Wahl-Krimis und Überraschungen

von Redaktion

Die Bürgermeisterwahlen im Altlandkreis Wasserburg brachten Überraschungen. In Ramerberg setzte sich Amtsinhaber Manfred Reithmeier klar durch, in Rott fuhr Daniel Wendrock ein Rekordergebnis ein. In Schonstett kam es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Auch in Griesstätt, Eiselfing und Soyen wurde gewählt.

Ramerberg

Eine schwere erste Amtszeit, geprägt von vielen Auseinandersetzungen und Streitigkeiten um schwierige Themen wie den Sportplatzbau, hatte Ramerbergs Bürgermeister Manfred Reithmeier (UWR). Gleich zwei Gegenkandidaten nahmen den Kampf um den Rathaussessel auf: Florian Baumann (Gemeinsam für Ramerberg) und Konrad Fuchs (NRL/FWG).

Doch so unzufrieden können die Ramerberger nicht mit ihrem Bürgermeister sein, denn sie wählten ihn recht eindeutig mit 56,7 Prozent erneut. Hochzufrieden zeigte sich Manfred Reithmeier entsprechend. „Läuft“, meinte er zufrieden auf Anfrage. 25,9 Prozent erreichte Fuchs, 17,4 Prozent der Stimmen entfielen auf Baumann. Dieser zeigte sich etwas enttäuscht. „Eine Stichwahl hätten wir uns natürlich schon erwünscht“, meinte Baumann. Den Kopf hängen lassen wolle er aber nicht. Es sei schließlich das erste Mal, dass die Liste antrete, und die Ergebnisse der Gemeinderatswahl stünden ja noch aus.

Rott

Dass es Daniel Wendrock (parteifrei) wieder schaffen würde, war eigentlich klar. Hinter ihm stehen schließlich die Bürger für Rott, die CSU und Freie Wähler. Wendrock hatte seit 2020 skandalfrei, durchsetzungsstark und engagiert die Gemeindegeschicke geleitet. Doch in Rott am Inn hatte die geplante große Flüchtlingsunterkunft jahrelang für großen Ärger gesorgt. Ein Thema, das sicherlich ausschlaggebend dafür war, dass mit Michael Maurer in Rott der einzige AfD-Bürgermeister-Kandidat im Altlandkreis angetreten war. Dennoch stellten sich die Rotter mit deutlicher Mehrheit von 94,3 Prozent hinter ihren bisherigen Bürgermeister.

„Fast 95 Prozent sind ein überwältigendes Ergebnis und für mich ein klarer Vertrauensbeweis und eine Honorierung für die Arbeit, die ich die letzten sechs Jahre geleistet habe. Darauf bin ich stolz und dafür bin ich dankbar. Dieses starke Ergebnis erlaube ich mir heute zu feiern und morgen wird‘s weitergehen im Amt. Ich hoffe auch auf weitere gute Zusammenarbeit im neu gewählten Gemeinderat, kooperativ und zusammenführend.“ Für Maurer blieben indes nur 5,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,6 Prozent.

Griesstätt

Keine Überraschung gab es in Griesstätt. Wie erwartet wurde zum Nachfolger von Bürgermeister Robert Aßmus, der nicht mehr kandidierte, sein bisheriger Stellvertreter Anton Strahlhuber mit 877 Stimmen (55,4 Prozent) der abgegebenen Stimmen gewählt. Strahlhuber, der für die „Bürger für Griesstätt“ (BfG) kandidierte, freute sich über das erreichte Ergebnis und Vertrauen. Er dankte allen Unterstützern und versprach, dass er sich die kommenden sechs Jahre mit voller Kraft für die Gemeinde Griesstätt einsetzen wird. Trotz Niederlage dankte auch Josef Linner (CSU) für die vielen Stimmen (707), die er bekommen hat. Er freute sich, dass so viele trotz seines jungen Alters für ihn stimmten.

Eiselfing

Mit etwas Verspätung startete Eiselfing in die Auszählung: Weil sich eine Wahlurne nicht öffnen ließ, mussten härtere Geschütze aufgefahren werden. Eine Säge schaffte Abhilfe. Das Innere konnte sich für Amtsinhaber Georg Reinthaler sehen lassen. Mit 94,1 Prozent fährt er als einzig grüner Bürgermeister-Kandidat im Altlandkreis Wasserburg ein Rekord-Ergebnis ein. „Das motiviert mich ungemein für die nächsten sechs Jahre und freut mich narrisch, weil es noch mal von den Prozentzahlen an Ticken besser ist als bei der letzten Wahl, das hätte ich nicht erwartet. Vor allem, weil man mit zunehmender Amtszeit doch bisweilen Entscheidungen trifft, die nicht allen gefallen. Dieses Ergebnis der Eiselfinger aber bestätigt mich sehr in meiner Arbeit“, sagt er.

Schonstett

Überraschung in Schonstett: Hier wurde der erste Bürgermeister abgewählt, aber ganz knapp: Amtsinhaber Paul Dirnecker (Freie Wähler) muss sich nach jetzigem Stand seinem Gegenkandidaten Maximilian Heilmann (CSU) geschlagen geben. Nach vier von vier Wahlbezirken liegt Heilmann mit 50,3 Prozent hauchdünn vorne. Am Ende waren es fünf Stimmen, die entschieden. Heilmann bekam 399, Dirnecker 394. Sehr treffend als „sauknapp“ beschrieb Heilmann das Wahlergebnis. „Dass es eine enge Geschichte wird als Zuagroster gegen einen Amtsinhaber anzutreten, war klar“, so Heilmann, dass es so knapp werden würde, habe er nicht erwartet. Er sei allerdings zufrieden und bereit, die nächsten sechs Jahre anzupacken.

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