Schechen, Söchtenau, Stephanskirchen, Vogtareuth – Vogtareuth hat einen neuen Bürgermeister: Alois Anetsberger (AfG, ÜWG) holte sich den Sieg mit nur elf Stimmen Vorsprung. „Ich habe nicht ernsthaft mit einem Sieg gerechnet“, erklärte der Unternehmer gegenüber dem OVB. Eigentlich habe er sich 2008, als es um den Bau der Umgehungsstraße ging, aus der Kommunalpolitik zurückgezogen. Seine Söhne hätten ihn nun motiviert, als Bürgermeisterkandidat für die ÜWG/AfG ins Rennen zu gehen.
Das wichtigste Projekt, von dem laut Anetsberger auch weitere Entscheidungen abhingen, sei die Trinkwasserversorgung in Vogtareuth. „Ohne die können wir weder Wohn- noch Gewerbegebiete planen.“ Aber auch die Sicherung der medizinischen Nahversorgung sowie die Lebendigkeit des Ortes lägen ihm am Herzen. „Leerstand ist der Tod jeder Ortschaft“, findet der neue Rathauschef.
Für seinen Kontrahenten und Zweiten Bürgermeister Hans Bürger-Schuster ist „die Schlacht geschlagen“. Elf Stimmen seien bitter, aber: „Das ist Demokratie.“ Anetsberger wünscht er „viel Erfolg mit den Riesenthemen, die in Vogtareuth anstehen“. Unterm Strich entfielen 833 Stimmen, also 50,33 Prozent, auf Alois Anetsberger und 822 Stimmen, 49,67 Prozent, auf Hans Bürger-Schuster. Der amtierende Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter hatte nicht wieder kandidiert.
Alles beim Alten
in Söchtenau
Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Söchtenau überrascht weniger. Bernhard Summerer (WSK) bleibt mit 91 Prozent der Wählerstimmen Bürgermeister – denn er hatte keinen Gegenkandidaten. Seit 18 Uhr sei er durch die Wahllokale gezogen, bevor er sich ins Rathaus zurückzog, um auf das Ergebnis der Auszählung zu warten. Etwa 2200 Wahlberechtigte zählt die Gemeinde Söchtenau; die Wahlbeteiligung lag bei knapp 69 Prozent.
In den kommenden sechs Jahren möchte Summerer da weitermachen, wo er aufgehört hat. „Ich möchte nicht über Dinge sprechen, die ich nicht halten kann“, sagt er. Sicher weiterverfolgen wird er aber die Erweiterung des Gewerbegebiets: Die Grundstücke seien gekauft, der Bebauungsplan in Arbeit. Gleiches gilt für den geplanten Radweg zwischen Rinssee und altem Gewerbegebiet. Auch dafür habe er entsprechende Grundstücke erwerben können. Jetzt müsse die Untere Naturschutzbehörde entscheiden. „In fünf Jahren ist er hoffentlich fertig“, sagt Summerer und lacht.
Außerdem plant Summerer ein Seniorenprojekt für mehr selbstbestimmtes Wohnen und Leben im Alter. „Wir planen, die Nachbarschaftshilfe wieder aufleben zu lassen“, so Summerer. Dafür sei vor wenigen Wochen eine Quartiersmanagerin eingestellt worden, die bei der Neugründung und Koordinierung der Nachbarschaftshilfe helfen soll.
Klares Ergebnis
in Stephanskirchen
Auch in Stephanskirchen bleibt alles beim Alten: Der amtierende Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie Bürger) hat sich mit 86,2 Prozent gegen seinen Kontrahenten Friedrich Kreutz (AfD) durchgesetzt, der 13,8 Prozent der Wählerstimmen holte. „Das Ergebnis ist eine tolle Bestätigung für die vergangenen sechs Jahre und ein guter Ansporn für die weiteren sechs“, sagte Karl Mair kurz nach der Auszählung. Die Erwartungen seien hoch. „Also müssen wir das Niveau nach wie vor hochhalten.“
Als gemeinsamer Bürgermeisterkandidat der Parteifreien, CSU, Grünen, SPD und der Bayernpartei bekam Mair aus nahezu allen Fraktionen und Gruppierungen Rückendeckung. So wie die AfD hatten ursprünglich auch die Freien Wähler vor, einen eigenen Kandidaten für das Amt des Rathauschefs ins Rennen zu schicken. Im Januar 2026 legte Gemeinderat und Bürgermeisterkandidat Christian Helget (FW) sein Mandat nieder und zog auch seine Kandidatur zurück. Die Wahlbeteiligung lag in Stephanskirchen bei knapp 64 Prozent.
Knapper Wahlsieg für
Stefan Adam in Schechen
Denkbar knapp fiel das Ergebnis in Schechen aus: Mit 50,1 Prozent setzte sich Bürgermeister Stefan Adam (CSU) an die Spitze der 5000-Einwohner-Gemeinde. Kurz sah es so aus, als müsste er gegen Michael Schmöller (PBS) in die Stichwahl. Dieser unterlag schließlich mit 39,8 Prozent. AfD-Bürgermeisterkandidat Günther Kapser holte zehn Prozent. Bei etwas über 4000 Wahlberechtigten haben knapp 69 Prozent ihre Stimme abgegeben.
Adam verbrachte den Wahlabend daheim bei seiner Familie. Mit einer Wiederwahl habe er „eigentlich schon gerechnet“. „Es war bis zum Schluss ganz schön spannend“, erklärte er gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Auf die kommenden sechs Jahre blickt er voller Tatendrang: „Es gibt einige auch undankbare Themen, die wir weiterverfolgen und anpacken müssen.“ Dazu gehören laut Adam der weitere Ausbau der Trinkwasserleitung sowie der Neubau des Kindergartens.
Tina Blum