Mit einer Stimme Unterschied in die Stichwahl

von Redaktion

Raubling macht‘s spannend, Rott wählt eindeutig und in Großkaro geben die Briefwähler den Ausschlag

Gehen in Raubling in die Stichwahl: Franziska Pfaffenhuber (Freie Wähler) und Michael Linnerer (CSU).

Raubling/Rott/Großkarolinenfeld – Die Raublinger machten es spannend: Das Rennen um die Nachfolge von Amtsinhaber Olaf Kalsperger, der nicht mehr kandidierte, endete in einem Fotofinish. 2615 Stimmen waren es am Ende für Michael Linnerer (CSU). Genau eine Stimme mehr als Franziska Pfaffenhuber (Freie Wähler) erhielt. Diese beiden gehen am 22. März in die Stichwahl.

Überraschung über
knappes Ergebnis

„Wenn man realistisch ist, haben wir damit gerechnet“, sagt Linnerer. Auch wenn immer ein Funken Hoffnung bliebe, es direkt zu schaffen. „Dass es so knapp wird, hätte ich jedoch nicht erwartet“, meint der CSU-Kandidat. Ähnlich geht es Pfaffenhuber. „Das war unglaublich spannend und irgendwie war ich schon auf eine Stichwahl eingestellt“, meint die Direktkandidatin der Freien Wähler. Sie sei jedoch total zufrieden, nahezu gleich viele Stimmen wie Linnerer erhalten zu haben und gehe daher mit neuem Schwung in die Stichwahl. „Jetzt muss ich aber erstmal zwei Stunden durchschnaufen“, meint Pfaffenhuber. 65 Prozent der 9190 wahlberechtigten Raublinger nahmen ihr Recht wahr, von den 5970 abgegebenen Stimmen waren lediglich 94 ungültig.

In Großkarolinenfeld war es lange Zeit spannend, lagen Anton Wallner (CSU/PLW/Grüne/SPD) und Josef Baumann (FW-GBV) Kopf an Kopf. Nach Auszählung aller 14 Wahllokale war es dann doch recht eindeutig: Anton Wallner, der ehemalige Bürgermeister von Bad Feilnbach, ist mit 54,5 Prozent der Stimmen neuer Bürgermeister von Großkarolinenfeld.

Wallner hat wieder
ein Bürgermeisteramt

70,4 Prozent aller Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Der bis einschließlich 30. April noch amtierende Bürgermeister Bernd Fessler trat nicht mehr an. Er kandidierte nur noch für den Kreistag. So wie auch sein Raublinger Noch-Kollege Kalsperger – und manch anderer Bürgermeister, der für dieses Amt nicht mehr kandidierte. „Zwischendurch war es ein Hin und Her, ich war auch mal zurück, aber die Briefwahlbezirke waren am Ende eindeutig“, sagte Anton Wallner auf OVB-Anfrage am späten Abend am Telefon. Die Erleichterung war ihm anzuhören, immer wieder atmete er tief durch, machte Pausen, während er von einem spannenden Abend erzählte. „Ich bin gerade überwältigt, geflasht und sehr dankbar. Für jemanden, der nicht aus der Gemeinde kommt, ist die deutliche Mehrheit ein sehr gutes Ergebnis“, sagt der neue Bürgermeister.

Auffällig: Wallner sammelte insbesondere bei denjenigen Stimmen, die per Briefwahl (57,3 Prozent) abstimmen. Baumann hingegen holte 50,1 Prozent bei den Urnenwählern. Enttäuscht sei er nicht, sagte Baumann. „Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis, das war eine starke Leistung von meinen Mitstreitern“, sagt er. Vor allem sei er überwältigt, dass seine kleine Fraktion so viel Zuspruch bekommen hat.

Wendrock gelingt
ein enormes Ergebnis

Eindeutig hingegen das Ergebnis in Rott. Dort wurde Amtsinhaber Daniel Wendrock, der Kandidat der Bürger von Rott/CSU/Freie Wähler, mit starken 94,3 Prozent wiedergewählt. Sein Gegenkandidat Michael Maurer von der AfD bekam nur 129 Stimmen und damit 5,7 Prozent. Wendrock ist seit 2020 im Amt, hat sich vehement gegen die große Asylunterkunft – ursprünglich sollten Geflüchtete im Gewerbegebiet untergebracht werden – eingesetzt. Das dankten ihm die Rotter offensichtlich. Der überparteiliche Wendrock war vor seinen Wechsel in die Politik etliche Jahre Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Rott/Ramerberg.

Wahlsieger Wendrock war mehr als zufrieden: „Fast 95 Prozent ist ein überwältigendes Ergebnis und für mich ein klarer Vertrauensbeweis und eine Honorierung für die Arbeit, die ich die letzten sechs Jahre geleistet habe. Darauf bin ich stolz und dankbar. Dieses starke Ergebnis erlaube ich mir heute zu feiern und morgen wird‘s weitergehen im Amt. Ich hoffe auch auf weitere gute Zusammenarbeit im neu gewählten Gemeinderat, kooperativ und zusammenführend.“

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