Großkarolinenfeld/Rohrdorf/Prutting/Riedering – Lange war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Einmal war der eine vorn, dann für ein paar Minuten der andere. Erst in den letzten Wahlbezirken wurde klar, wer neuer Bürgermeister in Großkarolinenfeld wird – und damit Nachfolger von Bernd Fessler. Am Ende fiel die Entscheidung doch aber recht deutlich aus: Anton Wallner (CSU) ist neuer Bürgermeister von Großkaro. Der „Neuzugang“ aus Bad Feilnbach, unterstützt von der CSU, der Parteilosen listenfreien Wählerschaft (PLW), den Grünen und der SPD, holte 54,5 Prozent der Stimmen.
Deutlicher Wahlsieger in Großkarolinenfeld
Sein Gegner, Josef Baumann von den Freien Wählern/GBV, kam auf 45,5 Prozent. In Einzelstimmen bedeutet das: 2.225 fielen auf Wallner, 1.853 auf Baumann. „Zwischendurch war es ein Hin und Her, ich war auch mal zurück, aber die Briefwahlbezirke waren am Ende eindeutig“, sagte Anton Wallner auf OVB-Anfrage am späten Abend am Telefon. Die Erleichterung war ihm anzuhören, immer wieder atmete er tief durch, machte Pausen, während er von einem spannenden Abend erzählte. „Ich bin gerade überwältigt, geflasht und sehr dankbar. Für jemanden, der nicht aus der Gemeinde kommt, ist die deutliche Mehrheit ein super Ergebnis“, sagt der neue Bürgermeister.
Die Wahlbeteiligung lag bei 70,4 Prozent. Auffällig dabei: Wallner sammelte insbesondere bei denjenigen Stimmen, die per Briefwahl (57,3 Prozent) abstimmen. Baumann hingegen holte 50,1 Prozent bei den Urnenwählern. Enttäuscht war Josef Baumann aber dennoch nicht. „Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis, das war eine starke Leistung von meinen Mitstreitern“, sagt er. Vor allem sei er überwältigt, dass seine kleine Gemeinderatsfraktion so viel Zuspruch bekommen habe.
Rohrdorf ohne Stichwahl
Viel Zuspruch hat auch Simon Hausstetter bekommen. Der Bürgermeister von Rohrdorf verteidigte seinen Sitz im Rathaus. Der Amtsinhaber des Bürgerblocks Rohrdorf (BR) holte 52,5 Prozent und damit 1.728 Stimmen. Seine Konkurrentin von der CSU, Maria Haimmerer, erhielt 1.425 Stimmen und 43,3 Prozent. Josef Höß von den Freien Wählern bekam 136 Stimmen und so 4,1 Prozent. Bei einer Wahlbeteiligung von 71,1 Prozent sicherte sich Hausstetter sowohl bei den Brief- als auch bei den Urnenwählern die absolute Mehrheit.
Hausstetters erste Reaktion: „Ich bin froh, dass es nicht in die Stichwahl gegangen ist“, sagt er am Telefon und lacht. Darauf habe er sich nach dem intensiven Wahlkampf der vergangenen Wochen schon ein wenig vorbereitet. Er sei am Wahlsonntag so angespannt gewesen, dass er sich kurz vor Bekanntgabe des Ergebnisses allein in seinem Büro eingesperrt habe. Er fahre lieber 800 Kilometer mit dem Fahrrad, als so eine „brutal spannende Auszählung“ abzuwarten. „Umso mehr freue ich mich jetzt über die 52,5 Prozent, die sogar noch ein bisschen besser sind, als bei der Wahl vor sechs Jahren“, sagt er.
Am dankbarsten sei Hausstetter, dass er auch die kommenden Jahre mit seinem Rathaus-Team zusammenarbeiten darf. „Das hätte ich mich sehr geärgert, wenn das nicht mehr möglich gewesen wäre“, sagt er am Telefon. Seine Gegnerin Maria Haimmerer wünscht ihm für die nächsten Jahre jedenfalls eine „gute Hand“ und wolle ihm zur Wahl gratulieren, auch wenn sie ein wenig enttäuscht über den Ausgang sei. „Aber das ist doch klar, sonst hätte man sich auf das Amt ja gar nicht erst beworben“, sagt sie auf OVB-Anfrage.
Ruhiger Abend in Riedering
Einen ruhigeren Abend als die beiden Kandidaten in Rohrdorf hatte Christoph Vodermaier in Riedering. Der Kandidat der Freien Wählergemeinschaft Riedering (FWGR) holte 90,1 Prozent – 2558 Stimmen –, allerdings ohne Gegenkandidaten. Die Wahlbeteiligung lag in Riedering bei 65,5 Prozent. Vor sechs Jahren musste sich Vodermaier noch in der Stichwahl beweisen.
„Dementsprechend freue ich mich über diese Bestätigung und den Auftrag, die kommenden sechs Jahre gestalten zu dürfen“, sagt er. Obwohl sich das Ergebnis aufgrund der Unterstützung vor der Wahl schon abgezeichnet habe, war der Amtsinhaber ein wenig angespannt gewesen.
Prutting extrem einig
Noch mehr Stimmen holte sich Johannes Thusbaß. Der Bürgermeister von Prutting trat wie Vodermaier ohne Gegenkandidaten zur Wiederwahl an – und holte 94,4 Prozent. „Ich habe ehrlich gesagt auf 80 Prozent gehofft, mit so viel habe ich nicht gerechnet“, sagte er Abend auf OVB-Anfrage. 1458 Stimmen erhielt der bisherige Rathaus-Chef bei einer Wahlbeteiligung von 70 Prozent. Jetzt gehe es darum, den Weg weiterzugehen und sich „treu zu bleiben“.