Raubling – Wer folgt auf 18 Jahre Olaf Kalsperger? Diese Frage konnten die Raublinger bei der Kommunalwahl zumindest im ersten Durchgang nicht eindeutig beantworten.
Nachdem der bisherige Bürgermeister nicht mehr antrat, standen mit Michael Linnerer (CSU), Franziska Pfaffenhuber (Freie Wähler Raubling) und Martin Rutz (Grüne) drei Direktkandidaten auf der Liste.
Nur eine Stimme
Unterschied in Raubling
Auf den ersten Blick scheint eine Stichwahl mit diesen Vorzeichen nichts Außergewöhnliches zu sein. Dass es im ersten Wahlgang so knapp werden würde, ist dennoch eine Überraschung. Denn während Rutz 647 Stimmen bekam, zogen Linnerer 2.615 und Pfaffenhuber 2.614 Raublinger Wähler auf ihre Seite.
Beide kamen somit auf exakt 44,5 Prozent und stehen sich in zwei Wochen bei der Stichwahl am 22. März gegenüber. „Das war unglaublich spannend”, sagte Pfaffenhuber am Wahlabend und klang dabei ein kleines Stück erleichtert. Ein Blick auf die Ergebnisse aus 2020 und 2014 zeigt den Grund. Die CSU war in den vergangenen Jahren die deutlich stärkste Kraft in der Gemeinde und Bürgermeister Kalsperger gewann für seine Partei mit satten 77 Prozent (2014) beziehungsweise 81 Prozent (2020). Dementsprechend verständlich, dass auch Linnerer einen „Funken Hoffnung“ hatte, die Wahl direkt für sich zu entscheiden. „Wenn man realistisch darauf blickt, ist eine Stichwahl trotzdem das wahrscheinlichste Szenario gewesen“, ordnet der Raublinger Kandidat ein.
Auch an der Verteilung der Sitze im künftigen Gemeinderat macht sich die Verschiebung bemerkbar. In der noch aktuellen Periode hatte die CSU zwölf der 24 Sitze, die Freien Wähler kamen auf sechs. Im künftigen Gemeinderat bleiben zehn Sitze für die CSU, acht für die Freien Wähler, vier für die Grünen und zwei für die SPD.
Mit neuem
Schwung unterwegs
Doch wer wird nun der künftige Bürgermeister oder die Bürgermeisterin? „Wir waren von Anfang an auf die Stichwahl vorbereitet“, sagt Linnerer mit Blick auf die kommenden zwei Wochen. „Wenn uns diese Kommunalwahl etwas gezeigt hat, dann, dass es jetzt wirklich um jede Stimme geht.” Auch Franziska Pfaffenhuber nimmt aus dem denkbar knappen Ergebnis in der Gemeinde „neuen Schwung“ mit. „Dass es so eng wird, muss ich aber nicht unbedingt noch einmal erleben“, meint sie nach einem aufregenden Raublinger Wahlabend.