prozent. Reithmeier vereinigte 41 Prozent der Stimmen (421) auf sich. Mit 59 Prozent entschied sich die Mehrheit der Wähler für Sebastian Unterhuber, der 607 Stimmen erhielt. Der 35-Jährige ist bereits im Gemeinderat. Er ist Landmaschinenmechaniker, Milchbauer und Forstarbeiter.
Eggstätt wählt nur
einen neuen Gemeinderat
„Eggstätt voranzubringen, ist das Einzige, was zählt“, sagt Bürgermeister Christoph Kraus (FBE), seit 8. Oktober 2023 Bürgermeister der Gemeinde. „Die vergangenen drei Jahre waren eine Herausforderung“, so Kraus. Ein enormer Projektstau musste aufgearbeitet werden – und das bei angespannter Haushaltslage und Querelen im Gemeinderat. Nun könnte es auch im Rat zu einem personellen Umbruch kommen, denn nur fünf der 15 amtierenden Gemeinderäte stellen sich wieder zur Wahl.
Zweiter Bürgermeister Hans Plank (CSU) und Dritter Bürgermeister Gerhard Eder (ÜWG) kandidierten nicht wieder. Die Grünen, bislang mit drei Sitzen im Gemeinderat vertreten, traten gar nicht an. Zur Wahl standen damit nur zwei Gruppierungen: die gemeinsame Liste aus CSU und Überparteilicher Wählergemeinschaft (ÜWG) sowie die Freien Bürger Eggstätt (FBE).
Bürgermeister in
Höslwang im Ehrenamt
In Höslwang wurde ein ehrenamtlicher Bürgermeister gewählt. Amtsinhaber Johann Murner (Parteifreie Bürger) stellte sich nach einer Legislaturperiode nicht noch einmal zur Wahl. Für das Ehrenamt kandidierte Dr. Peter Mayer (CSU), gelernter Schreiner, promovierter Physiker und heute Referatsleiter am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung.
69,4 Prozent der 694 Wähler gaben ihm ihre Stimme. „Ich bin sehr glücklich und spüre die große Erwartungshaltung“, sagt er. „Jetzt freue ich mich darauf, mit dem Gemeinderat die Zukunft der Gemeinde Höslwang zu gestalten.“