Schnaitsee – Die Regionalplanung zur Energieversorgung mittels Windenergie beschäftigte den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Im Rahmen des Beteiligungsverfahrens hatte der Gemeinderat dazu bereits im Juni 2025 Stellung bezogen und Änderungswünsche gemeldet. Konkret wollte der Gemeinderat folgende Gebiete aussparen: den Bereich östlich von Kirchstätt in Angrenzung zum dortigen Wasserschutzgebiet, den Bereich Hochschatzen in der Nähe des Sondergebiets „Kiesabbau“, den Bereich östlich von Lampertsham Richtung vorhandener Windkraftanlagen und den Bereich Sandgrub/Seppenberg in Angrenzung zum Wasserschutzgebiet und Landschaftsschutzgebiet. Zudem wurde ein Mindestabstand von 800 Metern zwischen Windkraft-Vorranggebiet und nächster Wohnbebauung gefordert.
Begegnungsstätte
im Ortsgebiet
Der Planungsausschuss des regionalen Planungsverbandes Südostoberbayern beharrt aber auf der pauschalisierten Abstandsregel von 500 Metern zur Wohnnutzung. Andernfalls wäre die Verringerung des Flächenpotenzials für Windenergie zu einschränkend für die weitere Planung. Mit dem Behördensatz: „Durch die einschlägigen fachrechtlichen Vorgaben kann hierdurch sichergestellt werden, dass es voraussichtlich zu keiner Beeinträchtigung des Schutzgutes Trinkwasser kommen kann“, endete das Schreiben. Dieses Paradoxon erstaunte das Gremium. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, das Ergebnis vom Planungsausschuss zur Kenntnis zu nehmen und an der Stellungnahme vom Juni 2025 festzuhalten.
Die Schaffung einer Begegnungsstätte im Ortsgebiet von Schnaitsee wurde als Nächstes beraten. In welcher Form dies geplant werden soll, steht noch nicht fest. Denkbar wäre, eine solche Begegnungsstätte mit Ruhebänken auch mit einem Bewegungspark zu kombinieren oder mit dem vorhandenen Kinderspielplatz an der Schule.
Vorbereitend hatte der Bauausschuss im August 2025 dazu bereits drei mögliche Standorte betrachtet: südlich des Baugebiets Spiegelwiese, nördlich des Raiffeisenparkplatzes oder am südlichen Grünstreifen unter dem Anwesen Schreiner Ederer. Bürgermeister Thomas Schmidinger schlug vor, dieses Thema von einem Arbeitskreis aus Mitgliedern des Gemeinderates vorbereiten zu lassen, zunächst aber die Kommunalwahl abzuwarten.
Aus Sicht von Gemeinderat Christian Sewald könnten auch Bürger oder der Heimatverein mit eingebunden werden. Ohne Gegenstimme wurde diese Thematik an den zukünftigen Gemeinderat verwiesen, der dann auch den Rahmen einer Beteiligung abklären soll.
Reine Formsache war der Widerruf der Bestellung von Josef Pfenninger als Standesbeamten. Die Aufgaben des Standesamtes in Schnaitsee wurden an das Standesamt der Stadt Trostberg übertragen. Nun musste dies auch rechtlich angepasst werden.
Breiten Raum nahm auch die Planung des neuen Kinderhauses für die Ganztagsbetreuung ein. Zum einen wurde die Fassadengestaltung diskutiert, da in einer der jüngsten Sitzungen eine Kombination aus verputzter Fläche und Holzvertäfelung beschlossen worden war. Hierbei soll heimische Lärche eingesetzt werden. Ein Entwurf mit der Aufteilung der Flächen fand Gefallen. Auch die Höhenlage des gesamten Gebäudes wurde besprochen. Die vorliegenden Entwürfe des Planers überzeugten die Gemeinderäte nicht ganz.
In Variante 1 war geplant, das Gebäude um 120 Zentimeter nach oben zu heben – mit dem Nachteil, dass der Geländeunterschied auf der Südseite im Gartenteil deutlich erhöht würde. Zudem wäre der barrierefreie Zugang mit einer maximalen Steigung von sechs Prozent nicht mehr gewährleistet. In Variante 2 läge das Erdgeschoss auf dem Straßenniveau im Süden. Damit gäbe es im ersten Obergeschoss auf der Nordseite nur noch Fensterbänder unter der Decke, was die gewünschte Raumnutzung verhindern würde. Der Gebäudegrundriss müsste grundlegend angepasst werden.
Alexander Heide vom Bauamt hatte vorbeugend bereits eine dritte Variante ausgearbeitet. Die Oberkante des fertigen Fußbodens im Erdgeschoss sollte auf gleicher Höhe sein wie der Straßensinkkasten im Eingangsbereich. Damit wäre das gesamte Gebäude nur um 50 Zentimeter höher gesetzt, was die Nachteile der beiden anderen Varianten auffangen würde. Zudem könnte im Zugangsbereich für Lieferanten eine ebene Fläche gestaltet werden.
Da der Beachvolleyballplatz während der Bauphase in Anspruch genommen wird, kann dieser bei der Neuauflage nach einer Geländeauffüllung um 50 Zentimeter nach oben gelegt werden. Die passende Entwässerung bei Starkregenereignissen wurde von mehreren Gemeinderäten angesprochen; ein paar Zentimeter mehr Gefälle würden ihrer Überzeugung nach nicht schaden. Mit einer Gegenstimme wurde die Variante 3 als Grundlage für die weiteren Planungsphasen beschlossen. Beim Punkt Bekanntgaben berichtete Schmidinger von der aktuellen Ausschreibung für die Straßenverlegung im Bereich Rumering. Noch im ersten Halbjahr soll Baubeginn sein. Der Baumbepflanzung auf dem Marktplatz stehen nach einer Prüfung keine förderrechtlichen Hindernisse entgegen. Wie von der Umwelt-Initiative beantragt, kann dort eine Bepflanzung vorgenommen werden.
Mangelhafte
Pflege der Hecke
Gemeinderätin Angelika Sewald-Löffelmann wies auf die mangelhafte Pflege der Hecke am Binderanwesen, Kirchensurer Straße, hin. Korbinian Wäsle wünschte einen Verkehrsspiegel an der neugestalteten Einmündung der Kirchensurer Straße in die Chiemseestraße und die Ausbesserung des Fußweges von der Wasserburger Straße zur Graf-Sighard-Straße.
Christian Huber monierte die Nutzung der Harpfinger Wirtsalm als gewerbliche Lagerstätte. Er wünscht sich zwei Bänke dort und regte an, die Grünfläche des Bolzplatzes öfter zu mähen.